Der neue Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG (VW) Herbert Diess teilte der Tierrechtsorganisation PETA Anfang Juni 2018 schriftlich mit, dass das Unternehmen "keine Tierversuche mehr durchführen wird, sofern keine zwingenden - zum Beispiel gesetzliche - Gründe diese erforderlich machen". Weiters wird VW dies auch in die Ethikrichtlinien („Code of Conduct“) mit aufnehmen, was noch heuer passieren soll.

Alle Versuchs-, Studien- und Forschungsprojekte, in die VW involviert ist, werden noch überprüft. Allein in Deutschland unterhält VW beinahe 1.300 Kooperationen mit mehr als 100 Hochschulen und über 60 Forschungsinstituten. Auch diese Überprüfung soll noch heuer abgeschlossen werden.

 Ein am 25. Jänner 2018 publizierter Artikel in der New York Times löste eine Sturmwelle der Entrüstung aus: Wie US-Gerichtsprotokollen zu entnehmen ist, hat VW hat im Zusammenhang mit der Manipulation der Abgaswerte seiner Dieselautos auch Tierversuche durchführen lassen. Diese sollten offenbar wissenschaftlich belegen, dass der Stickstoffdioxydausstoß der neuen VW-Autos nicht gesundheitsschädlich sei und für den US-Markt zugelassen werden können.

Die Tierversuche wurden von der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) in Auftrag gegeben, einer Einrichtung, die von VW, Daimler und BMW finanziert wurde. (Mitte 2017 wurde die EUGT aufgelöst; Bosch ist schon im Jahre 2013 ausgetreten). Die EUGT beauftragte das Lovelace Respiratory Research Institute in Albuquerque, im Bundesstaat New Mexiko, mit der Tierversuchsstudie. Dabei wurden 10 Javaneraffen (auch Langschwanzmakaken genannt) 4 Stunden lang, eingesperrt in einem Glaskäfig, Dieselabgasen eines neuen Automodells (Beetle) und eines alten Fordmodells ausgesetzt.

Bei dem Beetle handelte es sich um ein manipuliertes Auto, welches im Labor weniger Abgase produziert als im Straßenverkehr. Offenbar sollten die Tierversuche beweisen, dass der Stickstoffdioxydausstoß des neuen (manipulierten) Modells unbedenklich seien und den US-Umweltvorgaben entsprechen. Auch hatte die Weltgesundheitsorganisation Stickstoffdioxyde als krebserregend eingestuft.
Die Studie soll nicht fertiggestellt worden sein. Es soll auch keine Publikationen darüber geben. Auch weiß man nicht, was mit den Affen weiter passiert ist.

Es ist zumindest erfreulich, dass seitens der Politik und der Autoindustriebosse von VW, Daimler und BMW eine eindeutige Ablehnung der Tierversuche erfolgt ist und als „widerlich und absurd“, „überflüssig und abstoßend“, bezeichnet worden sind.
VW hat auch versprochen, den Skandal um diese Tierversuche aufzuklären und einen umfassenden Bericht zu erstellen.

Siehe auch unter Ärzteverein verurteilt Abgasversuche an Affen aufs Schärfste. Kein trauriger Einzelfall