Verreisen nur mit blauem Tierpass
Sie müssen für Hund und Katze einen blauen EU-Heimtierausweis mit sich führen

Tierhalter, die ihren Vierbeiner im Urlaub mit ins Ausland nehmen möchten, dürfen eines auf keinen Fall versäumen: Sie müssen für Hund und Katze einen blauen EU-Heimtierausweis mit sich führen. Der früher als Ausweis genutzte gelbe Impfpass, ist nach den aktuellen Bestimmungen für Auslandsreisen nicht mehr ausreichend.

 

Das neue reisepassähnliche Dokument ist beim Tierarzt erhältlich. Im EU-Pass sind entweder die Tätowierung oder die Mikrochipnummer des Hausgenossen eingetragen. So kann das Tier zweifelsfrei identifiziert werden. Darüber hinaus müssen Zöllner einen Eintrag bezüglich einer aktuell gültigen Tollwutimpfung finden können.

Tierbesitzer, die ohne Ausweis Deutschland verlassen, laufen Gefahr, an den EU-Grenzen Schwierigkeiten zu bekommen. Im übelsten Fall werden sie von den Grenzbeamten an der Weiter- bzw. Wiedereinreise nach Deutschland gehindert.

Grundsätzlich empfiehlt sich vor Auslandsreisen außerdem die Konsultation eines Tierarztes. Vor allem in südlichen Urlaubsländern bedrohen unsere Haustiere zum Teil schwer behandelbare Tierkrankheiten, die teilweise erst Jahre nach dem Auslandsaufenthalt zum Ausbruch kommen. Der Veterinär kann Auskunft darüber geben, welche Länder besonders gefährlich sind. Soll das Tier trotzdem mit auf große Fahrt, können mit der Hilfe des Tierdoktors geeignete Vorbeugemaßnahmen getroffen werden, um die Gefahr einer Ansteckung zumindest so gering wie möglich zu halten.
 
Quelle: http://www.aktiontier.org/

 

Aufzählung Tierkrankheiten können teuer sein.
Aufzählung Chronische Leiden auf dem Vormarsch.
 
Wien. Waldi möchte bei jedem Wetter Gassi geführt werden. Das birgt einige Risiken: Er kann sich verkühlen oder bei einer Rauferei mit Rambo schwer verletzt werden.
 
Was bei Menschen die Sozialversicherung bezahlt, muss bei Haustieren aus eigener Tasche berappt werden – und das kann teuer werden. In Österreich gibt es seit zehn Jahren eine Krankenversicherung für Hunde und Katzen. Nicht zu verwechseln mit der obligatorischen Haftpflichtversicherung für Hunde. In Großbritannien und Skandinavien ist so eine Versicherung längst Usus.

"Hierzulande ist sie eher noch die Ausnahme", sagt Robert Svoboda von der Allianz Versicherung, die als einzige in Österreich einen sogenannten "pet-plan" anbietet. 3600 Verträge gibt es bundesweit; 80 Prozent davon für Hunde, der Rest für Katzen. Seit zwei Wochen übrigens bietet die Allianz ihr Produkt auch in Deutschland an.
 
Gedeckt werden laut Svoboda nur unvorhersehbare Erkrankungen. Die meisten "Schadensfälle" bei der Haustierversicherung sind langfristige, chronische Erkrankungen: Allergien und Magen- oder Leber-Leiden. Auf Platz zwei sind Tumorerkrankungen und deren Operation, gefolgt von Verletzungen oder Unfällen. Eine Kreuzband-OP beim Hund beispielsweise kann locker 1500 Euro kosten. Zuchtbedingte Erkrankungen, die fast alle Rassehunde aufweisen, sind hingegen nicht gedeckt. Auch routinemäßige Impfungen und Entwurmung bezahlt die Versicherung nicht.
 
Die Haustierversicherung ist ganz klar ein "Stadtprodukt", wie Svoboda betont. 60 Prozent aller Polizzen wurden in Wien und Wien-Umgebung abgeschlossen: "Der Hund auf dem Bauernhof wird eher nicht versichert."
 
In der Hunde-Hauptstadt Wien liebt man die Vierbeiner. Im Jahr 2007 wurden hier 51.150 angemeldete Hunde gezählt. Die Dunkelziffer dürfte etwa doppelt so hoch sein, schätzen Experten. Sehr angesagt sind derzeit Labradore, Möpse oder Weimaraner. Es gibt Hundesalons, kleine Regenmäntelchen, schicke Leinen aller Art – was liegt daher näher, als die Haustiere auch gegen Krankheiten zu versichern?
 
Kein Geld für Operation
 
Tierarzt Florian Herold ist von der Sinnhaftigkeit einer solchen Versicherung überzeugt: "Ich hab lange Zeit in England gelebt, dort ist so eine Versicherung selbstverständlich. Wer mit einem Welpen in die Praxis kommt, wird über Impfungen und Entwurmung informiert, und es wird ihm geraten, eine Versicherung abzuschließen." Ist ein Tier schwer verletzt, braucht es eine Operation oder Medikamente, sind ein paar tausend Euro nämlich relativ schnell weg, weiß der Veterinär. Außerdem: "Es ist als Tierarzt extrem frustrierend, wenn du weißt, dass du was tun könntest, und dann ist kein Geld da und das Tier muss eingeschläfert werden."
 
Herold hat der Allianz deshalb angeboten, Tierärzte als Kooperationspartner für den "pet-plan" zu gewinnen. Aber die Versicherung, derzeit der Platzhirsch in diesem Segment, spielte nicht mit: "Die Allianz war von der Idee zwar begeistert, hat dann aber kein Geld dafür gehabt", so Herold. Er gibt weiters zu bedenken, dass eine Haustierkrankenversicherung Tierärzten die Möglichkeit bieten würde, sich weiter zu entwickeln. Da den Besitzern für komplizierte und kostspielige Eingriffe oft das Geld fehle, würden Veterinäre meist nur Standardoperationen durchführen und könnten so nichts dazulernen.
 
Aber nicht alle Tierbesitzer wollen eine Versicherung. Marion S. hat seit einigen Tagen einen Labrador-Welpen daheim. Sie denkt nicht daran, ihren Liebling zu versichern: "Wer sich die Behandlung für sein Tier nicht leisten kann, sollte sich keines anschaffen", meint sie.
 
Dass sie den Hund einmal aus Geldmangel einschläfern lassen müsste, kann sie sich nicht vorstellen: "Da spar ich halt dann woanders."

Von Alexa Jirez
Freitag, 25. Juli 2008
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4103&Alias=wzo&cob=362855

 

Menschen schätzen das Knurren anhand der Klangfarbe ein

Wenn Menschen aus dem Knurren eines Hundes auf dessen Größe schließen, spielt die Tonhöhe des Geräuschs nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger für das Einschätzen der Größe ist die Art, wie die Laute zwischen Kehlkopf und Maul des Hundes verstärkt werden. Das hat die britische Wissenschaftlerin Anna Taylor von der Universität von Sussex in Brighton in Tests mit Freiwilligen gezeigt, denen sie am Computer manipulierte Laute von Hunden vorspielte.

 

Die Forscherin machte zunächst Tonaufnahmen von mehr als hundert knurrenden Hunden, indem sie – nur mit einem Mikrofon bewaffnet – vorsichtig in deren Territorium eindrang. Als erfahrene Verhaltensforscherin hätte sie sich immer rechtzeitig wieder in Sicherheit bringen können, ehe es gefährlich wurde, erklärt sie. Die Aufnahmen spielte die Forscherin dann Freiwilligen vor, die anhand des Geräuschs die Größe des Hundes schätzen sollten.

Das wesentliche Kriterium dabei sind die sogenannten Formanten, ergab die Untersuchung. So bezeichnen Akustiker bestimmte Bereiche im Frequenzspektrum einer Stimme, die durch den Stimmapparat besonders verstärkt werden. Diese Verstärkung kommt durch Resonanz beziehungsweise Dämpfung im Kehlkopf, im Rachen und in der Mundhöhle zustande. Auch in der menschlichen Stimme gibt es typische Formanten, die beispielsweise für das Verständnis der Vokale nötig sind und sich von Mensch zu Mensch individuell unterscheiden. So sind Formanten bei der Erkennung einer bekannten menschlichen Stimme ein wesentliches Kriterium.

Doch auch bei der Hundestimme lassen sich Menschen von Formanten leiten, konnte Taylor zeigen: Die Forscherin manipulierte bei den Aufnahmen den Grundton des Knurrens, der dadurch entweder höher oder niedriger wurde, ließ jedoch das Verhältnis der Formanten gleich. Trotz dieser Manipulation konnten die Probanden die Größe des Hundes noch gut einschätzen. Im zweiten Fall ließ Taylor die Grundfrequenz gleich und veränderte nur die Lage der Formanten, worauf die Freiwilligen sehr viel schlechter in ihren Schätzungen lagen.


Nature, Onlinedienst, DOI: 10.1038/news.2008.852

ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald
Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/291720.html

 

Forscher: Hunde verstehen das Bellen ihrer Artgenossen

Hunde können unterscheiden, ob andere Artgenossen um Aufmerksamkeit oder zur Abwehr von Fremden bellen. Damit können die Tiere nicht nur über ihr Verhalten, ihre Mimik und ihre Gerüche miteinander kommunizieren, sondern verstünden vermutlich auch ihr Gebell, erklären Forscher um Péter Pongrácz von der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest. Bislang gilt das Bellen als eine dem Hund anerzogene Kommunikationsform mit dem Menschen. Die Forscher spielten Hunden zwei verschiedene Bellversionen vor, wobei sich der Herzrhythmus in charakteristischer Weise änderte, sobald ein Hund beispielsweise vom Abwehrbellen zum Aufmerksamkeitsbellen wechselte.

 

Die Forscher mussten sich eine besonders raffinierte Versuchsanordnung ausdenken, um die Reaktionen von Hunden auf das Bellen von Artgenossen zu untersuchen. Sie spielten 14 verschiedenen Rassen – darunter Schäferhunde und Golden Retriever – das Bellen eines Mudi genannten ungarischen Hirtenhundes vor. Dabei nahmen die Forscher den Herzrhythmus der zuhörenden Tiere auf. Zunächst spielten sie 25 Sekunden lang ein Abwehrbellen vor, wobei die Herzfrequenz der Zuhörer stark anstieg und sie ihren Kopf dem Lautsprecher zuwandten. Das Abwehrbellen wiederholten sie zweimal: Die Zuhörer gewöhnten sich daran und die Herzfrequenz sank. Als sie mit der vierten Einspielung ein Aufmerksamkeitsbellen folgen ließen, schlug das Herz wieder schneller.

Zur Kontrolle spielten die Forscher auch andere Geräusche vor, etwa eine Bohrmaschine und einen brummenden Kühlschrank. Darauf reagierten die Tiere nicht. Die Hunde merken, wenn sich das Bellen verändert, und können daher die verschiedene Varianten auseinanderhalten, schließen die Forscher. Hunde äußern sich gegenüber fremden Menschen oder ihren Frauchen oder Herrchen in verschiedenen Situationen durch ganz charakteristisches Bellen, etwa um Aufregung oder Angst auszudrücken, Aufmerksamkeit einzufordern oder sich zu verteidigen. Wenn Menschen dieses unterschiedliche Bellen ihrer Hunde auseinanderhalten können, so liege es nahe, dass dies auch die Hunde selbst können, sagt Pongrácz.

„New Scientist“, Onlinedienst

Originalarbeit der Forscher: Applied Animal Behaviour Science, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1016/j.applanim.2008.01.022

ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

Q: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/291132.html

 

Die Landesregierung hat den Vorschlag für strengere Regeln für Hundehalter jetzt ohne Änderungen gutgeheißen. Der Gemeindebund hatte ja massiv gegen den vorliegenden Gesetzesentwurf protestiert.

Gemeinde ist Anlaufstelle
Bei gefährlichen Hunden muss der Besitzer künftig eine Art "Hunde-Führerschein" nachweisen, allenfalls kann das Tier auch aus dem Verkehr gezogen worden. Anlaufstelle ist die Gemeinde. Sie muss auch feststellen, welcher Hund gefährlich ist und welcher nicht.

Die Landesregierung hält an der Regelung auch nach der Kritik des Gemeindebund-Präsidenten und Hallwanger Bürgermeisters Helmut Mödlhammer (ÖVP) fest. Der hatte ja gewarnt, dass auf die Gemeinden mit dem Gesetz eine Anzeigenflut und ein bürokratisches Chaos zukomme.

www.orf.at

06.05.2008