Testbiotech hat gegen das Patent EP2328918 der Max-Planck-Gesellschaft Einspruch eingelegt. Mit diesem Patent werden gentechnisch veränderte Versuchstiere und sogar Primaten als „Erfindung“ beansprucht. Testbiotech sieht in diesen Patentansprüchen eine inakzeptable Überschreitung ethischer Grenzen. In einem Brief an den Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft fordert Testbiotech jetzt, dass sich die mit öffentlichen Geldern geförderte Forschungseinrichtung auf ihre Vorbildfunktion besinnt und das Patent freiwillig korrigiert.

„Die Patentierung gentechnisch veränderter Tiere hat zur Folge, dass wirtschaftliche Anreize dazu entstehen, die Anzahl von Tierversuchen zu erhöhen. In der Regel sind Aktivitäten zu erwarten, das patentierte ,Produkt‘ auch gewinnbringend zu vermarkten“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Schon seit Jahren steigt insbesondere die Zahl der Tierversuche mit gentechnisch veränderten Tieren stetig an. Ein Grund für diese Entwicklung sind offensichtlich auch kommerzielle Interessen, wie sie inzwischen in Tausenden von Patentanmeldungen zum Ausdruck kommen.“

Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen hatten 2009 das Patent beim Europäischen Patentamt angemeldet, das 2015 für die Max-Planck-Gesellschaft erteilt wurde. Die von der MPG betreuten Max-Planck-Institute betreiben „Grundlagenforschung im Dienste der Allgemeinheit“. Eine wirtschaftliche Ausbeutung durch Patente auf gentechnisch veränderte Versuchstiere – genannt werden im Patent sogar Schimpansen – ist dafür aber ganz sicher nicht notwendig. Wie Testbiotech in einem Schreiben an den Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft darlegt, sollte die Forschungseinrichtungen vielmehr darum bemüht sein, Tierversuche zu reduzieren, und damit auch eine Vorbildfunktion für andere Forschungseinrichtungen einnehmen.

Kontakt:
Christoph Then, Tel 0151/54 63 80 40, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!