Experten der englischen Dachorganisation gegen Tierversuche, der „Europäischen Koalition zur Beendigung der Tierversuche“, kurz ECEAE genannt, welcher der IBT als Partnerorganisation angehört, konnten durch ihre Recherchearbeiten Tierversuche an Ratten, die für die Chemikalienregistrierung vorgesehen waren, unterbinden.

Unternehmen innerhalb der EU, die beabsichtigen, Tierversuche im Zusammenhang mit Chemikalien durchzuführen, müssen dies der europäischen Chemikalienbehörde ECHA melden. In der Folge wird das mit Tierversuchen verbundene Projekt durch die ECHA über ihre Homepage öffentlich zugänglich gemacht und kann innerhalb einer 45-Tagesfrist kommentiert werden. Wenn hierbei wissenschaftlich fundiert dargelegt werden kann, dass die erforderlichen Daten schon vorhanden sind oder auch mit anderen – tierversuchsfreien - Methoden erreicht werden können, besteht die große Chance, dass die Tierversuche nicht gemacht werden dürfen/müssen.

Nun ist dies den ECEAE-Experten, die eigens für diese Überprüfungsarbeiten eingesetzt werden, erstmals gelungen und wir gratulieren zu ihrem Erfolg, der 120 Ratten vor einen qualvollen Vergiftungstod bewahrt.
Für die Chemikalie Pentasodium Triphosphate, die unter anderem in Haushaltsprodukten, Kosmetika, Nahrungsmitteln oder Industriematerialien vorkommt, konnte dank der Kommentierungen erreicht werden, dass ein Inhalationstest an Ratten in einem 90 Tage dauernden Versuch nicht durchgeführt werden muss.
Bei diesem Test werden Ratten jeden Tag über mehrere Stunden in enge Röhren gesteckt und sie müssen Chemikalienstaub in unterschiedlicher Konzentration einatmen. Die Ratten leiden dabei unter Atemnot. Überlebende Tiere werden nach 90 Tagen getötet, um die Auswirkungen der Substanz auf die inneren Organe zu untersuchen.

Die ECEAE-Experten fanden heraus, dass die erforderlichen Daten für die Chemikalie bereits existieren – in einem russischsprachigen Artikel, der übersetzt werden musste.
Weiters förderten die Recherchen eine Untersuchung über die Verwendung der Chemikalie in Haushaltsprodukten zutage, welche die Unbedenklichkeit für die Verbraucher belegt.
Aufgrund dieser neuen Datenlage nahm die Firma den Antrag auf die Durchführung der Tierversuche zurück, womit 120 Ratten ein qualvoller Vergiftungstod erspart wurde.

* REACH (Registration, Evaluation and Authorization of Chemicals): EU-Chemikalienverordnung

Siehe auch: Einspruch gegen Tierversuche an Kaninchen für ein Kältemittel
Siehe auch: Tierversuche für Chemikalien - das REACH-Programm