Die Durchführung von Tierversuchen kann in drei große Bereiche eingeteilt werden:

a) Tierversuche werden durchgeführt, um Substanzen/Stoffe, Zubereitungen und Produkte - sei es als Chemikalie, als Kosmetikartikel, als Arznei-, Wasch-, Körperpflege- oder Nahrungsergänzungsmittel u.v.a.m. – auf ihre Wirksamkeit und Schädlichkeit bzw. Sicherheit und Verträglichkeit für Mensch und Umwelt einzuschätzen.

b) Tierversuche werden zu Übungs-, Versuchs- und Demonstrationszwecken in der allgemeinen, universitären und beruflichen Aus- und Weiterbildung durchgeführt.

c) Tierversuche werden in der Forschung durchgeführt, um neue Erkenntnisse zu erlangen.Dann gibt es noch zahlreiche andere Tierversuche wie etwa bei der Entwicklung und Erprobung von Arzneimitteln, zur Diagnostik von Krankheiten, zur Überprüfung von Impfstoffchargen, zur Manipulierung von Tieren (Herstellung sog. Tiermodelle, von transgenen Tieren, Knock-out-Tieren und Klone), etc.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. und Menschen für Tierrechte pflegen eine Datenbank, die mittlerweile die Beschreibung von über 3.600 Tierversuchen aus allen Bereichen enthält. Auch Tierversuche, die in Österreich durchgeführt wurden, werden dokumentiert.

 

ad a) Tierversuche werden durchgeführt, um Substanzen/Stoffe, Zubereitungen und Produkte - sei es als Chemikalie, als Kosmetikartikel, als Arznei-, Wasch-, Körperpflege- oder Nahrungsergänzungsmittel u.v.a.m. – auf ihre Wirksamkeit und Schädlichkeit bzw. Sicherheit und Verträglichkeit für Mensch und Umwelt einzuschätzen.

Substanzen/Stoffe, Zubereitungen und Produkte müssen, bevor sie in Verkehr gebracht werden, auf ihre schädigende Wirkung für Mensch und Umwelt untersucht werden. Hierfür gibt es eine Reihe von etablierten, standardisierten, oft gesetzlich vorgeschriebenen, Tierversuchstests. Je nach beabsichtigter Anwendung hat eine Substanz, eine Zubereitung oder ein Produkt die in der Folge angeführten Tests – teilweise oder auch gänzlich - zu durchlaufen.

Auch die sog. chemischen Altstoffe, die laut des EU-Chemikalienrichtlinienentwurfes im Rahmen des REACH-Programmes (R=Registrierung, E=Evaluierung/Bewertung, A=Autorisierung/Zulassung, CH=Chemikalien) auf ihre Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt eingeschätzt werden sollen, müssten nach der derzeitigen Sachlage diese Tierversuchstestreihen durchlaufen, w e n n nicht gezielt an einer neuen tierversuchsfreien Teststrategie gearbeitet und auch konsequent umgesetzt wird (mehr dazu unter Tierversuche für Chemikalien - das REACH-Programm).

Der größte Teil der in der Folge angeführten Tierversuchstests sind Toxizitätstests (Giftigkeitstests), die immens belastend und unvorstellbar qualvoll für die Tiere sind, da sie ja systematisch vergiftet werden und an den typischen Vergiftungserscheinungen wie Atemnot, Muskelzittern, Krämpfe, Lähmungen, starker Speichelfluss, Durchfall, Blutungen aus Augen und Nase leiden, besinnungslos werden, ins Koma fallen oder elendiglich zu Grunde gehen. Für die meisten der vergifteten Tiere stellt der Tod eine wahre Erlösung von den entsetzlichen Qualen dar.

1. Hautreizungs- bzw. -ätzungsstest:
Bei diesem Test wird die hautschädigende Wirkung einer Substanz überprüft, die Giftigkeit einer auf die Haut aufgetragene Substanz eingeschätzt.
Auf die geschorenen, aufgeritzten, oft auch abgehäuteten Körperstellen der Versuchstiere - an mindestens 3 erwachsenen Albinokaninchen - wird die zu prüfende Substanz aufgetragen und nach vier Stunden die Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen, Entzündungen etc. registriert. Eine rasierte, aber unbehandelte Stelle dient als Kontrolle.
(Anmerkung: Betreffend der Prüfung auf hautätzende Wirkung gibt es eine bereits validierte und von der EU und OECD (= Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der u.a. Europa, Japan und die USA angehören) anerkannte Ersatzmethode mit einem menschlichen Hautmodellen (TG 431).
Ebenso rechtlich anerkannt ist die validierte Ersatzmethode betreffend der Hautresorption (TG 428).
Anmerkung vom 07.05.2007: Am 27. 04 2007 wurden zwei Ersatztests, die von ECVAM validiert worden sind, frei gegeben. Diese werden künftighin den bislang an Kaninchen durchgeführten Draize-Hautreizungstest völlig ersetzen, indem mit künstlicher menschlicher Haut festgestellt wird, inwieweit eine Chemikalie hautreizend ist oder nicht. Bis jetzt wurden etwa 20.000 Kaninchen jährlich für den Hautreizungstest innerhalb der EU verwendet.)

.2. Photoirritations- bzw. Phototoxizitätstest:
Dieser stellt eine besondere Form der Hautverträglichkeitsprüfung dar. Es sollen hautschädigende Eigenschaften von äußerlich aufgetragenen Substanzen erkannt werden, deren giftige bzw. schädigende Wirkung erst unter dem Einfluss von Licht und Sonne entsteht.
Die Tiere werden mit den Substanzen vorbehandelt, ultraviolettem Licht ausgesetzt und dann auf Hautschädigungen untersucht.
(Anm.: Zu diesem Test gibt es eine bereits validierte und von der EU und OECD anerkannte Ersatzmethode, mit der die phototoxischen Eigenschaften geprüft werden (TG 432).)

.3. Hautallergietest:
Es wird die Gefährlichkeit einer Substanz, die eine allergische Reaktion der Haut verursacht, eingeschätzt.
Zwischen 17 und 30 Albinomeerschweinchen wird die Testsubstanz in die Haut gespritzt oder auf die geschorene Haut aufgetragen. Es werden viele Dosen verabreicht, um (überhaupt) eine lokale Reaktion zu bewirken. Es kommt zur Rötung, Schwellung, Entzündung und Ablösung der Haut.
(Anmerkung vom 07.05.2007: Am 27.04.2007 wurde ein Testverfahren, das von ECVAM validiert worden ist, frei gegeben. Dabei handelt es sich jedoch um kein tierversuchsfreies Verfahren, sondern lediglich um eine neu angelegte Tierversuchs-Teststrategie zur Erkennung von allergisierenden Stoffen, indem den Versuchstieren nur mehr die höchste Dosis verabreicht wird, so dass mit dem neuen Haut-Allergietest an Tieren fünfzig Prozent von Versuchstieren, etwa 240.000 Mäuse jährlich innerhalb der EU, eingespart werden können.)

4. Augenreizungs- bzw. Draizetest:
Die akute Reizung durch eine Substanz bei direkter Verabreichung ins Auge soll eingeschätzt werden.
Pro Substanz werden mindestens drei Albinokaninchen verwendet. Diese werden in Gestellen fixiert und die Substanz direkt ins Auge geträufelt. Das andere Auge dient als Kontrolle. Auftretende Reizungen, Rötungen, Trübungen, Schwellungen, Verätzungen, Geschwüre bis hin zur völligen Zerstörung des Auges werden bis zu 21 Tage registriert und demnach der Grad der Reizung ermittelt.
(Anmerkung: In einigen Ländern wurde der HET-CAM-Test, eine Ersatzmethode zum Draizetest, validiert. Starke Reizstoffe für das Auge können erkannt werden. Die Substanz wird auf die direkt unter der Schale eines bebrüteten Hühnereis liegende Aderhaut geträufelt. Die Reaktion der Aderhaut wird beobachtet.
Anmerkung vom 07.05.2007: Am 27.04.2007 wurden zwei Alternativtests (an Rinder- oder Pferdeaugen von Schlachttieren etwa), die von ECVAM validiert worden sind, frei gegeben. Diese können jedoch den Draize-Augenreizungstest nur teilweise ersetzen, weil damit lediglich Chemikalien, die zu schwerer Augenreizung führen, identifiziert werden können. Doch ECVAM prüft derzeit acht Tests, inwieweit diese den Augenreizungstest am Kaninchen für die Feststellung leicht reizender Chemikalien ersetzen können.)

5. Akuter (oraler oder inhaltiver oder dermaler) Toxizitätstest:
Bei diesem Test wird die Giftigkeit einer Substanz bei einmaliger Verabreichung – normalerweise an 15 bis 30 Ratten – auf den ganzen Körper festgestellt.
Die Substanz wird entweder als Futterbeimischung oder durch Schlundsonden (oral) oder durch Einatmung (inhaltiv) oder über die Haut (dermal) - gespritzt in Muskeln, Venen oder in die Bauchhöhle - verabreicht.
Hierzu wird die LD-50 (letale/tödliche Dosis) bestimmt, die Dosis der verabreichten Substanz, an der 50 % der Versuchstiere sterben. Die Vergiftungserscheinungen wie Atemnot, Muskelzittern, Krämpfe, Lähmungen, starker Speichelfluss, Durchfall, Blutungen aus Augen und Nase, Besinnungslosigkeit, Koma oder Tod werden registriert, um schließlich an den toten Tieren die Stärke der Schädigungen festzustellen.
Obwohl dieser für die Versuchstiere mit unvorstellbaren Qualen verbundene Test laut einer Verordnung in Österreich verboten wurde, wird er – laut der offiziellen Tierversuchsstatistik – noch immer durchgeführt.
Mitunter wird der Test leicht abgewandelt durchgeführt, indem etwa die LD-30 ermittelt wird, und somit "nur" ein Drittel der Tiere vergiftet wird oder indem die Tiere, schon kurz bevor sie an den Vergiftungen elendiglich sterben, getötet werden. Da es hier zu einer Reduzierung von Tierversuchen bzw. einer sog. Verfeinerung der Durchführung kommt, wird diese abgewandelte Variante als Alternativmethode im Sinne der 3 R´s bezeichnet (mehr dazu unter Tierversuchsfreie Methoden.)

6. Chronischer/Subschronischer Toxizitätstest:
Die Folgen einer Langzeitverabreichung einer Substanz werden eingeschätzt.
Es werden 160 Ratten und oft zusätzlich 32 Hunde verwendet. Die Tiere erhalten den Teststoff über einen Zeitraum von 1 bis 2 Jahren mehrfach verabreicht, entweder über eine Schlundsonde direkt in den Magen oder durch Inhalation. Typische Symptome sind: Appetitverlust, Aggression, Ruhelosigkeit, Muskelschwäche, Unruhe, Blutdruckveränderungen, Speicheln, Erbrechen (Hunde), Zittern, blutiger Durchfall, Koma und oftmals der Tod. Am Ende der Experimente werden die Tiere getötet und auf Veränderungen untersucht.

7. Toxizität nach wiederholter Gabe:
Die giftigen Auswirkungen einer Substanz, die wiederholt in nicht tödlichen Dosierungen verabreicht wird, werden eingeschätzt.
Es werden 40 – 80 Ratten und/oder 32 Hunde verwendet. Versuch und Symptome sind dem Test auf akute Giftigkeit ähnlich, nur wird den Tieren die Substanz täglich über einen Zeitraum von 28 – 90 Tagen oral, dermal oder inhaltiv verabreicht. Anschließend werden die überlebenden Tiere getötet und das Gewebe pathologisch und biochemisch untersucht.

8. Kanzerogenitätstest – Test auf krebserregende Eigenschaften:
Die krebserregende Wirkung einer Substanz soll erkannt werden.
Mindestens 400 sehr jungen Ratten oder Mäusen wird die Testsubstanz oral eingegeben, mitunter aber auch dermal oder inhaltiv – je nachdem auf welche Art Menschen mit der Substanz voraussichtlich in Kontakt kommen können. Die minimal giftige Menge wird ermittelt, indem das Gewicht des Tieres beobachtet wird. Die Tiere leiden unter Gewichtsverlust, Lethargie, Unwohlsein, Tumoren bis hin zum Tod. Dieser Test kann bis zu fünf Jahre dauern. Die Auswirkungen der Substanz werden durch Bluttests, krankhaftes Aussehen sowie Prüfung von Veränderungen am Gewebe und einzelnen Organen ermittelt, um die Entstehung von Krebs aufzudecken.

9. Mutagenitätstest – Test auf erbgutverändernde Eigenschaften:
Die erbgutverändernde Wirkung einer Substanz soll erkannt werden.
Mindestens 40 Ratten, Mäusen oder chinesischen Hamstern wird die Substanz oral verabreicht oder in die Bauchhöhle gespritzt. Bei einer Kontrollgruppe wird eine harmlose Substanz verabreicht und bei einer zweiten Kontrollgruppe eine Substanz mit bekanntem mutagenen Potenzial gegeben. Nach spätesten 48 Stunden werden die Tiere getötet und ihre Zellen auf Erbgutschäden untersucht.
(Anmerkung: Ersatzmethoden dazu wurden im Chemikalienrecht (REACH, Anhang VIII, Seite 330 ff, VO Nr. 1907/2006) aufgenommen.)

10. Teratogenitätstest – Test auf missbildende Eigenschaften:
Es wird festgestellt, inwieweit bei oraler Aufnahme einer Substanz körperliche Missbildungen an Embryos im Mutterleib erzeugt werden.
Mindestens 80 schwangeren Ratten oder 48 schwangeren Kaninchen wird während der gesamten Embryonalentwicklung eine bestimmte Dosis oder Konzentration einer Substanz mit einer Schlundsonde verabreicht. Bei den schwangeren Tieren kommt es zu Gewichts- und Appetitverlust, Nasenausfluss, Haarausfall, Durchfall, Austrocknung und eventuell Tod. Noch vor der Geburt werden die Mütter getötet und die Embryonen auf geringe und schwere anatomische Änderungen untersucht. Sind solche vorhanden, werden weitere Untersuchungen durchgeführt.
(Anm.: Zu diesem Test gibt es zahlreiche In-vitro-Methoden (in vitro steht für "im Reagenzglas"), von denen sich drei Verfahren derzeit im Stadium der Validierung durch ECVAM (=European Centre for the Validation of Alternative Methods, einer Forschungseinrichtung der Europäischen Kommission, die für die Validierung von tierversuchsfreien Methoden zuständig ist) befinden. Eines von ihnen ist der Embryostammzellentest (EST), bei dem eine Zugabe von schädlichen Substanzen die Weiterentwicklung der Embryozellen verhindert.)

11. Reproduktionstoxizitätstest – Fortpflanzungsgiftigkeitstest:
Es wird die Auswirkung einer Substanz auf die männliche oder weibliche Fortpflanzungsfähigkeit untersucht.
Es werden etwa 100 weibliche Ratten (davon 80 schwangere) und 40 männliche Ratten verwendet. Um festzustellen, welche Wirkung eine Substanz auf die Fortpflanzung hat, wird sie den Tieren vor und/oder nach der Paarung verabreicht. Es wird beobachtet, wie sich die Substanz auf Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Brutpflege der Nachkommen auswirkt. Veränderungen können sich im Gewebe der Fortpflanzungsorgane, im Gehirn oder an sekundären Geschlechtsorganen zeigen. Die Symptome sind ähnlich der unter "Teratogenität" genannten.
Bei der Prüfung von Chemikalien, die in Mengen von über 1.000 Tonnen produziert werden, muss ein 2-Generationentest an der Ratte (OECD-Prüfrichtlinie 416) durchgeführt werden, bei dem pro geprüfter Substanz rund 3.000 Tiere verwendet werden!

12. Toxikokinetiktest/Resorptionstest
(Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung von Stoffen):
Mindestens 8 Tieren (hauptsächlich Nager, aber auch Hunden) wird die Substanz oral eingegeben oder auf die Haut aufgetragen oder durch Inhalation verabreicht. Es soll festgestellt werden, wie sich der Stoff in welcher Zeit und mit welcher Geschwindigkeit im Körper verteilt, in welchen Organen er sich ansammelt und wie er ausgeschieden wird. Dazu werden Tiere zu bestimmten Zeitpunkten nach Verabreichung getötet, um ihre Organe zu untersuchen. Die Symptome ähneln denen anderer Giftigkeitsprüfungen: Appetitverlust, Nasenausfluss, Haarausfall, Durchfall, Austrocknung, Erbrechen (Hunde).

13. Aquatischer Toxizitätstest:
Es wird geprüft, inwieweit Gewässerökosysteme gefährdet werden. Die tödliche Wirkung von mehrfachen Konzentrationen der Substanz wird an Fischen untersucht.

 

ad b) Tierversuche werden zu Übungs-, Versuchs- und Demonstrationszwecken in der allgemeinen, universitären und beruflichen Ausbildung durchgeführt.

Nach wie vor werden Tierversuche in der allgemeinen, universitären und beruflichen Ausbildung zu Übungs-, Versuchs- und Demonstrationszwecken in den Bereichen der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin, der Biologie, Pharmazie, Biochemie, Genetik, Molekularbiologie, Ernährungswissenschaft, Chemie, Physik, Landwirtschaft und Psychologie gemacht.
Ein typischer Versuch beim Studium der Human-, Zahn-, Tiermedizin und Biologie ist "Galvanis Froschversuch", bei dem längst bekannte physiologische Vorgänge am lebenden Frosch demonstriert werden: Seine Nerven, Muskeln und sein Herz werden freigelegt und elektrisch gereizt. Der/die Experimentierende erfährt, dass der Muskel um so mehr zuckt, je größer die Reizstärke ist. Die Tiere werden bei diesen Versuchen nur schwach narkotisiert, wie aus einer Anleitung zu diesem Versuch zu entnehmen ist: "Falls der leicht narkotisierte Frosch aus der Narkose erwachen sollte, kann man ihn dekapitieren (Anm.: = enthaupten), das Rückenmark ausbohren und den Wirbelkanal zur Vermeidung von Blutung mit einem angespitzten Streichholz verstopfen …" .'(Zitat aus: Über Leichen zum Examen? Hrsg. vom Bundesverband SATIS, Timona-Verlag 1993, S. 400; SATIS ist eine Studentische Arbeitsgruppe gegen Tiermissbrauch im Studium, in D-52072 Aachen, Roermonder Str. 4a)

Im Biologiepraktikum (das auch Mediziner zu absolvieren haben) werden verschiedene Tiere – Insekten, Fische, Ratten - seziert und präpariert.
Biologen haben für zoologische Bestimmungsübungen getötete Insekten, Muscheln, Schnecken und Krebstiere systematisch einzuordnen. Bei den morphologischen Übungen werden eigens dafür getötete Tiere – Regenwürmer, Schaben, Schnecken, Fische, Frösche, Goldhamster und Ratten – seziert. Bei tierphysiologischen Übungen werden Versuche an lebendigen Tieren durchgeführt und z.B. folgendermaßen angekündigt: "Analyse von Blut- und Körperflüssigkeiten. Vergleich der Blutzusammensetzung bei verschiedenen Tierarten. Krebse, Miesmuscheln und Schnecken werden aufgeschnitten und bluten dann aus. Ein Fisch oder ein Frosch und eine Maus werden getötet, um ihr Herz zu öffnen und daraus mit einer Pipette Blut zu entnehmen." (Zitat aus: Über Leichen zum Examen? S. 42 – 43)
Während des Studiums der Tiermedizin werden neben den oben genannten Beispielen auch Übungen durchgeführt - etwa zum Erlernen der Anatomie oder von Operationstechniken -, für die natürlich oder durch Unfall verstorbene bzw. wegen unheilbarer Krankheiten eingeschläferte Tiere und auch Schlachttiere eingesetzt werden. Praktische Erfahrungen wie das Erlernen von diagnostischen Methoden (Rektalisieren, Injektionen, Blutentnahme, Harnkatheter legen, Pansensaft entnehmen etc.) werden mit Tierpatienten oder an Kliniktieren, das sind Versuchstiere, gemacht.

 

ad c) Tierversuche werden in der Forschung durchgeführt, um neue Erkenntnisse zu erlangen.

Die Neugierde, der Forschertrieb sind wesentliche menschliche Wesenszüge, die für unseren Fortschritt unabdingbar sind und selbstredend ihre Berechtigung haben und institutionalisiert – z. B. auf den Universitäten - gefördert werden sollen, ohne sich gleich im vorhinein um den Zweck und die Anwendung kümmern zu müssen. Nur so kann auch die Freiheit der Wissenschaft und Forschung gewährleistet sein. Doch die Freiheit der Wissenschaft und Forschung (und auch der Kunst) endet dort, wo es um die Wahrung der Würde eines Lebewesens, ja um die Bewahrung seines einzigartigen kostbaren Lebens geht. Aus diesem Grund ist der Tierversuch zu Forschungszwecken bedingungslos abzulehnen. Damit wird nicht die Freiheit der Wissenschaft und Forschung eingeschränkt, sondern lediglich die Wahl der Mittel.
Bei der Vergabe von öffentlichen Mitteln ist dem voll Rechnung zu tragen - der Auflagenkatalog ist um ethische Kriterien zu erweitern und es dürfen nur mehr Forschungsprojekte ohne Tierversuche gefördert werden.