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Die Supermaus – ein Superflop männlicher Projektion? Drucken
TIERVERSUCHE - Meldungen
Geschrieben von: Mag. Romana Rathmanner   
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. Januar 2008 um 17:35 Uhr

Nachdem es amerikanischen Tierexperimentatoren durch Genmanipulationen gelungen ist, die bislang dicksten Mäuse mit einem fünfach höheren Gewicht als ihre normalen Artgenossen herzustellen, ohne dass sie an Diabetes erkrankten (dafür jedoch 10 % der Versuchstiere starben, weil das Fett die Organe zerdrückte),
nachdem Mäuse mit der bislang größten Muskelmasse – nämlich der vierfachen gegenüber ihren normalen Artgenossen – "hergestellt" wurden,
gibt es nun die sogenannte Supermaus.

Diese bleibt trotz vermehrter Nahrungsaufnahme (plus 60 %) schlank und fit. Sie ist zehnmal aktiver als ihre normalen Artgenossen und auch ausdauernder (sie läuft in 5 Stunden 6 Kilometer - bis zur völlig Erschöpfung). Auch lebt sie länger und ist bis ins hohe Alter hinein sexuell aktiv. Und das ganze ohne eigene Anstrengung, denn der Superbody mit der Superleistung wird ihnen quasi in die Wiege gelegt, indem Jungtieren eine Spritze verabreicht wird, mit der nur ein einziges Gen, welches das Enzym PEPCK-C steuert, manipuliert wird.

"Die PEPCK-C-Spritze könnte jeden Menschen auch in hohem Alter noch aussehen lassen wie ein Athlet – selbst wenn man viel isst und gar nicht trainiert", so der Erschaffer dieser neuen Wunderspezies ganz verheißungsvoll in einem Gespräch.(1) Doch im nächsten Satz zerstört er wieder diesen trendigen, wohl männlichen Wunschtraum von Schneller, Länger, Stärker, weil "unser Gentherapie-Erfolg ist von der Maus kaum auf den Menschen zu übertragen". Und um ganz sicher zu gehen, dass jegliche Hoffnung, die er mit seinen Versuchen geweckt hat, zunichte gemacht wurde, versetzt er uns noch einen moralischen Schlag, indem er meint, dass, selbst wenn dies auch beim Menschen technisch machbar wäre, "eine solche Therapie am Menschen unethisch ist".Ja, und wozu nun das Ganze?

Es ist doch eine bodenlose Infamie, zuerst grausame Tierversuche (2) durchzuführen, dann Hoffnungen auf Behandlungen (3) zu schüren, um dann festzustellen, dass die Methoden, die man den Tieren zugemutet hat, aus ethischen Gründen nicht am Menschen durchführen kann.

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(1) Quelle: www.welt.de/wisseschaft/article1346293/Die_unheimlichen_Kraefte_der_Supermaus.html

(2) Gene werden mehr oder minder auf gut Glück bzw. auf Verdeih und Verderb ein- und/oder ausgeschaltet bzw. eingeschleust und beobachtet, was passiert. Dabei werden die arteigenen Grenzen von Lebewesen bedenkenlos überschritten; unzählige Tot- und Missgeburten und schwerste Behinderungen werden in Kauf genommen. Darüber hinaus werden die Tiere Tests unterzogen, die sie ständig an ihre physische Leistungsgrenze zwingen – wie etwa bei den Lauftests. Bei anderen Tests stehen die Tiere Todesängste aus, etwa bei den Wasserpaddeltests, wobei die Tier sich solange über Wasser halten müssen, bis sie alle Kräfte verlassen und zu ertrinken drohen.

(3) Über die von den Wissenschaftern praktizierte Verheißungsrhetorik ist in einem überaus aufschlussreichen Artikel von Cord Riechelmann in Jungle World 46 vom 15.11.2007 zu lesen.

Erstellt am Donnerstag, den 03. Januar 2008 um 14:33 Uhr
 
 
 
 
     
 

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