Auch heuer macht die „Europäische Koalition zur Beendigung der Tierversuche“ (ECEAE) mit ihren 24 europäischen Partnervereinen auf das Leid jener Tiere aufmerksam, die für den Faltenglätter Botox ihr Leben lassen müssen.

Denn für die Chargenprüfungen der Botulinumtoxin-Produkte (allgemein als Botox bezeichnet) wird der überaus grausame LD50-Test an Tieren durchgeführt. Dabei werden Mäusen unterschiedliche Verdünnungen des Nervengiftes Botox in die Bauchhöhle injiziert, um jene Giftmenge zu ermitteln, bei der die Hälfte der Mäuse stirbt. Für die Tiere ist dies mit furchtbaren Qualen verbunden. Es kommt zu Muskellähmungen, Sehstörungen und Atemnot. Der Todeskampf kann sich über drei oder vier Tage hinziehen. Die Mäuse ersticken bei vollem Bewusstsein – allein in Europa an die 400.000 Tiere jährlich.

Aufgrund der Proteste der TierversuchsgegnerInnen haben die Botox-Hersteller Allergan und Merz für ihre Produkte mittlerweile einen tierversuchsfreien Zelltest entwickelt, der inzwischen auch behördlich anerkannt ist und einen großen Teil der LD50-Tests ersetzt.

Im Unterschied dazu prüft der britische Hersteller Ipsen, dessen Produkte Dysport und Azzalure vom Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé weltweit vertrieben werden, seine Botox-Produkte weiterhin an Tieren. Dies hat der deutsche Partnerverein der ECEAE „Ärzte gegen Tierversuche“ enthüllt, der seit zehn Jahren gegen das Botox-Tierleid auftritt.

Demgemäß steht nun Nestlé im Zentrum eines europaweiten Protestes der ECEA, den in Wien Gerda Matias, Präsidentin des „Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner“ (IBT), des österreichischen Partnervereines der ECEAE, unterstützt: „Wir fordern Nestlé auf, ab sofort keine Botox-Produkte, die in Tierversuchen getestet worden sind, zu vertreiben. Statt dessen soll der Konzern auf die Herstellerfirma Ipsen einwirken, damit diese endlich auch einen tierversuchsfreien Test für ihre Produkte zur Anwendung bringt.“

Der IBT ruft zu einem bundesweiten Protest auf und stellt auf seiner Website www.tierversuchsgegner.at eine Unterschriftenliste und einen Musterbrief bereit.

Rückfragehinweis: Gerda Matias, Präsidentin des IBT, Mobil: 0676/600 30 47.