Dafür gibt es mehrere Gründe, wobei der zu lange Validierungsprozess (1), der nicht gesetzlich verbindliche Einsatz (2) und die geringfügige Förderung hinsichtlich der Entwicklung und der Anwendung von Alternativmethoden (3) als besonders ausschlaggebend anzusehen sind.


ad 1) Bevor eine entwickelte Ersatzmethode angewendet werden kann, muss sie vorher validiert* und behördlich anerkannt werden. Dieser Prozess geht meist sehr schleppend voran und dauert im Durchschnitt zehn Jahre. Deshalb fordern wir TierversuchsgegnerInnen eine Beschleunigung des Validierungsprozesses (zumal der Tierversuch diesen nie hat durchlaufen müssen).
(*Unter Validierung versteht man die Bewertung der wissenschaftlichen Qualität einer Methode.)


ad 2) Ist dann eine Ersatzmethode endlich validiert und behördlich anerkannt, wird in der Regel – im Gegenzug – der betreffende Tierversuch nicht (!) verboten.
Deshalb fordern wir TierversuchsgegnerInnen, dass, wenn es eine anerkannte Ersatzmethode gibt, der entsprechende Tierversuch sofort gesetzlich zu verbieten ist. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass die vorhandene Ersatzmethode auch angewendet wird.


ad 3) Darüber hinaus fließen die meisten Forschungsgelder noch immer in Forschungsprojekte, die Tierversuche beinhalten, und nur ein ganz geringer Bruchteil in die Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Ersatzmethoden. Auf diese Weise kann und wird der Wettlauf „Tierversuch – tierfreie Methode“ nie gewonnen werden. (Zum Vergleich: Ich kann nicht das meiste Geld in die Atomforschung stecken und erwarten, dass dann alternative Energieformen herauskommen und angewendet werden.) Deshalb fordern wir TierversuchsgegnerInnen, Tierversuche nicht mit öffentlichen Mitteln zu fördern; alle Mittel sind gänzlich der Förderung von Ersatzmethoden zur Verfügung zu stellen.