Presseinfo

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé vertreibt Botox-Produkte der britischen Herstellerfirma Ipsen zur Faltenglättung, die noch immer in grausamen Tierversuchen getestet werden. Aus diesem Grund rückt der Dachverband führender europäischer Tierversuchsgegnerorganisationen, die „Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen“ (ECEA), mit seiner Aktionswoche gegen Botox-Tierversuche Nestlé vom 25. bis 30. Juni ins Zentrum der Kritik.

Der neue Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG (VW) Herbert Diess teilte der Tierrechtsorganisation PETA Anfang Juni 2018 schriftlich mit, dass das Unternehmen "keine Tierversuche mehr durchführen wird, sofern keine zwingenden - zum Beispiel gesetzliche - Gründe diese erforderlich machen". Weiters wird VW dies auch in die Ethikrichtlinien („Code of Conduct“) mit aufnehmen, was noch heuer passieren soll.

Alle Versuchs-, Studien- und Forschungsprojekte, in die VW involviert ist, werden noch überprüft. Allein in Deutschland unterhält VW beinahe 1.300 Kooperationen mit mehr als 100 Hochschulen und über 60 Forschungsinstituten. Auch diese Überprüfung soll noch heuer abgeschlossen werden.

In Deutschland werden in der zurzeit weltweit einzigartigen Datenbank „AnimalTestInfo“ des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) allgemeinverständliche Zusammenfassungen über alle genehmigten Tierversuchsvorhaben veröffentlicht. Mithilfe dieser durchsuchbaren Datenbank wird die Öffentlichkeit leicht zugänglich und transparent über Tierversuche informiert.

Fetales Kälberserum (FKS) wird als Nährlösung zur Kultivierung von Zellen genutzt. Seine Gewinnung ist extrem grausam. Dabei gibt es längst ethisch einwandfreie Nährmedien, die etwa aus abgelaufenen Blutspenden hergestellt werden. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche will auf diesen Missstand aufmerksam machen und Zellkulturforscher zum Umdenken bewegen.

In der EU müssen gemäß der Chemikalienverordnung (kurz REACH genannt) Chemikalien auf ihre Sicherheit getestet werden. Leider sind hierfür noch immer Tierversuche vorgesehen.
Doch bevor eine Firma zur Beurteilung ihrer Chemikalien Tests an Tieren durchführen darf, müssen diese von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) öffentlich gemacht werden. Danach besteht 45 Tage lang die Möglichkeit, diese Tests zu beeinspruchen. Um dies erfolgreich zu gewährleisten ist sowohl ExpertInnenwissen gefragt als auch umfangreiche Erfahrung für die aufwendige Recherchearbeit vonnöten.