TV-Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg gibt Tipps für den lauten Jahreswechsel
 
 

Wenn es die Deutschen zu Silvester wieder so richtig krachen lassen, verkriechen sich auch wieder Zehntausende von Hunden und Katzen ängstlich unterm Sofa. Tiere haben schließlich ein bedeutend empfindlicheres Gehör als der Mensch, für sie sind explodierende Raketen und Böller echter Stress. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. bat TV-Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg um Tipps für verantwortungsvolle Tierhalter:

 

 

·          Zitternde Tiere nicht trösten, das bestärkt sie nur in ihren Ängsten

·          Keine Ohren verstopfen, das regt sie nur noch mehr auf

·          Sinnvoll ist ein vorheriges Geräusch-Training mit speziellen CDs vom Tierarzt

·          Angstlösende Medikamente vom Tierarzt helfen unmittelbar, leichte Beruhigungsmittel wie Baldrian reichen nicht aus

·          Wahre Wunder werden zuweilen von alternativen Präparaten wie Homöopathika (Phosphorus) oder Bach-Blütenextrakten berichtet

·          Ganz wichtig: Die Tierhalter dürfen selber keine Angst vor dem Knallen haben, das würde sich auf ihre Tiere übertragen

 

Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale: "Wer ängstliche Heimtiere besitzt, sollte eines auf keinen Fall tun: Selber mitknallen. Dies wäre ausgesprochen verantwortungslos." Weitaus sinnvoller sei es, die Vorhänge zu schließen und Fernseher, Radio oder den CD-Player auf eine etwas höhere Lautstärke zu stellen. "Für mich ist der Silvesterlärm ohnehin unsinnig, teuer und akustische Umweltverschmutzung", ergänzt Dr. Spangenberg.

 

Ueber die Festtage geht das „Grosse Fressen“ nicht nur für uns Menschen, sondern oftmals auch für unsere Vierbeiner los. Neben überdimensionalen Extraportionen Lachs, Schinkli, Guetsli, Schöggeli und speziellen tierischen Weihnachtsmenus schlagen Hund und Katze vor allem die verschiedenen Festtagsdekorationen lebensgefährlich auf den Magen. Schinken-Netzli aus dem Mülleimer oder die Schöggeli vom Christbaum (meist mitsamt Alufolie und zusätzlichen Verzierungen) sind gefährliche Fremdkörper und müssen oft vom Tierarzt operativ aus dem Tierkörper entfernt werden. OH, DU GEFÄHRLICHE... TIERISCHE WEIHNACHTSGEFAHREN

Aber auch sonst lauern zu Weihnachten so einige Gefahren auf unsere Vierbeiner:

 

-        Kein Katzenbaum: Christbäume ziehen Katzen magisch an. Leider oft mit gefährlichen Folgen: Verschluckte Tannennadeln, Trinken des Tannenwassers aus dem Christbaumständer, Fressen von Lametta oder anderen Weihnachtsdekorationen und brennende Kerzen können für unsere Stubentiger lebensgefährlich werden.

 

-        Schokoladenverbot: So liebs auch gemeint ist, Katzen brauchen keine Weihnachtsschokolade. Im Gegenteil: Das süsse Braun verursacht bei unseren Stubentigern Gesundheitsstörungen.

 

-        Vorsicht Gift: Eine willkommene Winterabwechslung für viele Katzen, sind Pflanzen, die im Haus überwintert werden. Die schreien geradezu danach, angeknabbert zu werden. Viele Pflanzen eignen sich jedoch absolut nicht für Katzenmägen und können zu Vergiftungserscheinungen führen. Grundsätzlich gilt: Pflanzen, die für Menschen leicht giftig sind, können bei Katzen schwere bis tödliche Vergiftungen hervorrufen. Ob giftig oder nicht, finden Sie heraus unter www.giftpflanzen.ch oder beim Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum Telefon 044 251 66 66 oder unter www.toxi.ch (für Notfälle Telefon 145).

 

Mit Menschköpfchen zum Katzenwohl – so wird jeder Haushalt katzensicher In ihrer Broschüre „Vorsicht Katzenfalle“ macht die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz auf gefährliche Alltags-Einrichtungen aufmerksam und gibt Tipps für einen katzensicheren Haushalt. Die Broschüre kann mittels frankiertem Rückantwortcouvert kostenlos bei der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz, Zürcherstrasse 119, 8406 Winterthur, Tel. 052 269 20 01 angefordert werden oder ist auf dem Internet unter www.susyutzinger.ch abrufbar.

http://www.dailynet.de/News-file-article-sid-10595.html

 

Wie auch beim Menschen, bedeutet die Vorweihnachtszeit für Haustiere mehr Stress als Ruhe. Auch die niedrigen Temperaturen machen den Tieren zu schaffen. Machen Sie daher einen "Wintercheck" für ihr Haustier.

Menschenmassen verschrecken Hunde
Häufig werden Hunde zur Erledigung von Weihnachteinkäufen mitgenommen. Die Menschenmassen sind aber vor allem für ängstlichere Hunde sehr bedrohlich. Die unterschiedlichen Gerüche und die Enge macht sie nervös.

Fast jeder Hund braucht vorerst eine gewisse Distanz zu fremden Dingen und Personen, eine Annäherung muss für ihn langsam erfolgen. Dafür ist in einer Einkaufsstrasse keine Zeit, man kann beobachten wie die Hunde meist hin und herzerren und sich ständig umschauen. Dazu kommen dann noch gestresste Besitzers.
   
 Hund kaut an Weihnachtsmann-Puppe (Bild: APA)
   
  
  
  
 
   

Hunde nicht zum Einkaufen mitnehmen
Die Folge ist oft, dass ein sonst völlig gutmütiger Hund schnappt. Am Besten also den Hund wenn irgendwie möglich zu Hause lassen (nicht im Auto). Der etwas ausgedehntere Spaziergang im Wald sollte auch nicht zu Gunsten eines Punschstandbesuches wegrationalisiert werden.  
  
 
 
Temperaturschwankungen stressen Tiere
Gerade November und Dezember sind Monate, in denen es bekanntlich noch zu stärkeren Temperaturschwankungen kommen kann. Von Plus 15 bis Minus 5 Grad ist alles möglich. Dazu kommen noch die Luftdruckveränderungen, das alles macht Haustiere gereizt und unruhig.
   
 
 
Auch Haustiere können Schnupfen bekommen
Der Temperaturwechsel schwächt auch das Immunsystem, der Fellwechsel ist ebenfalls für den Tierkörper anstrengend gewesen.

Schnupfen, Husten, oft sogar Mandel und- Kehlkopfentzündungen sind möglich. Die Infektion läuft bei Mensch und Tier gleich ab: Durch die kurzzeitige Unterversorgung der Schleimhäute mit Blut, ist an diesen Stellen auch kein Antikörperschutz parat und ein Virus kann eindringen.
   
 
   Frau wirft Schneeball, Hund rennt davon. (Bild: APA)
  
  
  
 
   
Was tun bei Schnupfen?
Am häufigsten ist die so genannte Tröpfcheninfektion, also eine Ansteckung über die Luft durch niesen oder husten. Dabei ist auch eine Übertragung von Mensch auf Tier und umgekehrt möglich.

- Geringgradige Entzündungen heilen schnell ab, wichtig ist es dem Tier zu helfen seine Nasenöffnungen freizuhalten. Das eingetrocknete Sekret vorsichtig mit einem Wattebausch mit Käspappeltee oder warmen Wasser lösen, nachher eine Fettcreme um die Nasenöffnungen schmieren.

- Die Umgebungstemperatur kann ruhig etwas kühler sein, maximal 20 Grad, eine höhere Luftfeuchtigkeit ist das Allerwichtigste. Durch schleimhaut-abschwellende Mittel (z.B. die für Menschen gedachten Mittel Otrivin und Nasivin funktionieren auch bei den Tieren) wird die Sekretion vermindert und die Öffnungen in die Nebenhöhlen wieder freigegeben.

- Physiologische Kochsalzlösung für Babys mehrmals täglich in die Nase getropft, hält die Schleimhäute feucht und verhindert so Sekundärinfektionen (mit Eiterbakterien, Pilzen) Niemals bei Tieren ätherische Öle verwenden, auch nicht zur Inhalation. Auch verschiedene homöopathische Mittel können verwendet werden, z.B. Euphorbium und Echinacea  
  
 
 
Asthmaschub durch Ätherische Öle
Die von uns Menschen liebgewonnene Angewohnheit uns in der Vorweihnachtszeit mit Duftkerzen, Räucherstäbchen und verdampfenden ätherischen Ölen zu verwöhnen, kann vor allem bei anfälligen Katzen einen Asthmaschub auslösen.

Auch die trockene Raumluft tut das ihre dazu, also immer gut lüften und Luftfeuchtigkeit durch nasse Handtücher auf der Heizung erhöhen.
Passivrauchen ist für unsere Haustiere sehr schädlich. Asthma, chronische Kehlkopfentzündungen und eine hartnäckige Bronchitis sind häufige Folgen.
   
 
 
Zweige auf Adventkränzen teilweise giftig
Eibenzweige, Weihnachtssterne, Mistel-, Stechpalmen- und Efeubeeren werden häufig auf den vorweihnachtlichen Adventsgestecken und den Adventkränzen verwendet. Die Blätter, Blüten und Beeren und sind aber giftig, teilweise sogar tödlich. Auch Kleinkinder sind hier übrigens gefährdet.
   
 
   Katze kaut an Geschenkband (Bild: APA)

  
  
  
 
   
Vorsicht bei Eibe und Buchsbaum
- Eibe: Katzen, Hunde und auch Zwergkaninchen haben sich schon am äußerst gefährlichen Eibengrün vergiftet, weshalb dieses lieber gemieden werden sollten. Bei Aufnahme kleineren Mengen kommt es zu Entzündungen der Magen-, Darmschleimhaut sowie von Nieren und Blase. Größeren Mengen bewirken schnell eine Herz-, und Atemlähmung.

- Vom Buchsbaum braucht ein Hund nur 5 g Blättern pro Kilogramm Körpergewicht fressen, damit eine tödliche Dosis erreicht ist. Erste Symptome sind Erbrechen, Durchfall und Koliken. Bei Aufnahme einer genügenden Menge entstehen Krämpfe und schließlich Lähmungen.

- Der Weihnachtsstern ist besonders giftig für Katzen, hier reicht das Fressen weniger Blätter um eine Vergiftung mit tödlichen Verlauf auszulösen.  
  
 
 
Aufpassen bei Naschereien für Hund und Katze
Ein "Zuviel" an Naschereien wirkt sich beim Hund meist in Form eines unheimlichen Juckreizes aus, der zwar nicht gefährlich ist, aber bei manchen Hunden und Katzen zu Erbrechen oder Durchfall führen kann.

Süßes für Tiere ist Vergleich zum Festtagsbraten harmlos, hier gilt wie überall: Ein kleines Stück Kuchen schadet nicht. Unbedingt Vorsicht nur bei Schokolade, sie ist für Haustiere giftig.
   
 
 
Pfoten vor Salz schützen
Salz auf den Strassen greift die Pfoten an und macht sie einerseits rissig, andererseits kann es durch Belecken der Pfoten und dadurch bei oraler Aufnahme Reizungen des Magen-Darmtrakts auslösen. Pfoten also vor allem bei Hunden immer gut abwaschen. Vor dem Spaziergang mit einer Fettcreme einschmieren hält ebenfalls Schmutz und Salz ab.
   
 
 
Mantel für frierende Hunde
Wenn man das Gefühl hat, dass der Hund friert sollte man ihm einen Mantel gönnen. Hunde, die hauptsächlich in Wohnungen gehalten werden, können kein Winterfell ausbilden.

Den Hund keinen Schnee fressen lassen, keine Schneebälle beim Spielen werfen. Der kalte Schnee kann Magen- Darmentzündungen hervorrufen. Gegen die lästige Schneeballbildung zwischen den Pfoten bei Neuschnee hilft nur ein Kürzen der Haare.
 

http://burgenland.orf.at/magazin/imland/geniessen/stories/240752/

06.12.2007

 

Es ist eine alltägliche Situation - und doch kommt es oft zu Problemen, wenn man einem freilaufenden Hund begegnet. Wir haben Tipps, wie man richtig reagiert.

 

 


Grundsätzlich gilt Leinenpflicht
Prinzipiell gilt ja: Hunde müssen überall an der Leine geführt werden, in Städten besteht zusätzlich auch Beißkorbpflicht. Es besteht immer eine Verwahrungspflicht für den Hundehalter, es dürfte also gar keine freilaufenden Hunde geben, sollte irgendein Schaden dadurch entstehen, haftet immer der Hundehalter.

Immer nur Leine ist trostlos
Die meisten Hundebesitzer möchten ihren Hunden jedoch etwas Freilauf gönnen, ein Leben nur an der Leine ist doch etwas trostlos.
  
Hund liegt auf der Wiese. (Bild: APA)
 
   
Differenzen vermeiden
Mit etwas Rücksichtnahme der Hundebesitzer könnten viele Differenzen vermieden werden, haben doch auch Spaziergänger, Jogger, Radfahrer oder einfach Menschen, die Angst vor Hunden haben, das Recht ohne mulmiges Gefühl - wenn ein freilaufender Hund auf sie zukommt -die Natur genießen zu dürfen.

Deshalb sollte es vom Hundebesitzer schon ein Akt der Höflichkeit sein, seinen Hund zumindest am Halsband festzuhalten, wenn ihm jemand entgegenkommt.  
  
 Hund schleckt sich die Schnauze. (Bild: APA)
    
 
 
Situation abschätzen
Was kann man nun aber tun, wenn einem tatsächlich ein freilaufender Hund entgegenkommt, der einem unheimlich ist.

Zuerst muss man die Situation abschätzen, ob von dem Hund tatsächlich eine Gefahr ausgeht.
   
 
Warnsignale beachten
Es gibt einige Warnsignale (Drohgebärden): Die Nackenhaare werden aufstellt, der Hund knurrt und/oder zieht die Lefzen hoch, er wird steif und angespannt und bewegt sich nur langsam.

Andere Gebärden, wie Nicht-Wedeln sind nicht so eindeutig, auch wedelnde Hunde können plötzlich zuschnappen.  
  
 
 
Richtiges Verhalten
Wie verhält man sich nun richtig? Es kommt auch darauf an, ob man mit Hund oder ohne unterwegs ist, ob als Jogger oder mit kleinen Kindern.
   
 
Als Spaziergänger ohne Hund
Am Besten, so tun, als ob der Hund nicht vorhanden wäre, langsam und normal weitergehen, ihn nicht ansprechen, nicht stehenbleiben, nicht angreifen. Wenn geht, nicht anstarren, da fühlen sich manche Hunde bedroht. Keinesfalls davonlaufen, das ist eine Aufforderung zum Spiel oder Kampf (der Jagdtrieb wird provoziert).  
  
 Spielen mit Hund. (Bild: APA)
      
    
Als Spaziergänger mit Hund
Beim Zusammentreffen von ungefähr gleich großen Hunden gilt: Sie machen es sich meist selbst aus. Deshalb ableinen, erst an der Leine werden die meisten Raufer stark!

Sollte es doch zu einer Beißerei kommen, ist es tatsächlich am Besten, man ignoriert sie und entfernt sich ein Stück, nicht hingehen und sich einmischen oder schreien.

Nur wenn ein Hund eindeutig unterlegen ist eingreifen, am Besten man packt die Raufer –beide möglichst zeitgleich -an den Hinterbeinen und zieht sie nach hinten weg.

Keinesfalls sollte man vorne dazwischen greifen, (am Halsband zerren), man wird höchstwahrscheinlich gebissen, sogar vom eigenen Hund, der im Kampfesrausch Freund und Feind nicht unterscheiden kann.

Bei kleinen Hunden empfiehlt es sich diese auf den Arm zu nehmen, aber nicht erst unmittelbar vor dem anderen Hund, sondern schon länger vorher.

Wenn man seinen Hund nicht ableinen kann, weil man zum Beispiel gerade in der Stadt ist, am Besten seinen Hund ganz kurz an die Leine nehmen und zügig vorbeigehen.  
  
 
   Frau mit Hund. (Bild: ORF)
    
 
Als Jogger
Ebenfalls normal weiterlaufen, als ob der Hund nicht vorhanden wäre. Den Hund nicht ansehen. Nur langsamer werden, wenn man angebellt wird oder der Hund anfängt nachzulaufen.

Ruhig mit ihm sprechen, eventuell bekannte Kommandos versuchen wie "Sitz" oder "Nein", dabei mit der Hand nach unten zeigen und kurz streng anschauen.

Die Arme dabei nicht hektisch bewegen, nicht herumfuchteln, am Besten die Hände am Rücken halten oder in die Tasche stecken.  
  
 
   Hund mit Kind. (Bild: APA)
 
  
  
Als Radfahrer
Mit ausreichend Abstand nicht zu schnell vorbeifahren, den Hund nicht erschrecken und bremsbereit sein! Der Fußgänger hat theoretisch Vorrang (egal ob mit oder ohne Hund), also am Besten etwas abbremsen, eventuell klingeln und warten bis man vorbeigelassen wird.

Wenn kein Besitzer in Sicht ist und man von einem Hund in irgendeiner Weise attackiert wird (er bellt oder hinschnappt), stehen bleiben -davonfahren bringt nichts, der Hund ist in jedem Fall schneller! Auf der anderen Seite absteigen, das Rad also dazwischen bringen.

Wieder kurze Kommandos versuchen, dann etwas warten. Wenn man wieder uninteressant geworden ist, langsam weiterfahren. Wird man weiterhin fixiert, der Hund nur auf die nächste Bewegung lauert, ist es besser auf den Besitzer zu warten.  
  
 
 
Als Elternteil mit kleinen Kindern
Viele Kinder neigen dazu, fremden Hunden vorbehaltlos entgegenzutreten, sie haben keine Scheu. Manche Hunde reagieren aber auf diese plötzliche Berührung oder sogar stürmische Begrüßung mit Ablehnung oder Angst.
  
     
Kinder sollten lernen:
Immer fragen, ob man das Tier streicheln darf.
Wenn kein Besitzer zu sehen ist, nicht hingehen
Zuerst Hand beschnüffeln lassen, dann streicheln, nicht plötzlich fest anfassen.

Ängstliche Kinder sollten lernen ruhig zu bleiben, nicht quietschen und hektisch herumrennen und sich dauernd hinter den Eltern verstecken, sondern einfach ruhig weggehen.  
  
 
 
Stehen bleiben und ruhig sein
Rennende und kreischende Kinder, vor allem wenn sie hinfallen, können bei einigen Hunden ein Jagdverhalten auslösen. Besonders gefährlich ist das, wenn zwei oder mehrere Hunde als Rudel auftreten.

Einzige Möglichkeit diese momentan schreckliche Situation zu unterbrechen, ist den Auslöser für dieses Instinktverhalten des Hundes zu eliminieren, also nicht laufen und schreien - stehen bleiben und ruhig sein. Das muss natürlich geübt werden.
   
 
Zeigen und üben
Am besten sollte man seinem Kind diese Extremsituation als Notfallverhalten einmal zeigen, wenn es hinfällt, wie es mit angewinkelten Armen, den Hals schützend, ruhig liegenbleibt, bis der Hund weggeht oder Hilfe kommt.  
  
 
 
Wahllose Angriffe sind selten
Scharfe Hunde, die Menschen wahllos angreifen, sind äußerst selten, man kann solche Vorfälle mit Raubüberfällen vergleichen. Man hat nur zwei Chancen: Entweder es kommt Hilfe oder man kann flüchten. Eventuell helfen kann bei einem Hund der einen bedroht, folgendes Verhalten:
   
 
   
1. Zuerst: Stehen bleiben: Weglaufen provoziert das Beuteverhalten. Blick abwenden, wegdrehen, ruhig mit gesenkten Armen zurückgehen.

2. wenn das keine Wirkung, hat: groß machen, Dominanz zeigen: scharfe Kommandos rufen, die jeder Hund kennt („Aus, Nein..“)

3. Dem Hund zugekehrt bleiben, nicht mit dem Rücken zu ihm stehen.

4. Distanz schaffen, mit Dingen ablenken: Handtasche, Regenschirm oder Pullover, irgendetwas zwischen sich bringen, ev. verbeißt sich der Hund im schlimmsten Fall auch darin.

5. Arme hochhalten, den Hals schützen, wenn er tatsächlich angreifen würde.

6. So wenig wie möglich heftige Abwehrbewegungen machen: Das klingt schrecklich, aber es erhöht die Chancen, dass das Tier von einem ablässt.

Sämtliche Versuche, es durch Schmerzen (treten, auf die Nase schlagen, usw.) zum Loslassen zu bewegen, helfen nicht, im Gegenteil: Sie erhöhen seine Aggression, der Hund wird nur noch rasender, denn im Kampf spürt er keine Schmerzen.  
  
 
 
Niemals Kraft unterschätzen
Niemals sollte man die Kraft und die Gefahr, die von einem mit so scharfen Zähnen ausgestatteten Tieres ausgeht unterschätzen.

Vor allem ist es die Aufgabe des Tierbesitzers hier Vorsorge zu treffen (Hundeschule, sich informieren,..) und bei einem eventuell zweifelhaften Verhalten ein Leben an einer zehn Meter langen Laufleine vorziehen beziehungsweise ihn nur im Garten freilaufen lassen.

www.burgenland.orf.at

23.11.2007

 

Drängelt sich der Hund bei allem dazwischen oder wird die Katze plötzlich unsauber, könnten sie schlicht eifersüchtig sein. Auch Wellensichtige sind vor den überbordenden Gefühlen nicht gefeit. Das beste Gegenmittel ist da Zuwendung. Ansonsten gilt: Unerwünschtes Verhalten wird ignoriert, gewünschtes gelobt.

Der eine fühlt sich hintergangen, der andere ungerecht behandelt. Eifersucht kann die Beziehung zwischen zwei Menschen bis zum Äußersten belasten. «Gut, dass ich mit meinem Hund solche Probleme nicht habe», denken dann manche - und liegen voll daneben. Denn auch Tiere können negativ reagieren, wenn ihre Besitzer anderen mehr Aufmerksamkeit schenken. Doch lassen sich tierische Eifersüchteleien mit den menschlichen vergleichen?

Experten sind sich sicher, dass auch Haustiere eifersüchtig sein können. «Aber nicht so wie wir Menschen», sagt Henriette Mackensen von der Akademie für Tierschutz in Neubiberg einschränkend. «Ihnen geht es darum, ihre Ressourcen zu sichern - das Futter oder den angestammten Rang in der Familie.»

Zwar neigen vor allem Hunde dazu, aber auch andere Tiere zeigen entsprechendes Verhalten: «Das betrifft alle, die in Sozialverbänden leben wie zum Beispiel Wellensittiche, Papageien und Kaninchen», sagt Mackensen. Ausgelöst werde die Eifersucht durch Verlustängste, wie Magdalena Scherk von der Tierrechtsorganisation in Gerlingen bei Stuttgart erklärt.

«Die entstehen bei Hunden oft durch eine dritte Partei - Mensch oder Tier», sagt die Expertin. So werde ein Hund gern als Ersatzkind gehätschelt. Kommt dann ein Rudelrivale daher - etwa ein neuer Hund oder ein Baby - sieht der Hund seine hochrangige Position gefährdet und will sie verteidigen.

«Sind Hunde eifersüchtig, äußern sie das beispielsweise in Form von offensichtlichem Dazwischendrängeln.» Viele Halter sehen sich in Situationen der Zweisamkeit mit dem oder der Liebsten damit konfrontiert, dass der tierische Weggefährte absichtlich stört. «Er fühlt sich dann vernachlässigt», sagt Magdalena Scherk.

Dabei sind das noch gar nicht die schlimmsten Ausbrüche tierischer Eifersucht, weiß Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund. «Im ungünstigsten Fall passiert das durch Aggressivität - indem sie etwas zerstören oder den vermeintlichen Nebenbuhler attackieren», sagt die Tierärztin. Aber auch Bellen oder Zärtlichkeitsbekundungen können darauf hinweisen. «Katzen reagieren gern mit Unsauberkeit.»

 Oft wissen Tierbesitzer nicht, wie sie in solchen Fällen reagieren sollen. «Wichtig ist, diesem Verhalten auf den Grund zu gehen», rät Henriette Mackensen. «Hat sich irgendwas im Lebensstil geändert, kann das der Schlüssel zum Problem sein.» Manchmal sind Halter plötzlich im Beruf sehr eingespannt und können dem Tier weniger Aufmerksamkeit widmen. Die Spaziergänge werden kürzer, die Streicheleinheiten immer spärlicher.

Das registrieren die Schützlinge erstaunlich schnell. Mackensen rät, dem Tier in solchen Fällen mehr Zuwendung zu gönnen. «Wenn es wieder öfter im Mittelpunkt steht, legen sich die Eifersüchteleien schnell.» Kommt ein neuer Vierbeiner in die Familie, muss der andere weiterhin zuerst sein Fressen bekommen. «So bleibt die Rangordnung bestehen.»

Bei Hunden gilt eine grundsätzliche Faustregel erst einmal auch im Fall von Eifersüchteleien: Unerwünschtes Verhalten wird ignoriert, gewünschtes gelobt. Wer das beachtet, kann gewisse Verhaltensmuster ins Positive korrigieren. «Ist die Eifersucht des Hundes allerdings übermäßig auffällig, sollte professioneller Rat hinzugezogen werden. Das gilt ganz besonders, wenn sich die Eifersüchteleien gegen Familienmitglieder richten», rät Magdalena Scherk.

Meistens wüssten Halter vorher, wenn sich innerhalb der Familie etwas ändert, und können entsprechend reagieren, ist sich Henriette Mackensen sicher. «Wenn ein Kind kommt, kann man so früh wie möglich über die erste Begegnung nachdenken.»

So lässt sich verhindern, dass das Kinderbettchen da steht, wo der Hund seinen Schlafplatz hatte. «So lassen sich Eifersuchtsmomente schon im Vorfeld vermeiden», sagt Magdalena Scherk. Schließlich sei Eifersucht keinem Tier angeboren - sie werde von den Haltern provoziert.

http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article5931264/Auch-Haustiere-kennen-die-Eifersucht.html


21.01.2010