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Endlich gesetzlich verankert: Ersatzmethode zum Nachweis von Algengiften in Muscheln Drucken
TIERVERSUCHE - Meldungen
Geschrieben von: Mag. Romana Rathmanner   
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Mai 2014 um 12:03 Uhr
Muscheln, die fĂŒr den menschlichen Verzehr bestimmt sind, mĂŒssen, bevor sie auf den Markt gelangen, auf marine Biotoxine, die von bestimmten Algenarten erzeugt werden und sich in Muscheln anreichern, untersucht werden. Denn diese Algengifte können Magen-Darm Erkrankungen, LĂ€hmungen oder sogar tödliche Vergiftungen verursachen.
Bislang war als amtliche Nachweismethode der sogenannte „Maus-Bioassay“, ein qualvoller Tierversuch, gesetzlich vorgeschrieben. Dabei wird MĂ€usen, aber auch Ratten, ein Extrakt aus dem zu prĂŒfenden Muschelgewebe in die Bauchhöhle gespritzt. Ist Muschelgift vorhanden, sterben die Versuchstiere einen qualvollen Vergiftungstod, der bis zu 24 Stunden dauern kann. FĂŒr diesen Test wurden innerhalb des EU-Raumes jĂ€hrlich 300.000 MĂ€use verbraucht.
Der Maus-Bioassay ist nicht nur eine tierquÀlerische sondern insbesondere
auch eine ĂŒberaus unsichere Methode, weil er keine verlĂ€sslichen Daten liefert
Bereits 2005 hat das deutsche Bundesinstitut fĂŒr Risikoforschung (BfR) empfohlen, dass Lebensmittelproben mit chemisch-analytischen Methoden untersucht werden sollen. Denn mit dem Maus-Bioassay lasse sich nicht sicher bestimmen, ob marine Biotoxine in Muscheln enthalten sind und ob die gesetzlichen Höchstmengen eingehalten werden. Außerdem sei die tierfreie Methode aus GrĂŒnden des Tierschutzes dem Maus-Bioassay vorzuziehen. Diese BfR-Position hat auch der EFSA (EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit) immer wieder bestĂ€tigt.
Deutschland hat schon seit den 1980er Jahren keine Tierversuche zur Bestimmung der Muscheltoxine durchgefĂŒhrt, sondern auf eine tierfreie chemisch-analytische Methode, der HPLC-Methode, gesetzt.
Die langen Behördenwege und Übergangsfristen
kosten weiterhin tausenden von Tieren das Leben
Obwohl man von der UnverlÀsslichkeit und Unsicherheit des Maus-Bioassay wusste, hat es so lange gedauert, bis endlich eine chemische Methode, die LC-MS/MS-Methode, validiert und per Verordnung auch gesetzlich vorgeschrieben worden ist (ABl. L 6 vom 11.1.2011, S. 3). Und dies auch nur aufgrund der HartnÀckigkeit der TierversuchsgegnerInnen, die seit Jahren die Abschaffung des Maus-Bioassay fordern.

Die nun gesetzlich verbindlich vorgeschriebene Ersatzmethode ist jedoch praktisch erst mit Anfang 2015 umzusetzen, mit der BegrĂŒndung, den Mitgliedstaaten „die Möglichkeit zu geben“ ihre Methoden auf die nun tierfreie chemische Methode anzupassen.

Das bedeutet, dass fast eine Million (!!!) Tiere weiterhin fĂŒr die Bestimmung der Muscheltoxine verwendet werden, obwohl eine vollwertige Ersatzmethode vorliegt!
Der langsame, ja trĂ€ge Behördenweg mit den unendlichen Verschleppungen und unangemessen langen Übergangsfristen ist bis ins Ă€ußerte unertrĂ€glich, weil es hier um das Leben und die Unversehrtheit von fast einer Million Tiere geht. Diese fallen im wahrsten Sinne des Wortes den langsamen MĂŒhlen der Behörden und trĂ€gen Institutionswegen zum Opfer.

WIR FORDERN: Wenn es um das Leben und die Unversehrtheit von Tieren geht, ist eine Ersatzmethode zum Tierversuch zĂŒgig zu validieren, binnen einiger Monate gesetzlich zu verankern und binnen einiger Monate auch umzusetzen. Alles darĂŒber hinaus gehende ist ethisch nicht zu rechtfertigen und grenzt an fahrlĂ€ssiger Tötung.
Erstellt am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 15:51 Uhr
 
 
 
 
     
 

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