Glyphosat ist ein Stoff, der in Pflanzengiften, sog. Unkrautvernichtungsmittel, enthalten ist und weltweit am häufigsten eingesetzt wird.
Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC, eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation WHO, ist Anfang dieses Jahres zu dem Ergebnis gekommen, dass Glyphosat krebserregende und erbgutschädigende Wirkung hat. Dabei stützt sie sich unter anderem auf die Auswertung von Tierversuchsstudien, bei denen Mäuse Lymphdrüsen-, Blutgefäß- und Nierenkrebs entwickelt haben. Die IARC stellte aufgrund dieser Tierversuchsergebnisse fest, dass Glyphosat für die Tiere sicher krebserregend sei und für den Menschen wahrscheinlich ebenso.

Glyphosat ist für den Menschen ungiftig - behaupten jedoch die anderen

Im Gegensatz dazu ist jedoch erst jüngst die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA zu dem Schluss gekommen, dass es unwahrscheinlich ist, dass Glyphosat, bei sachgerechter Anwendung, für den Menschen krebserregend ist. Die Experten waren sich nach ihrer Überprüfung der Tierversuchsstudien einig, dass der Anstieg der Tumorhäufigkeit ohne Belang sei und die Tierversuche keinen „Kausalzusammenhang zwischen der Glyphosat-Exposition und einer Krebsentstehung beim Menschen aufzeigten“ (Medienstelle der EFSA vom 12.11.2015).

Mit dieser Einschätzung, dass der Einsatz von Glyphosat unbedenklich sei, steht einer erneuten Zulassung von Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln in den EU-Mitgliedstaaten nichts mehr im Wege. Denn in der EU müssen die Pestizide/Herbizide alle zehn Jahre erneut bewertet und klassifiziert und für die Verwendung erneut genehmigt werden. Mit diesem EFSA-Bericht wird Glyphosat weiterhin auf der EU-Liste der genehmigten Wirkstoffe bleiben.

 

Tierversuche liefern so unverlässliche Daten, dass sich die Ergebnisse extrem unterschiedlich interpretieren lassen

Diese total unterschiedliche Bewertung der Gefährlichkeit bzw. Unbedenklichkeit von Glyphosat zeigt einmal mehr auf, dass Tierversuche ganz offensichtlich völlig unverlässliche und ungenaue Daten liefern, die in ihrer Schwammigkeit nur vage Aussagen bezüglich der Übertragbarkeit auf den Menschen zulassen und somit komplett unbrauchbar für Sicherheits- und Risikobewertungen sind.

Aber warum verabschiedet man sich dann nicht von einer solch ganz und gar unbrauchbaren Methode, die nicht nur unwissenschaftlich, sondern darüber hinaus auch noch äußerst grausam ist, weil die Experimente für tausende von Tieren große Ängste, Leiden und Schmerzen und den unausweichlichen Tod, meist den äußerst qualvollen Vergiftungstod, bedeuten?

 

Warum wird trotzdem am Tierversuch festgehalten?

Es ist zu befürchten, dass gerade weil der Tierversuch so unverlässlich ist und die Ergebnisse beliebig interpretierbar sind und somit mit ihnen manipulativ verfahren werden kann, an ihm weiterhin – ja geradezu verbissen – auf Kosten der Tiere und letztlich auch des Menschen und der Umwelt - festgehalten wird.

Nachdem die WHO Glyphosat als "wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen" eingestuft hat, hätte die EU allein aufgrund des Vorsorgeprinzips ein sofortiges Verbot aussprechen müssen. Warum wurde dies nicht getan? Glaubt die Behörde selber nicht an die Wissenschaftlichkeit und somit Richtigkeit von Tierversuchen? Warum wurde das besorgniserregende Ergebnis der WHO erneut von der EU-Institution überprüft und schließlich  ignoriert? Wer hat in diesem Fall so großes Interesse daran, dass mit der erneuten Zulassung von Glyphosat das Risiko einer Gesundheitsgefährdung der europäischen Bevölkerung überhaupt eingegangen wird?

 

Es geht um Milliardenumsätze

„Würde Glyphosat verboten, wäre die industrialisierte Landwirtschaft, die ohne den massiven Einsatz von Spritzmitteln nicht auskommt, grundsätzlich infrage gestellt“, kommentierte Heike Moldenhauer vom BUND. „Monsanto als der weltweit größte Glyphosat-Produzent verlöre sein wichtigstes Geschäftsfeld. Der Konzern macht die Hälfte seines Gewinns mit Glyphosat und mit an Glyphosat angepasstem Gentech-Saatgut. Das Unternehmen hat keinen Ersatz dafür und keine Alternativen entwickelt und würde bei einem Verbot schwer ins Schlingern geraten.“ (Zitat von http://www.keine-gentechnik.de/nachricht/31376/. Zugriff am 16.11.2015)

 

Siehe auch unter Der wahre Zweck von Tierversuchsstudien