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Kosmetik-EU-Bericht (2008) PDF Drucken E-Mail
TV Statistik - EU
Geschrieben von: Mag. Romana Rathmanner   
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. März 2011 um 14:00 Uhr

Endlich hat die EU-Kommission den längst fälligen „Bericht über die Entwicklung, Validierung und rechtliche Anerkennung von Alternativmethoden für Tierversuche im Bereich kosmetischer Mittel (2008)“ vorgelegt. Der Bericht stützt sich auf die Daten aus dem Jahr 2007 und 2008 und hätte schon im Jahre 2009 erfolgen müssen. Denn gemäß der Kosmetikrichtlinie (1) hat die EU-Kommission jährlich (!) einen diesbezüglichen Bericht vorzulegen.

Bei der Bewertung des vorliegenden Berichtes ist zu beachten, dass das Verbot von Tierversuchen für die Inhaltsstoffe kosmetischer Mittel und das Verbot des Inverkehrbringens tiergetesteter Kosmetika (2) erst am 11. März 2009 in Kraft getreten ist, und für den vorliegenden Berichtszeitraum nicht relevant ist. Sehr wohl jedoch das Verbot von Tierversuchen für das kosmetische Endprodukt, das seit dem 11. September 2004 rechtswirksam ist.

 

Anzahl und Art der Versuchstiere

Für die Jahre 2007 und 2008 haben alle 27 Mitgliedstaaten die Angaben zu den Tierversuchen für Kosmetika vorgelegt. Demgemäß wurden lediglich in zwei EU-Ländern – in Frankreich und Spanien - noch Tierversuche für Kosmetika durchgeführt.
Im Jahr 2007 wurden in der EU insgesamt 1.818 Tiere für Kosmetiktests verbraucht, im Jahr 2008 insgesamt 1.510, so dass hier - im Vergleich zum Vorjahr 2006 mit 1.329 verwendeten Versuchstieren – entgegen der geforderten Reduzierung von Tierversuchen ein Anstieg zu verzeichnen ist.
In Frankreich wurden im Jahr 2007 1.806 Tiere (Mäuse, Ratten, Meerschweinchen und Kaninchen) für Unbedenklichkeitstests (wie Haut- und Augenreizungstests) verwendet, im Jahre 2008, etwas weniger, nämlich 1.510.
In Spanien wurden im Jahr 2007 an 12 Kaninchen Haureizungstests vorgenommen.

 

Problem der Mehrfachverwendung von Stoffen ist lediglich ein statistisches

Einige Mitgliedstaaten gaben an, dass es für sie schwierig ist, jene Tierversuche festzustellen, die nur zur Testung von kosmetischen Inhaltsstoffen durchgeführt wurden, weil chemische Stoffe sehr oft im Hinblick auf eine Mehrfachverwendung durchgeführt werden.
Dies stellt jedoch an sich nur ein statistisches Problem und kein rechtliches Schlupfloch dar: Es ist Industrie, Gesetzgeber und Behörden hoffentlich klar, dass derartig (nach dem Chemikalienrecht) geprüfte Substanzen – also Stoffe, die im Hinblick auf eine Mehrfachverwendung im Tierversuch (der behördlich genehmigt werden muss) getestet wurden – gemäß der Kosmetikrichtlinie nicht in Kosmetika eingesetzt werden dürfen.

 

Ersatzmethoden

Es ist bedauerlich und unverständlich, dass sich Anhang IX der Kosmetikrichtlinie immer noch durch gähnende Leere auszeichnet. Schließlich wurde dieser Anhang eigens eingerichtet, um Alternativmethoden anzuführen, die zumindest für die Sicherheitsbewertung von kosmetischen Mitteln ausreichen.

Erfreulich ist, dass Ersatzmethoden zu Prüfung von hautätzender Wirkung, Hautreizung, dermaler Resorption und Mutagenität/Genotoxizität und Fototoxizität zur Verfügung stehen.
Betreffend der akuten Toxizität und Augenreizung werden noch Validierungsstudien durchgeführt. Bis zur Anerkennung diesbezüglicher Ersatzmethoden empfiehl die Kommission im Bericht (Seite 14): "In der Zwischenzeit kann sich die Industrie auf die Daten aus den Prüfungen stützen, die vor Ablauf der Frist März 2009 durchgeführt wurden."
Völlige Stagnation herrscht bei der Entwicklung von Ersatztests betreffend der Toxizität bei wiederholter Verabreichung (einschließlich Sensibilisierung der Haut und Karzinogenität), Toxikokinetik und Reproduktionstoxikologie.

(1) Artikel 9 der Richtlinie 76/768/EWG des Rates vom 27. Juli 1976 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über kosmetische Mittel in der Fassung der Richtlinie 2003/15/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Februar 2003.
(2) mit Ausnahme von drei Tests: der Toxizität bei wiederholter Verabreichung, der Reproduktionstoxizität und der Toxikokinetik, die erst ab 11. März 2013 verboten sein werden, „unabhängig davon, ob alternative Versuchsmethoden ohne Tiere verfügbar sind“, wie es auf Seite 4 im Bericht der Kommission unmissverständlich heißt.


Siehe auch Kosmetik-EU-Bericht (2007)

Erstellt am Dienstag, den 28. September 2010 um 18:52 Uhr
 
 
 
 
     
 

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