Ab dem 1. Januar 2019 dürfen in Europa keine Tiere mehr zur Prüfung auf anomale Toxizität (ATT) verwendet werden.

Bei dem ATT handelt es sich um einen der ältesten gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuche, der vor über 100 Jahren eingeführt und als Sicherheitstest bei der Arzneimittelprüfung vorgeschrieben wurde. Den Mäusen und Meerschweinchen wurde hierbei die zu prüfende Substanz injiziert und dann beobachtet, ob und wie viele Tiere in einem festgelegten Zeitraum sterben. Zur Chargenprüfung wurde der Test schon seit 20 Jahren nicht mehr verlangt, sehr wohl jedoch noch bei der Entwicklung von Arzneimitteln.

Es ist ein Verdienst der Mitarbeiter des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) in Langen bei Frankfurt am Main und ihrer Kollegen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, dass dieser Test gänzlich aus dem Europäischen Arzneibuch gestrichen wird. Sie haben für dieses komplizierte Verfahren - für einen Beschluss der Arzneibuchkommission ist die Einstimmigkeit aller Mitgliedsländer des Europarats erforderlich - die entsprechenden Anträge zur Streichung gestellt und die erforderlichen Unterlagen zusammengetragen.

Der ATT wird aus insgesamt 49 Einzelvorschriften gestrichen und ist mit Erscheinen der nächsten Ausgabe vollständig aus dem Europäischen Arzneibuch entfernt und darf ab dem 1. Januar 2019 in Europa nicht mehr durchgeführt werden.

Doch aufgrund von Rechtsvorschriften außereuropäischer Länder wie etwa derer in Asien wird der ATT erforderlichenfalls weiterhin durchgeführt werden. Deshalb strebt das PEI nun an, eine globale Harmonisierung herbeizuführen, damit der ATT weltweit ausnahmslos aus den Prüfvorschriften gestrichen wird und endgültig der Vergangenheit angehört.