Presseinformation

Wie die jüngst publizierte Tierversuchsstatistik dokumentiert, wurden im Jahre 2015 in Österreich 227.317 Tiere für Experimente und Tests eingesetzt, die bei den Versuchstieren Schmerzen, Leiden, Ängste oder dauerhafte Schäden verursacht haben. Das sind um 18.134 Tiere, um 8,7 %, mehr als im Vorjahr.

Gerda Matias, Präsidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner (IBT): „Damit sind wir von der seit Jahrzehnten versprochenen Reduzierung der Versuchstiere meilenweit und von der Abschaffung des Tierversuches Lichtjahre entfernt. Mit der Steigerung des Verbrauchs auf 227.317 Versuchstiere fallen wir im Kampf gegen die Tierversuche um 20 Jahre zurück.“

 

 

Eine so hohe Anzahl von Versuchstieren hatte Österreich zuletzt im Jahre 1994 zu verzeichnen. Die TierversuchsgegnerInnen führen diese verheerende Entwicklung, die sich seit 2000 abzeichnet, auf die laschen gesetzlichen Regelungen zurück, die lediglich das Versuchstierwesen administrieren, aber nicht das Potential haben, nur einen einzigen Tierversuch zu vermeiden.

Selbst Förderung, Entwicklung und Einsatz von Ersatzmethoden zum Tierversuch laufen ins Leere, weil etwa die Verwendung von Ersatzmethoden nicht gesetzlich zwingend vorgeschrieben ist.
So wurden beispielsweise im Jahre 2015 in Österreich 14.794 Kaninchen Pyrogentests ausgesetzt, die der Prüfung von Arzneimitteln auf das Vorhandensein fieberauslösender Stoffe dienen. - Völlig unnötig, weil es eine vollwertige, validierte Ersatzmethode gibt: den In-vitro-Pyrogen-Test (IPT), der auf menschlichem Vollblut basiert und als Prüfmethode sogar ins Europäische Arzneibuch 2010 aufgenommen wurde.

Darüber hinaus vermissen die TierversuchsgegnerInnen durchwegs das vielzitierte ethische Verantwortungsbewusstsein insbesondere bei jenen Personen, die Tests an tausenden Versuchstieren genehmigen und durchführen, obwohl sie wissen, dass es eine Ersatzmethode gibt, die ohne Tierleid auskommt.

Rückfragehinweis:
Gerda Matias, Präsidentin des IBT
Mobil: 0676/600 30 47

Lesen Sie im Detail die Tierversuchsstatistik für das Jahr 2015 - eine Analyse.