Die Europäische Kommission hat beschlossen, sechs Mitgliedstaaten (Estland, Deutschland, Portugal, Rumänien, die Slowakei und Spanien) Aufforderungsschreiben zu übermitteln, weil sie die EU-Vorschriften über den Schutz von für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tieren (Richtlinie 2010/63/EU) unzureichend in innerstaatliches Recht umgesetzt haben. … In allen sechs Mitgliedstaaten wurden zahlreiche Unzulänglichkeiten ihres innerstaatlichen Rechts festgestellt.

Ab 1. Jänner 2020 werden in der Region Brüssel Tierversuche an Affen, Hunden und Katzen verboten. Ab 1. Jänner 2025 werden die Tierversuche in der Ausbildung und für Sicherheitstests (außer es gibt keine Alternative dazu), das sind 16 % aller durchgeführten Tests, verboten. Und innerhalb der angewandten Forschung, das sind 11 % aller durchgeführten Tests, sollen die Tierversuche um 20 % reduziert werden.

Dies ist eine äußerst erfreuliche und ambitionierte Entscheidung. Damit ist Belgien nach den Niederlanden das zweite Land in der EU, welches konkret an einem Ausstieg aus dem System Tierversuch arbeitet und innerhalb eines vorgegebenen Zeitplanes auch umsetzen wird. (Quelle: „Réduction de l’expérimentation animale en Région bruxelloise“)

(*Belgien besteht aus den drei Regionen Brüssel, Flandern und Wallonien, die über eigene Parlamente mit Gesetzgebungskompetenz und eigene Regierungen verfügen.)

 

======================================================================================

Wissenschaft statt Tierversuche
WIST-Kongress 2018

 

Der Kongress, organisiert von "Ärzte gegen Tierversuche e.V.", geht der Frage nach, wie aussagekräftig Ergebnisse aus Tierversuchen für den Menschen tatsächlich sind und welche Möglichkeiten die tierversuchsfreie Forschung heute schon bietet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.

Termin: Samstag, 27. Oktober 2018, 10-18 Uhr
Ort: Maternushaus, Kardinal-Frings-Str. 1-3, 50668 Köln

Die Veranstaltung richtet sich an Forscher, Mediziner, Tiermediziner, Studenten, Behördenvertreter, Politiker sowie die interessierte Öffentlichkeit.

Alle Infos dazu finden Sie hier: https://www.wist-kongress.de/

 

======================================================================================

Am 1. Juni hat die niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft Ingrid van Engelshoven eine Erklärung ausgesandt, wonach das „Biomedical Primate Research Center“ (BPRC), das sich im niederländischen Rijswijk befindet und das größte Affenforschungszentrum Europas ist, seine Experimente um 40% zu verringern hat. Ebenso muss die Zucht von Affen mittels Geburtenkontrolle eingeschränkt werden. Das BPRC hat bis 1. Jänner 2019 Zeit, einen diesbezüglichen Reduktionsplan vorzulegen.

Ab dem 1. Januar 2019 dürfen in Europa keine Tiere mehr zur Prüfung auf anomale Toxizität (ATT) verwendet werden.

Bei dem ATT handelt es sich um einen der ältesten gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuche, der vor über 100 Jahren eingeführt und als Sicherheitstest bei der Arzneimittelprüfung vorgeschrieben wurde. Den Mäusen und Meerschweinchen wurde hierbei die zu prüfende Substanz injiziert und dann beobachtet, ob und wie viele Tiere in einem festgelegten Zeitraum sterben. Zur Chargenprüfung wurde der Test schon seit 20 Jahren nicht mehr verlangt, sehr wohl jedoch noch bei der Entwicklung von Arzneimitteln.