Das Europäische Gericht (EuG) in Luxemburg hat die Klage von Spanien wegen verpflichtender Anwendung einer tierversuchsfreien Methode abgewiesen.

 

 

Muscheln müssen, bevor sie für den menschlichen Verzehr auf den Markt kommen, auf biologische Gifte getestet werden. Denn diese können Magen-Darm Erkrankungen, Lähmungen oder sogar tödliche Vergiftungen verursachen.
Bislang war als amtliche Nachweismethode der sogenannte „Maus-Bioassay“, ein qualvoller Tierversuch, gesetzlich vorgeschrieben. Dabei wurde Mäusen ein Extrakt aus dem zu prüfenden Muschelgewebe in die Bauchhöhle gespritzt. War Muschelgift vorhanden, starben die Versuchstiere einen qualvollen Vergiftungstod, der bis zu 24 Stunden dauern konnte. Für diesen Test wurden innerhalb des EU-Raumes jährlich 300.000 Mäuse verbraucht.

Nur aufgrund der steten Bemühungen von uns TierversuchsgegnerInnen wurde 2011 der qualvolle Mäusetest endlich verboten und statt dessen eine chemische Methode, die auch als sicherer und aussagekräftiger als die Tierversuche bewertet wurde, die LC-MS/MS-Methode, per Verordnung auch gesetzlich vorgeschrieben. Den Mitgliedstaaten wurde jedoch zur Umsetzung eine sehr lange Übergangsfrist eingeräumt: Bis Anfang 2015 hatten sie Zeit, auf die tierversuchsfreie chemische Methode umzusteigen.

Gegen den verpflichtenden Einsatz der Ersatzmethode hatte jedoch Spanien beim EuG mit der Begründung geklagt, dass die Ersatzmethode nicht sicher und auch zu teuer sei. (Hierbei ist anzumerken, dass die spanische Region Galizien als eine der wichtigsten Regionen für Speisemuscheln gilt.

Erfreulicher Weise hat jüngst das EuG Spanien nicht Recht gegeben und betonte, dass die höheren Kosten durch die Vorteile der neuen Methode auch gerechtfertigt seien.