Die Bären sind vom Aussterben bedroht

Der dramatische Rückgang des fast alle Arten umfassenden Bärenbestandes ist einerseits auf die Bejagung dieser Tiere und andererseits auf die Zerstörung ihres Lebensraumes, hauptsächlich durch Rodungen, zurückzuführen. Dies gilt mittlerweile für die asiatischen ebenso wie auch für die nord- und südamerikanischen Bären, als auch für die paar an der Hand abzuzählenden in Europa lebenden Exemplaren. Von acht Bärenarten stehen fünf im Anhang I des Artenschutzabkommens, in dem die vom Aussterben bedrohten Tiere erfasst sind und mit denen der internationale Handel untersagt ist.

Die Bären werden gejagt

  • ... zur lediglichen Befriedigung des grausamen Jagdinstinktes. In den USA und in Kanada ist etwa die Hetzjagd mit Hunden gang und gäbe.

  • ... und geschlachtet und ihre Teile, verwertet für medizinische Produkte oder angepreist als Delikatesse, gehandelt.

  • ... und als Touristenattraktion zu Tanzbären abgerichtet, indem ihnen ein glühender Nagel durch das Nasenbein gerammt wird, durch das dann ein Seil oder eine Kette durchgeführt wird, was den Bären stetig Schmerzen verursacht und zum "Tanzen" bringt.

  • ... und landen zur Belustigung in Zirkusse, wo sie durch tierquälerische Methoden - etwa mit Stiften und Ketten in ihrer empfindlichen Schnauze - gefügig gemacht werden.

  • ... und an Zoos zur Schaustellung verkauft, wo sie oft in Betonbunkern dahinvegetieren.

  • ... und für illegale Bärenkämpfe, die noch in einigen Regionen Pakistans stattfinden, "vorbereitet": Den Bären werden die Eckzähne und Krallen gezogen, dann werden sie mit einem kurzen Strick an einem Baumstumpf gebunden und Bullterrier und Pitbulls auf sie gehetzt. Ein aussichtsloser Kampf - der Bär kann sich nicht wehren und schreit vor Angst und Schmerz.

 

DIE QUALEN DER BÄREN IN DEN CHINESISCHEN BÄRENFARMEN

Die Höllenqualen der batteriegehaltenen Kragenbären

Meistens zweimal, manchmal jedoch auch bis zu viermal täglich - je nach Nachfrage des Marktes -, wird den Bären Gallenflüssigkeit abgezapft - eine sehr schmerzhafte Prozedur. Aber nicht nur während dieses Eingriffes schreien die Tiere vor Schmerzen und schlagen mit ihren Tatzen wild um sich. Allein durch die Haltung in Gitterkäfigen in der Größe von 60 cm x 120 cm - gleich den Hühnerbatterien -, in denen sie sich nicht einmal aufrichten oder aufsetzen, geschweige denn bewegen können, erleiden sie unsägliche Qualen.

Darüber hinaus ziehen sie sich durch die ständige Reibung an den Gitterstäben Verletzungen zu, die nicht behandelt werden. Ebenso unbehandelt bleiben die Folgeschäden, die durch den Entzug der Gallenflüssigkeit entstehen, wie z.B. Koliken und eitrige Entzündungen.

Die operative Einbringung der Kanüle durch meist nicht qualifiziertes Personal, mit der die Gallenblase angezapft wird, überlebt nur jeder zweite Bär!!!


Wofür diese Qualen?

Bären-Gallensaft enthält u. a. Gallensäure, die in verschiedenen Formen wie Pulver, Tabletten, Salben, Tinkturen, Zäpfchen, Augentropfen, Tee etc. auf den Markt kommt. Es werden Mittel hergestellt zur Behandlung von Fieber, Entzündungen, Brandverletzungen, Schwellungen, Prellungen, Gelbsucht, Darminfektionen, Krämpfe, Bluthochdruck und vielem anderen mehr. Vor 1980 war die Nachfrage nach Bärengalle mit 500 kg pro Jahr im Vergleich zu jetzt mit mehr als 7.000 kg pro Jahr gering, wobei auch immer mehr neue Produkte wie Gallen-Shampoo, -öl oder -wein erfunden werden. Alle diese äußerst tierquälerisch produzierten Arzneien lassen sich durch pflanzliche und synthetische Mittel ersetzen, so dass es bei einem Handelsverbot von Gallensaft auf keinen Fall zu medizinischen Engpässen kommen würde. Darüber hinaus gelten Bärentatzen (erhältlich um 250 bis 500 Euro), aber auch andere Teile, die unter anderem in Suppen verarbeitet werden, als gesundheitsfördernde Delikatesse.

Kann das legal sein?

Derzeit gibt es in China 247 Farmen mit insgesamt 7.000 Bären. 24 Bärenfarmen halten jeweils mehr als 100 Bären, eine Farm sogar mehr als 700 bis 800 Bären. Laut chinesischem Naturschutzgesetz dürfen Bärenprodukte in China gehandelt werden, aber für die Gallensaftproduktion dürften keine Bären aus Wildfängen verwendet werden. Aber aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate in den Farmen und der immer größer werdenden Nachfrage nach Gallensaftprodukten erfolgt der Nachschub für die Bärenfarmen aus der Wildnis - illegal. Die Bärenjungen kommen aus Vietnam, Laos, Indien oder Thailand und werden nach China eingeschmuggelt. Ein Bärenjunges kostet ein durchschnittliches Jahresgehalt. Der illegale Handel mit Produkten von Wildfängen floriert, da diesen eine bessere Qualität und somit Wirksamkeit zugestanden wird, als jenen aus den Bärenfarmen.

Durch das Washingtoner Artenschutzabkommen, dem auch China beigetreten ist, ist der Kragenbär international geschützt und auch der Handel mit Bärenprodukten verboten. Aber auch das Washingtoner Artenschutzabkommen wird vielfach umgangen:
Da die Gallenblase des streng geschützten Kragenbärens schwer von einem in Nordamerika erlegten Schwarzbären (der lediglich auf Anhang II der Artenschutzabkommens zu finden ist und somit legal, wenn auch kontrolliert, gehandelt werden darf) zu unterscheiden ist, ist hier dem Betrug Tür und Tor geöffnet. Voriges Jahr beschlagnahmten Justizbeamte in Virginia 300 Bärengallen, die von illegal getöteten Bären stammten. Gallensaftprodukte werden nach Japan, Korea, Hongkong, Taiwan, Singapur und den Philippinen verkauft. Auch in Australien, Kanada, England und den USA findet man derartige Produkte.

Boykottieren Sie Gallensaftprodukte!

Die chinesische Regierung war lange Zeit bestrebt, den lukrativen Handel mit Gallensaftprodukten zu legalisieren und auszuweiten. Aufgrund internationaler Proteste der TierschützerInnen stoppte sie jedoch die Pläne, die kommerzielle Nutzung auf 40.000 Bären auszuweiten. Die Proteste hielten jahrelang an und jüngst wurde als langfristiges Ziel die Schließung aller Bärenfarmen beschlossen. Im ersten Schritt sollen 500 Bären aus allerschlechtester, erbärmlichster Haltung "entlassen" werden. Zur Unterbringung dieser Tiere soll ein Bärengehege errichtet werden.

Weitere Informationen (auch Seiten in deutscher Sprache) zur aktuellen Situation finden Sie unter:
www.animalsasia.org