Weihnachtsstern und Vanillekipferln gehören so in die Adventzeit wie Knallereien und Feuerwerke zu Silvester gehören. Was ausgelassene Zweibeiner in Stimmung bringt, verstimmt empfindliche Vierbeiner.

"Es gibt drei große Bereiche, bei denen man rund um den 24. Dezember besonders aufpassen muss", sagt KURIER-Tiercoach Dagmar Schratter. Für die Direktorin des Tiergarten Schönbrunn zählen Dekoration, Essen und Verhalten zu den saisonalen Gefahren für Haustiere.

Weihnachtsdeko Junge Katzen und Hunde sind verspielt. Sie lieben glitzernden Christbaumschmuck und leuchtende Kerzen. "Die Kugeln können zersplittern, die Scherben die Tiere verletzen", sagt die Expertin. Lametta ist noch gefährlicher. Werden die dünnen Metallstreifen gefressen, kann das bis hin zum Darmverschluss führen. (Auch Vögel in freier Wildbahn, die Lametta von entsorgten Nadelbäumen picken, können so zu Tode kommen). "Es gibt jede Menge Holzdekoration und sehr schöne Strohsterne", schlägt der KURIER-Tiercoach unbedenkliche Alternativen vor.

Brennende Kerzen ziehen Haustiere magisch an. Der Baum muss stabil befestigt sein. "Ich persönlich mag keine elektrischen Kerzen", sagt Schratter. Diese sind ohnehin nur eingeschränkt empfehlenswert. Frei laufende Nagetiere beißen die Kabel durch. Auch typische Pflanzen haben es in sich. Was wäre die Adventzeit ohne Weihnachtstern, Misteln und Stechpalmen? Weniger giftig für Haustiere! Naschen Katzen von dieser blühenden Pracht, müssen sie zumindest erbrechen. Halter von neugierigen Haustieren sollten gänzlich darauf verzichten. Genau so wie auf Sprühschnee für Fensterbilder. Der ist ebenfalls toxisch.

Essen Weihnachtskarpfen, Windgebäck, Schnapsflascherln: Die kulinarische Versuchung ist derzeit allzu groß. "Bitte nicht", ruft der KURIER-Tiercoach zur Vernunft beim vermeintlichen Verwöhnen von Haustieren: "Ein Stück Knacker oder spezielle Leckerli - hier und da einmal und vielleicht eingewickelt in raschelndes Packpapier - schaden dagegen keinem Tier."

Vorsicht ist bei Knochen von der Weihnachtsgans und Gräten vom Weihnachtskarpfen geboten. Geflügelknochen können splittern und führen daher leicht zu Verletzungen in Mund, Speiseröhre oder im Magen. Fischabfall muss auch nicht sein. Tierliebe soll gesund durch den Magen gehen.

Verhalten Weihnachtseinkäufe hier, Punschtrinken dort: "Haustiere stecken mitten drin in der Weihnachtshektik, das tut ihnen nicht gut", sagt Schratter: "Sie brauchen ihre Fixpunkte. Nehmen Sie sich zu Hause zurück." Dieser Rat gilt auch für den Jahreswechsel. Haustiere reagieren mitunter sehr nervös auf Silvesterkracher. Empfindliche Hunde sollen Gassi gehen, solange es noch ruhig ist. Und dies unbedingt an der Leine. Dann können sie nicht beim ersten Knaller ausreißen. "Das Tier ist in Panik. Mit Beruhigungsversuchen bestätigen Sie es in seiner Angst", sagt der KURIER-Tiercoach. Auch daheim ist der ungewohnte Lärm unangenehm. Ein lauter gedrehtes Fernsehgerät übertönt die plötzlichen Geräusche. Zeigen Hunde ihr Panik-Hecheln, verkriechen sich Katzen in den letzten Winkel der Wohnung, helfen Medikamente bei der Angstlösung. Schratter: "Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt."