Presseinfo

Wie der jüngst veröffentlichten Tierversuchsstatistik zu entnehmen ist, ist die Anzahl der „verbrauchten“ Versuchstiere in Österreich abermals stark gestiegen. Damit setzt sich der negative Trend – entgegen dem gesetzlichen Auftrag, Tierversuche zu reduzieren - seit nunmehr 18 Jahren ungeniert fort.

Im Jahr 2017 wurden an 264.071 Tieren Experimente durchgeführt, die für die Tiere mit Schmerzen, Leiden, Ängsten oder dauerhaften Schäden verbunden waren und letztlich tödlich endeten. Das sind um 27.612 Tiere bzw. 11,7 % mehr als im Vergleichsjahr 2016.

Die TierversuchsgegnerInnen sind bestürzt und verärgert. Gerda Matias, Präsidentin des „Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner“ (IBT): „Das ist ein Rückschritt ins vorige Vierteljahrhundert. Eine so hohe Anzahl von Versuchstieren hatte Österreich zuletzt 1994 zu beklagen, wobei diese bis 1999 allmählich sanken. Doch seither steigen die Tierversuche in Österreich seit nunmehr 18 Jahren stetig an. Das ist eine ungeheuerliche wissenschaftliche Schande.“

„Es ist offensichtlich, dass der gesetzliche Auftrag, die ethisch und wissenschaftlich umstrittenen Tierversuche zu reduzieren, in vielen Bereichen völlig ignoriert wird“, klagt Matias. So wurden zum Beispiel erneut an 9.125 Kaninchen Prüfungen auf fiebererregende Stoffe durchgeführt, obwohl es hierfür längst eine vollwertige, validierte Ersatzmethode gibt.

Nach wie vor sind Mäuse die am häufigsten verwendete Tierart. Im Jahr 2017 starben 212.913 Mäuse im Tierversuch. Zudem wurden weitere Tierarten, beispielsweise Hühner, Hunde, Kaninchen, Katzen, Krallenfrösche, Pferde, Ratten, Rinder und Schweine im Tierversuch eingesetzt. 

 Die TierversuchsgegnerInnen kritisieren weiters, dass die meisten Versuchstiere nicht für medizinische Sicherheitstests, die gerne als Begründung für die Notwendigkeit der Tierversuche vorgeschoben werden, sondern für die Grundlagenforschung ihr Leben lassen müssen: insgesamt 48,3 %. Gegenüber dem Vorjahr haben sich diese Experimente um 10,2 % erhöht. Es handelt sich um Versuche, bei denen es um bloßes Erkenntnisinteresse, ohne jeglichen praxisrelevanten, nützlichen Bezug, geht.

Erfreulicherweise sind dagegen die Tests zu regulatorischen Zwecken sowie für die Routineproduktion, also Tierversuche, mit denen Produkte, insbesondere Arzneimittel auf ihre Unbedenklichkeit geprüft werden, zurückgegangen. Insgesamt wurden hierfür 10,1 % der Tiere eingesetzt.

Als völlig inakzeptabel beurteilen die TierversuchsgegnerInnen die Zunahme der Experimente mit dem Schweregrad „schwer“, die immens belastend und ethisch äußerst umstritten sind. Im Jahr 2017 mussten 21.380 Tiere derartige Eingriffe mit starken Schmerzen und schweren Leiden und Ängsten erdulden.

Eine detaillierte Analyse der jüngsten Tierversuchsstatistik befindet sich auf der Startseite der Website www.tierversuchsgegner.at.


Rückfragehinweis:
Gerda Matias, Präsidentin des IBT, Mobil: 0676/600 30 47


Siehe auch unter Tierversuchsstatistik für das Jahr 2017 - eine Analyse