In Österreich müssen StudentInnen keine Tierversuche durchführen, wenn sie dies nicht mit ihrem Gewissen und ihrer ethischen Einstellung vereinbaren können!!! Dies gilt für a l l e Studienrichtungen.

In der schriftlichen Parlamentarischen Anfragebeantwortung Nr. 3345/AB der XVIII.GP vom 10.09.1992 stellte Minister Dr. Erhard Busek klar: "Sollten Studierende aus Gewissensgründen die Vornahme solcher Handlungen (Tierversuche bzw. Untersuchungen an frisch getötetenTieren im Rahmen der universitären Ausbildung in Österreich) ablehnen, wird dies keinesfalls mit einem studienrechtlichen Nachteil verbunden sein."

Elisabeth Gehrer, Buseks Nachfolgerin, hielt sich ebenso an diesen Grundsatz und verbriefte, dass es "auch für mich keinen Grund (gibt), von der … vom seinerzeitigen Bundesminister Dr. Busek zum Ausdruck gebrachten Meinung abzuweichen" (1866/AB XXI.GP).

Auch Dr. Johannes Hahn, der Nachfolger von Gehrer, teilt die Meinung seiner Vorgänger. In einem Schreiben an uns vom 20.03.2007 teilte er mit: " ... und darf in Beantwortung Ihrer Frage darauf hinweisen, dass ich die von meinen Amtsvorgängern festgehaltene Position, wie sie auch in den von Ihnen zitierten parlamentarischen Anfragebeantwortungen zum Ausdruck kommt, weiterhin beibehalte."

Frau Dr. Beatrix Karl, die Nachfolgerin von Hahn, hat ebenso nicht mit der Tradition gebrochen, so dass in Österreich StudentInnen keine Tierversuche durchführen müssen, wenn sie dies nicht mit ihrem Gewissen und ihrer ethischen Einstellung vereinbaren können. Dies wurde uns auf Anfrage schriftlich bestätigt.

Am 16.05.2011 wurde uns auf Anfrage bestätigt, dass sich auch der neue Wissenschaftsminister O.Univ.Prof. Dr. Karlheinz Töchterle der Position seiner AmtsvorgängerInnen anschließt (hier aufrufen).

Am 16.12.2013 wird Dr. Reinhold Mitterlehner zum BM für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ernannt, an den wir abermals unsere Anfrage gestellt haben. (Das Wissenschaftsministerium wurde als eigenständiges Ministerium abgeschafft und mit dem Wirtschaftsministerium zusammengelegt. Das neue Ressort wird künftig die Bezeichnung Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft tragen.)
In seiner Antwort tritt Minister Mitterlehner (in Verkennung der Position des früheren Ministers Busek) unter Hinweis auf Pflichtübungen der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die Tierversuche, wenn auch "nur in sehr geringem Maß" darstellen, lediglich für eine bedingte Freistellung ein.

Wir fordern, dass die Freistellung von Tierversuchen bei Gewissenskonflikten gesetzlich im Tierversuchsgesetz verankert wird, damit nicht jeder einzelne Fall schließlich vom guten Willen des jeweiligen Ministers bzw. der jeweiligen Ministerin abhängig ist.
(Ein Studium ohne Tierversuche ist in Italien, Schweden und der Ukraine möglich.)

Aber vor allem insistieren wir auf ein generelles Verbot von Tierversuchen zum Zwecke der Ausbildung, zumal es gerade in diesem Bereich ausreichend Ersatzmethoden gibt.