Der neue Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG (VW) Herbert Diess teilte der Tierrechtsorganisation PETA Anfang Juni 2018 schriftlich mit, dass das Unternehmen "keine Tierversuche mehr durchführen wird, sofern keine zwingenden - zum Beispiel gesetzliche - Gründe diese erforderlich machen". Weiters wird VW dies auch in die Ethikrichtlinien („Code of Conduct“) mit aufnehmen, was noch heuer passieren soll.

Alle Versuchs-, Studien- und Forschungsprojekte, in die VW involviert ist, werden noch überprüft. Allein in Deutschland unterhält VW beinahe 1.300 Kooperationen mit mehr als 100 Hochschulen und über 60 Forschungsinstituten. Auch diese Überprüfung soll noch heuer abgeschlossen werden.

In Deutschland werden in der zurzeit weltweit einzigartigen Datenbank „AnimalTestInfo“ des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) allgemeinverständliche Zusammenfassungen über alle genehmigten Tierversuchsvorhaben veröffentlicht. Mithilfe dieser durchsuchbaren Datenbank wird die Öffentlichkeit leicht zugänglich und transparent über Tierversuche informiert.

Fetales Kälberserum (FKS) wird als Nährlösung zur Kultivierung von Zellen genutzt. Seine Gewinnung ist extrem grausam. Dabei gibt es längst ethisch einwandfreie Nährmedien, die etwa aus abgelaufenen Blutspenden hergestellt werden. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche will auf diesen Missstand aufmerksam machen und Zellkulturforscher zum Umdenken bewegen.

In der EU müssen gemäß der Chemikalienverordnung (kurz REACH genannt) Chemikalien auf ihre Sicherheit getestet werden. Leider sind hierfür noch immer Tierversuche vorgesehen.
Doch bevor eine Firma zur Beurteilung ihrer Chemikalien Tests an Tieren durchführen darf, müssen diese von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) öffentlich gemacht werden. Danach besteht 45 Tage lang die Möglichkeit, diese Tests zu beeinspruchen. Um dies erfolgreich zu gewährleisten ist sowohl ExpertInnenwissen gefragt als auch umfangreiche Erfahrung für die aufwendige Recherchearbeit vonnöten.

In der Europäischen Union sind Tierversuche für Kosmetika seit 2013 verboten. Auch dürfen seither Produkte, die in Tierversuchen getestet worden sind, nicht mehr innerhalb der EU verkauft und auch nicht mehr in die EU importiert werden.
Doch in 80 % der Länder weltweit sind weiterhin Tierversuche für Kosmetika zulässig.

Nachdem die EU-Abgeordneten des Umweltausschusses mehrheitlich, mit nur einer Enthaltung, einen Entschließungsantrag (hier unter Top 14 abrufbar; siehe auch Presseaussendung des Umweltausschusses vom 20.02.2018) zu einem  w e l t w e i t e n  Verbot von Tierversuchen für kosmetische Mittel verabschiedet haben, hat am 3. Mai 2018 auch die Mehrheit der Abgeordneten im Plenum - nämlich 620 von den insgesamt 751 - dieser Entschließung zugestimmt. Auch soll der weltweite Verkauf tiergetesteter Kosmetika unterbunden werden. (Siehe auch Pressemitteilung des Europäischen Parlaments vom 03.05.2018). 

Laut der Entschließung sollen sich die Präsidenten der EU-Organe bei ihren Treffen mit ihren Amtskollegen, insbesondere mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, für das weltweite Verbot einsetzen. Weiters sollen die Kommission, der Rat und die Mitgliedstaaten ihre diplomatischen Netzwerke nutzen und Allianzen für ein weltweites Verbot bilden und bis 2022 im Rahmen der Vereinten Nationen eine internationale Konvention gegen Tierversuche für Kosmetika in die Wege leiten.