Die letzte aktuelle Meldung zu diesem Thema – am 02.10.2012 hat die US-Armee ihre Klage zurückgezogen und darf die geplanten Tierversuche n i c h t durchführen - finden Sie am Ende des Artikels!

Die in Deutschland stationierte U.S.-Armee beabsichtigt, Tierversuche zur Ausbildung von Sanitätssoldaten durchzuführen. Hierfür wurde eigens eine auf Medizinseminare spezialisierte Firma (HCx Consulting GmbH aus Templin in Brandenburg) beauftragt.


Diese stellte an die zuständige Regierung der Oberpfalz (Bayern) den Antrag, auf dem U.S.-Truppenübungsplatz Grafenwöhr (bei Regensburg) an vorher absichtlich schwer verletzten Schweinen und Ziegen bzw. auch an anderen Großtieren die Versorgung von Kriegsverletzungen zu üben. Den vorher betäubten Tieren werden die Verletzungen vom Ausbildungspersonal mit dem Skalpell zugeführt; am Ende der Übungen sollen die Tiere getötet werden. Die Soldaten sollen so die Versorgung von schweren Kriegsverletzungen üben. Für einen Kurs mit etwa 30 Soldaten werden bis zu zehn Tiere über einen Zeitraum von zwei Tagen benötigt.

Aufgrund zahlreicher Proteste und Beschwerden aus der Bevölkerung hat die Firma den Antrag zurückgezogen.
Doch die Sprecherin der U.S.-Army Europe, Hilde Patton, ließ verlauten, dass die U.S.-Armee an der Durchführung der Tierversuche festhalte, weil die Ausbildung von Sanitätssoldaten anders nicht möglich sei, weshalb sie noch in diesem Jahr eine Genehmigung einholen werde.

„Die geplanten Versuche sind weder ethisch noch wissenschaftlich und didaktisch zu rechtfertigen. Schweine und Ziegen unterscheiden sich in ihrer Anatomie wesentlich vom Menschen. Zudem sind mit dem Skalpell beigebrachte Verletzungen weit von der Realität von Kriegsverletzungen entfernt. Die Sanitäter lernen am falschen Objekt. Die einzige sinnvolle Schulung für medizinisches Militärpersonal ist vor Ort in den Kriegs- oder Krisengebieten, wo es zahlreiche Menschen gibt, die medizinische Versorgung benötigen“, so Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin von „Ärzte gegen Tierversuche“.


Protestadressen:

  • Fordern Sie die Regierung der Oberpfalz auf, die geplanten Tierversuche der U.S.-Armee nicht zu genehmigen:
    Regierung der Oberpfalz, D-93039 Regensburg. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Fordern Sie die U.S.-Armee auf, die Aus-, Fort- und Weiterbildung von medizinischem Personal ohne Tierversuche zu bewerkstelligen, zumal es hier genügend andere Methoden gibt und auch andere militärische Einrichtungen, wie etwa die deutsche Bundeswehr, die ohne derartige Tierversuche auskommen, indem sie etwa auf Modelle zurückgreifen:
    U.S. Army Europe, Campbell Barracks, Römerstraße 168, D-69126 Heidelberg. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Kommandozentrale der U.S. Army in Europa: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Teilen Sie auch dem U.S. Botschafter in Österreich Ihre Meinung über die geplanten grausamen Tierversuche der U.S. Armee mit:
    Seiner Exzellenz dem Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Herrn William C. Eacho III, Boltzmanngasse 16, A-1090 Wien. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Nachtrag vom 14.08.2010:
Die US-Armee, die aufgrund der massiven Proteste den Antrag auf Durchführung der Militärversuche vorerst zurückgezogen hat, hat am 12. Juli diese Tierversuche über eine von ihnen beauftragte Firma erneut beantragt.
Doch schon am 26. Juli hat die zuständige Genehmigungsbehörde, die Regierung der Oberpfalz (Bayern), den Antrag zurückgewiesen und die Tierversuche wegen des Verstoßes gegen das deutsche Tierschutzgesetz und weil keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien, nicht genehmigt.
Herzlichen Dank an alle, die sich an den Protestschreiben beteiligt haben.

Nachtrag vom 08.10.2010:
Laut Medienberichten hat in der ersten Oktoberwoche die Regierung der Oberpfalz (Bayern) einen erneuten Antrag ("Anzeige nach dem Tierschutz-Gesetz") der US-Armee erneut - aus "ethischen Gründen" - abgelehnt.

Nachtrag vom 27.10.2010:
Auch die Thüringer Behörden - das zuständige Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Bad Langensalza in Abstimmung mit dem Sozialministerium - haben einen entsprechenden Antrag bzw. "Anzeige" zur Durchführung der Tierversuche zum Zwecke der sanitären Ausbildung von amerikanischen Soldaten - nachdem der Nutzen des Vorhabens als auch die Belastung für die Tiere geprüft wurde - abgelehnt.

Nachtrag vom 20.09.2011:
Die Dienstleisterfirma DMI (Deployment Medicine International, die ihre Dienste speziell für Soldaten der US-Armee anbietet) hat im Juli eine Klage gegen das Verbot der Tierversuche durch die Thüringer Behörden am Verwaltungsgericht eingereicht. Seit dem September 2011 soll die Firma ein Eilverfahren für die beabsichtigten Tierversuche anstreben.

Nachtrag vom 02.10.2012:
Am 02.10.2012 tagte das Verwaltungsgericht und behandelte die vom US-Militär eingereichte Klage gegen die Genehmigungsbehörde, die ihren Antrag auf Durchführung von Tierversuchen (Sanitäter sollten an Schweinen, denen zuvor Stich- und Schnittverletzungen zugefügt wurden, üben) abgelehnt hat.
Da sich abzeichnete, dass das Gericht sich den Gutachtern, die die geplanten Tierversuche für die Sanitäter-Ausbildung als für nicht notwendig beurteilten, anschließen wird, zog das US-Militär seine Klage zurück. Somit ist die Nichtgenehmigung der geplanten Militärversuche rechtskräftig und die Armee darf die beabsichtigten Experimente nicht durchführen.


Siehe auch unter Grausame Lawinen-Experimente mit Schweinen