Auf einem Weihnachtsmarkt sind Präparate artgeschützter Tiere verkauft worden. Im Angebot standen neben Pumakrallen etwa Falkenflügel. Die Standbetreiberin wurde angezeigt.

Anzeige gegen Verkäufer erstattet

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hatte auf den Stand aufmerksam gemacht. Zum Angebot standen auch Bussard-, und Habichtflügel, Schlangenhäute, Krokodilzähne sowie Leopardenkrallen, so Geschäftsführerin Johanna Stadler in einer Aussendung. Daher habe der Verein Anzeige gegen den Verkaufsstand erstattet.

"Der Handel mit Produkten oder Körperteilen artgeschützter Tiere ist verboten", betonte Stadler. Es sei daher unerklärlich, wie dieser Stand eine Genehmigung zum Verkauf dieser Waren von der Stadt Wien bekommen hätte.

Keine notwendigen Papiere für Handel

Beamte der Zollbehörde beschlagnahmten temporär zahlreiche Tierfedern und Krallen, die dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen widersprechen.

Die Magistratsabteilung 22 (Umweltschutz) ahnde nun nach dem Wiener Naturschutzgesetz und habe mit der Zollbehörde Strafanzeige gegen die Betreiberin des Verkaufsstandes erstattet, bestätigte eine Sprecherin von Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Die Verkäuferin hätte zudem keine der notwendigen Papiere für den Handel solcher Präparate bei sich gehabt, weshalb ihr zusätzlich Verwaltungsstrafen drohen könnten. Ihr Stand bleibe allerdings vorerst offen. Sie dürfe weiterhin Steine und Kristalle verkaufen.

Stadt: "Haben vorweg keine Information"

Marktamtsprecher Alexander Hengl hatte zuvor darauf verwiesen, dass Adventmärkte in Wien größtenteils als Anlassmärkte genehmigt werden. "Vorweg haben wir allerdings keine Information, was dort genau verkauft wird", erklärte Hengl.

Lediglich werde gesetzlich grob eingegrenzt, dass auf Weihnachtsmärkten beispielsweise mit Süßwaren, Christbaumschmuck sowie anlassbezogenen Geschenken und kunstgewerblichen Gegenständen gehandelt werde, so Hengl.

Der betroffene Markt befindet sich auf öffentlichem Grund. Die stichprobehaften Kontrollen des Wiener Marktamts auf Weihnachtsmärkten betreffen vorrangig die Gastronomiestände, erklärte Hengl.

http://wien.orf.at/stories/487960/
17.12.2010