Ergebnisse aus den Tierexperimenten lassen sich kaum bzw. nicht in der nötigen Sorgfalt – und schon gar nicht 1:1 - auf den Menschen übertragen, da sich der Mensch mit seinem anders gearteten Stoffwechsel und Organaufbau wesentlich vom Tier unterscheidet. Darüber hinaus sind bei der Entstehung von menschlichen Krankheiten viele Faktoren - etwa Ernährung, Bewegung, Umwelteinflüsse, sozialer Status, seelische und geistige Befindlichkeit – beteiligt, die im Tierexperiment völlig ignoriert werden. Außerdem verstreichen bis zum Krankheitsausbruch oft Jahre.
Dagegen werden bei den vorerst gesunden Versuchstieren, die in sterilen Labors in Käfigen artwidrig und isoliert gehalten werden, menschenähnliche Krankheiten durch massive Eingriffe künstlich erzeugt und dann mit dem Testmedikament behandelt oder bestimmten Eingriffen unterzogen. So überrascht es wenig, dass es trotz millionenfacher Tierversuche immer wieder zu Arzneimittelkatastrophen kommt und es weiterhin nicht den von den Pharmafirmen ständig angekündigten Impfstoff gegen Krebs, Aids, Alzheimer etc. gibt.

Trotz jahrelanger Experimente an Mäusen, Ratten, Kaninchen und Affen, die den Wirkstoff TGN1412 (gegen Blutkrebs, Rheuma und Multiple Sklerose) der Firma TeGenero in extrem hoher Überdosierung – einer um den Faktor 500 höheren Dosis – verabreicht bekamen, wurde der gefährliche Wirkungsmechanismus für den Menschen nicht erkannt. Bei den klinischen Tests kam es bei allen sechs Testpersonen zu lebensbedrohlichen Schäden an mehreren Organen.

Und TGN1412 ist kein Einzelfall: Immer wieder müssen Menschenversuche abgebrochen werden. Etwa die in den USA durchgeführte Studie an 16.000 gesunden Frauen, weil die Hormongaben gegen Wechselbeschwerden Brustkrebs ausgelöst haben.
Beim Test mit einem Alzheimer-Impfstoff der irischen Firma Elan Corporation starben 15 Patienten, obwohl auch diese Arznei ausgiebig im Tierversuch getestet wurde.

Doch selbst Medikamente, die schon auf den Markt sind, mussten nachträglich verboten werden, da es zu schweren schädigenden Wirkungen, Nebenwirkungen und Todesfällen gekommen ist: Das Arthrose- und Schmerzmittel Vioxx von Merck, das Schmerz- und Rheumamittel Bextra von Pfizer, der Cholesterinsenker Lipobay der Firma Bayer (mindestens 52 Tote), das Tierantibiotikum Baytril von Bayer, etc.

Und wegen vermuteter schwerer Nebenwirkungen kommen immer wieder Medikamente in die Schlagzeilen:
Ritalin, das hyperaktiven Kindern verabreicht wird, steht unter Verdacht, Krebs auszulösen.
Hepatitis-B-Impfungen lösen möglicherweise Multiple Sklerose aus.
Pockenimpfung führt vermutlich zu Herzmuskelentzündungen, etc.

Dass sich die Tierversuchsergebnisse nicht wirklich auf den Menschen übertragen lassen, sie keine verbindliche Aussage über die Wirkung beim Menschen zulassen und somit überhaupt keine Sicherheit darstellen, ist aber nicht nur empirisch nachprüfbar, sondern mittlerweile auch schon durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt worden:
Das Paul-Ehrlich-Institut kam in einer Studie zu dem Ergebnis, dass der ATT-Tierversuchstest - eine im Arzneibuch vorgeschriebene Prüfung für Impfstoffe an Mäusen und Meerschweinchen - keine Aussage über die Wirksamkeit beim Menschen zulässt. (Beate Krämer, Margit Nagel, Karin Duchow, Michael Schwanig, Klaus Cußler: "Ist die tierexperimentelle Prüfung auf anomale Toxizität für Impfstoffe, Sera und Immunglobuline noch zeitgemäß? Eine retrospektive Datenanalyse zur Überprüfung der Aussagekraft der Arzneibuchvorschrift V.2.1.5", ersch. im ALTEX 13, 1/96, S. 7-16)

Eine im "British Medical Journal" publizierte englische Untersuchung kam ebenfalls zu dem Resultat, dass die Tierversuchsergebnisse wenig bis gar keine Aussagekraft hinsichtlich der Übertragung auf den Menschen haben. (Pandora Pound, Shah Ebrahim, Peter Sandercock, Michael B. Bracken, Ian Roberts: "Where is the evidence that animal research benefits humans?", ersch. in BMJ Volume 328, 28.02.2004, S. 514-517)

Eine Studie der Food and Drug Administration brachte ans Licht, dass knapp über 50% der an Tieren getesteten und danach für die klinische Erprobung freigegebenen Arzneimittel schwere Schäden – von Organversagen bis hin zum Tod - bei den menschlichen Probanden verursacht haben. (Annual Adverse Drug Experience Report: 1996, U.S. Food and Drug Administration, ersch. 30. Oktober 1997)

Trotzdem wird an der Methode Tierversuch unreflektiert festgehalten. Damit wird eine am Menschen ausgerichtete Medizin völlig blockiert und stellt nicht nur ein fahrlässiges Verhalten gegenüber den PatientInnen dar, sondern schlicht ein Verbrechen gegenüber all den Tieren, die unter extremen Qualen, Leiden und Schmerzen zu Millionen in den Labors hierfür ihr Leben lassen müssen.

Nicht nur aufgrund der wissenschaftlich abgesicherten Datenlage über die Nutzlosigkeit von Tierversuchen, sondern auch aus ethischer Verantwortlichkeit gegenüber dem Mitgeschöpf Tier, fordern wir TierversuchsgegnerInnen, dass endlich der Tierversuch als unwissenschaftliche, veraltete, unverlässliche, unsichere, ja gefährliche und vor allem brutal-rohe Methode ad acta gelegt wird - zumal es zahlreiche tierversuchsfreie Methoden gibt.