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Wir sind zu Gast in einer Tierarztpraxis in Maintal, das knapp 37.000 Einwohner zählt und östlich von Frankfurt am Main liegt. Hier wird Schulmedizin betrieben, auf Wunsch das Haustier aber auch alternativ therapiert und zum Beispiel mit Physiotherapie oder Phytomedizin behandelt. Die Entwurmung und Impfung von Hund und Katze gehören zum Standardprogramm, in puncto Flöhe und Co. kommt es dagegen auf den Einzelfall an. "Ich kläre mit dem Tierhalter das eigentliche Risiko. Tollt der Hund öfter mit anderen Artgenossen im Hundeauslauf? Stromert er in Ställen herum? Oder betreut der Tierhalter auch Tiere im Tierheim und nimmt seinen Hund dorthin mit? Überall wo ein Infektionsdruck da ist, empfehle ich vorzubeugen", erklärt Tierärztin Dr. Esther Seyfried. Auch seien die Tiere sehr unterschiedlich, mancher Hund nimmt jeden Floh mit, andere Artgenossen werden überhaupt nicht gestochen. Und manche Tiere reagieren mit Pusteln und Ausschlag auf den Flohspeichel - sie haben eine Flohspeicheldermatitis entwickelt.

"Natürlich kann man abwarten, bis der Floh da ist - das machen manche Hundehalter. Aber wenn ich bei einer Untersuchung den Floh bereits durchs Fell flitzen sehe, ist das schon die Spitze des Eisbergs", erzählt Seyfried. Denn zu diesem Zeitpunkt hockt bereits der Rest der Meute inklusive Nachwuchs - immerhin rund 90 Prozent der Flohbevölkerung - unbekümmert in Ritzen, Teppichen und Möbeln.

Daher ist eine gründliche Flohbekämpfung langwierig und dauert mehrere Monate, was auch an der rasend schnellen Vermehrung der Flöhe liegt. Aus einem Floh können innerhalb von vier Wochen 2.000 Flöhe werden und binnen acht Wochen mehr als 100.000. Bereits 24 Stunden nach der Befruchtung legen die Flohfrauen rund 30 Eier täglich, sie fallen aus dem Fellkleid und verteilen sich in der Wohnung und im Hunde- oder Katzenkörbchen. Aus dem Ei schlüpfen genügsame Larven, die mit dem Vertilgen von Flohkot und anderen organischen Abfällen wie Hautschüppchen über die Runden kommen. Letztendlich spinnen sich die Larven einen Kokon, in dem geschickt Schmutzpartikel, die der Flohpuppe ein schickes Tarnkleid verleihen, eingearbeitet werden. Wenn alles stimmt, die Zimmertemperatur angenehm ist, wird aus dem Ei binnen drei Wochen ein erwachsener Floh. Der Floh kann aber auch gut geschützt in seinem Kokon mehrere Monate ausharren.

 

Quelle:

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=95841;bernr=23

31.08.2010