In Deutschland werden in der zurzeit weltweit einzigartigen Datenbank „AnimalTestInfo“ des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) allgemeinverständliche Zusammenfassungen über alle genehmigten Tierversuchsvorhaben veröffentlicht. Mithilfe dieser durchsuchbaren Datenbank wird die Öffentlichkeit leicht zugänglich und transparent über Tierversuche informiert.

BfR-Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) haben erstmals gezeigt, dass eine systematische Analyse der allgemeinverständlichen Zusammenfassungen in „AnimalTestInfo“ gezielt Forschungsfelder für neue Alternativmethoden identifizieren kann. Dazu gehören Bereiche der biomedizinischen Forschung, in denen konstant viele Tierversuchsvorhaben geplant sind. „Diese Arbeit zeigt, welcher wissenschaftliche Mehrwert in den allgemeinverständlichen Zusammenfassungen über genehmigte Tierversuche steckt“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „In Zukunft streben wir eine EU-weite Lösung für die Datenbank AnimalTestInfo an. Dies erhöht nicht nur die Transparenz von Tierversuchen, sondern fördert auch die Weiterentwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch.“
Die Ergebnisse der BfR-Studie sind in der Fachzeitschrift PLOS Biology als Open Access Artikel veröffentlicht worden (http://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.2003217).

VW ließ 2014 Affen Dieselgase einatmen, um deren angebliche Harmlosigkeit zu beweisen. Leider sind diese Toxizitätstests an Tieren kein trauriger Einzelfall sondern grausamer Alltag in deutschen Laboren.

Zehn Javaneraffen wurden vier Stunden lang in einem engen Glaskäfig eines Labors in New Mexiko eingesperrt und mussten Auspuffgase eines VW Beetles und eines alten Ford Pick-ups einatmen. Der Versuch wurde im Rahmen einer Studie durchgeführt, die zeigen sollte, dass die Schadstoffbelastung dank moderner Technik abgenommen hat.

Fetales Kälberserum (FKS) wird als Nährlösung zur Kultivierung von Zellen genutzt. Seine Gewinnung ist extrem grausam. Dabei gibt es längst ethisch einwandfreie Nährmedien, die etwa aus abgelaufenen Blutspenden hergestellt werden. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche will auf diesen Missstand aufmerksam machen und Zellkulturforscher zum Umdenken bewegen.

In der EU müssen gemäß der Chemikalienverordnung (kurz REACH genannt) Chemikalien auf ihre Sicherheit getestet werden. Leider sind hierfür noch immer Tierversuche vorgesehen.
Doch bevor eine Firma zur Beurteilung ihrer Chemikalien Tests an Tieren durchführen darf, müssen diese von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) öffentlich gemacht werden. Danach besteht 45 Tage lang die Möglichkeit, diese Tests zu beeinspruchen. Um dies erfolgreich zu gewährleisten ist sowohl ExpertInnenwissen gefragt als auch umfangreiche Erfahrung für die aufwendige Recherchearbeit vonnöten.

Extreme Abmagerung bei Mäusen mit künstlich ausgelösten Tumoren, infizierte Mäuse, deren Sterbeprozess tagelang dauert, Ratten, die bis zur Erschöpfung schwimmen müssen. Zwei Drittel solcher laut EU „schwer belastenden“ Tierversuche wurden von deutschen Forschern zu niedrig eingestuft. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, in der Fachzeitschrift ALTEX erschienenen Studie des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche.