Weiter geht der Kleinkrieg zwischen Vogelfängern und Tierschützern im Salzkammergut. Am Wochenende ist es bei Bad Goisern wieder einmal zu einer Konfrontation zwischen den beiden Seiten gekommen

Zwar wurde das Fangen der Singvögel in der Region inzwischen von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt, für die Tierschützer bleibt das Brauchtum dennoch Tierquälerei.



Vogelfänger behindert und fotografiert
Eine Gruppe Tierschützer hatte jugendliche Vogelfänger behindert und fotografiert. Die Burschen fühlten sich bedroht und erstatteten Anzeige. Dass bei dem Vorfall auch Lockvögel gestohlen und das Eigentum der Vogelfänger beschädigt worden seien, wird von der Polizei nicht bestätigt.

Angezeigt wurde bei dem neuerlichen Vorfall zwischen Vogelfängern und Tierschützern bisher niemand. Es sei kein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorgelegen, heißt es von Seiten der Exekutive.

Lockvögel in Käfigen mitgehabt
Passiert ist offenbar Folgendes: Ein jugendlicher Vogelfänger, der eine ordnungsgemäße Lizenz zum Singvogelfang besitzt, war mit drei Freunden beim "steinernen Tisch" bei Bad Goisern zum Vogelfangen unterwegs. Dabei hatten die Burschen einige Lockvögel in Käfigen.

Drei Tierschützer, zwei Frauen und ein in der Region bereits bekannter Mann, kamen mit einem Hund dazu und stellten sich nach Angaben der Jugendlichen zwischen den Käfigen auf. Dann sollen sie die Vogelfänger und die Tiere fotografiert und auch die Rucksäcke der Burschen durchsucht haben.


Jugendliche fühlten sich eingeschüchtert
Weil die Jugendlichen sich bedroht und eingeschüchtert fühlten, riefen sie die Polizei. Auch gegenüber den Beamten zeigten sich die drei Tierschützer anscheinend nicht kooperativ, sondern kündigten an, ihrerseits eine Anzeige wegen Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft einbringen zu wollen.

"Überfall und Vandalenakt"
Die Vogelfreunde Salzkammergut bewerten den Vorfall in einer Presseaussendung als Überfall militanter Tierschützer und als Vandalenakt. In dem Schreiben werden auch der Diebstahl von Lockvögeln und ein erheblicher Sachschaden beklagt, den die Tierschützer angerichtet haben sollen.

Von Seiten der Polizei wurde das so allerdings nicht bestätigt. Die Fronten im Salzkammergut scheinen also weiter verhärtet, von einer Beruhigung der Situation kann keine Rede sein.

http://ooe.orf.at/stories/473928/
4.10.2010