Dazu ist prinzipiell zu sagen, dass das Leiden, die Schmerzen, die Ängste und Qualen der Tiere schwer messbare Größen sind und von unzähligen Faktoren abhängt. So lässt sich von aussen kaum, aber selbst intern sehr schwer feststellen, ab  w a n n  ein Tier in einem Tierversuch, der ja sowieso schon einen belastenden, schmerzhaften Eingriff darstellt, unnötigen Qualen ausgesetzt ist.
Objektiv feststellbar ist jedoch, dass durch die meist miserablen Haltungsbedingungen die Versuchstiere großen (Zusatz-) Belastungen ausgesetzt sind, die nicht sein dürften und durch eine artgemäße Unterbringung sofort vermeidbar wären.
Auch könnte durch die Errichtung einer zentralen Datenbank, die alle Tierversuche und Alternativen registriert, Doppel- und Mehrfachtierversuche vermieden werden und so vielen Tieren nicht nur die Schmerzen, sondern der unausweichliche Tod im Labor überhaupt erspart bleiben.

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Tierversuche stößt man immer wieder auf die Trennung in notwendige und sinnvolle Tierversuche einerseits und in unnötige und sinnlose Tierversuche andererseits. Die jeweilige Zuordnung wird vom Zweck abhängig gemacht: Tierversuche für Kosmetika werden gerne – selbst von eingefleischten Tierexperimentatoren - als nutzlos klassifiziert. Sie sind demnach unnötig und sinnlos. Tierversuche für die Entwicklung von Medikamenten etwa werden innerhalb dieses Denkschemas als nützlich erachtet. Sie gelten als notwendig und sinnvoll und werden im selben Atemzug auch gleich ethisch legitimiert und als wissenschaftliche Methode bestätigt.
Aber - es ist ja schon sprichwörtlich geworden - der Zweck heiligt die Mittel nicht: Und so kann die Testung einer Substanz - die für das Versuchstier stets mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden ist und schließlich zu seinem qualvollen Tod führt - nicht allein deshalb ethisch werden, nur weil der am Tier geprüfte Stoff als Arzneimittel und nicht als kosmetisches Mittel verwendet werden soll, das wir Menschen nicht so notwendig haben.
Es ist eine völlig brüchige Logik und fragwürdige Moral, Handlungen gut zu heißen, weil ein persönlicher Nutzen zu erwarten ist. Demnach wäre auch ein Raub als eine gute Handlung anzusehen und ethisch gerechtfertigt, da sie zumindest für den Täter mit dem Nutzen der Bereicherung verbunden ist.