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Tierversuchsfreier Hautreizungstest durch OECD anerkannt Drucken
TIERVERSUCHE - Meldungen
Geschrieben von: Mag. Romana Rathmanner   
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 14. September 2011 um 14:39 Uhr

Die OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat einen tierversuchsfreien Test zur Prüfung von Substanzen auf leichte, reversible* Hautreizungen als neue Test Guideline verabschiedet (439 In Vitro Skin Irritation: Reconstructed Human Epidermis Test Method) und kann nun weltweit eingesetzt werden.

Bislang wurden zur Feststellung von reversiblen* hautreizenden Eigenschaften Kaninchen verwendet, auf deren geschorenen Haut die Substanz aufgetragen wurde. Nun werden hierfür dreidimensionale Hautmodelle, die auf menschliche Hautzellen basieren, eingesetzt. Da nun dieser Test behördlich anerkannt ist und von allen 33 OECD-Mitgliedsländern (darunter auch USA, Kanada und Japan) angewendet werden kann (und von den EU-Mitgliedstaaten aufgrund der Tierversuchsrichtlinie angewendet werden muss), ist ein merklicher Rückgang bei der Verwendung von Versuchskaninchen zu erwarten (innerhalb der EU um etwa 12.000 Tiere weniger, wenn man die Zahlen der statistischen Erhebung aus dem Jahr 2005 als Basis heranzieht).

Tests mit menschlichen Hautmodellen, z.B. EpiDerm oder EpiSkin, sind schon lange verfügbar. Seit 2004 werden sie seitens der OECD zur Prüfung von irreversiblen** Hautreizungen (Hautkorrosion) anerkannt.

Damit sind nun zwei Tests, die am Kaninchen durchgeführt werden bzw. wurden, ersetzt worden: Der Hautreizungstest am Kaninchen und der Pyrogentest, bei dem injizierbare Arzneimittel auf das Vorhandensein von fieberauslösenden Stoffen am Kaninchen untersucht wurden.

Der sogenannte Draize-Kaninchen-Augentest (OECD 405) ist noch immer nicht vollwertig ersetzt worden. Bei diesem Test werden den Kaninchen die Substanzen direkt ins Auge geträufelt. Das andere Auge dient als Kontrolle. Auftretende Reizungen, Rötungen, Trübungen, Schwellungen, Verätzungen, Geschwüre bis hin zur völligen Zerstörung des Auges werden bis zu 21 Tage registriert und demnach der Grad der Reizung ermittelt.
Seit September 2009 steht ein in vitro-Test mit isolierten Rinder-Hornhäuten (aus "Schlachtabfällen"; OECD 437) für stark reizende Substanzen (um eine Substanz mit dem Gefahrenhinweis "Gefahr ernster Augenschäden" einzustufen) zur Verfügung, der von der BASF-Forschungsgruppe entwickelt wurde.
Die Forschungsgruppe des Chemiekonzerns BASF strebt den vollständigen Ersatz des Draize-Tests an. Für die schwachen Reizwirkungen wurde ein Augenhornhaut-Modell aus menschlichen Zellen entwickelt.

*   der gesunde (Vor-)Zustand ist wiederherstellbar
** nicht mehr heilbare Verletzungen

Siehe auch unter Tierversuche in der Kosmetikindustrie

Erstellt am Montag, den 10. Januar 2011 um 15:30 Uhr
 
 
 
 
     
 

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