Am 17. Juli 2012 protestieren Mitgliedsorganisationen der „European Coalition to End Animal Experiments“ (ECEAE) europaweit in 14 Ländern gegen die weiterhin durchgeführten „Botox-Tierversuche“. In Österreich rufen wir, der "Internationale Bund der Tierversuchsgegner" (IBT), als österreichischer Partner der ECEAE, zur Unterzeichnung eines Appells auf, der sich an die Botox-Hersteller Ipsen und Merzen richtet. Denn diese machen noch immer Tierversuche, obwohl es hierfür schon eine tierversuchsfreie Methode gibt. Wir fordern Ipsen und Merz auf, unverzüglich auf die bestehende anerkannte tierversuchsfreie Methode umzusteigen.

Bitte Appell an Ipsen
hier aufrufen,
ausdrucken, unterzeichnen, weitere Unterstützungserklärungen sammeln und absenden.
Danke für Ihr Engagement!

Bitte Appel an Merz
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Danke für Ihr Engagement!

Das Bakteriengift Botulinumtoxin wird auch für medizinische Zwecke, aber vor allem zur kosmetischen Glättung von Hautfalten eingesetzt. Zur Testung dieses Nervengiftes wurden bislang weltweit über eine halbe Million Mäuse jährlich getötet. Vor einem Jahr hatte die amerikanische Firma Allergan in den USA und Europa die behördliche Anerkennung für einen tierversuchsfreien Zelltest erhalten. Daher sind die Präparate des Herstellers, darunter der Namensgeber Botox, inzwischen ohne Tierqual erhältlich. Dagegen testen die Frankfurter Firma Merz ihre Botulinumtoxin-Produkte (Xeomin und Bocouture) sowie der britische Hersteller Ipsen seine Präparate (Dysport und Azzalure) weiterhin im Tierversuche.

Die ECEAE leitet seit drei Jahren eine Kampagne gegen die Botox-Testung an Tieren und hat zu dem Aktionstag aufgerufen, um von den Botulinumtoxin-Herstellern Merz und Ipsen einen unverzüglichen Umstieg auf eine tierversuchsfreie Testung zu fordern.

Bei dem Tierversuch handelt es sich um den sogenannten LD50-Test. Gruppen von Mäusen wird die Substanz in verschiedenen Dosierungen in die Bauchhöhle injiziert, um die Dosis zu ermitteln, bei der die Hälfte der Tiere stirbt. Für die Mäuse ist das mit ungeheuren Qualen verbunden. Das Gift lähmt die Atemmuskulatur, die Tiere ersticken bei vollem Bewusstsein. Merz lässt nach Kenntnis der ECEAE jährlich mindestens 34.000, Ipsen 74.000 Mäuse auf diese Weise töten.

Neben Österreich beteiligen sich an dem Aktionstag Tierrechts- und Tierversuchsgegnergruppen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Mazedonien, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Spanien sowie der Schweiz und der Tschechischen Republik.

Gerda Matias, Präsidentin des IBT: „Es ist ungeheurlich, dass dieser grausame Vergiftungstest ein Jahr nach EU-Zulassung einer tierversuchsfreien Methode weiterhin angewandt wird. Merz und Ipsen sowie die Behörden müssen endlich handeln, damit sämtliche Botox-Tierversuche unverzüglich der Vergangenheit angehören“.


Weitere Informationen unter Tierversuche für Botox-Faltenbehandlung
und unter http://www.eceae.org/en/what-we-do/campaigns/botox