WissenschaftlerInnen der Harvard Universität ist es gelungen, ein Herz auf einen Chip mittels eines 3D-Druckers aufzubringen, wofür sechs verschiedene Tinten, die Sensoren enthalten, entwickelt wurden. Dieses neuartige Verfahren eröffnet nun ganz neue Möglichkeiten.

WissenschaftlerInnen arbeiten mit Hochdruck daran, menschliche Organe auf Chips nachzubilden, um so verschiedene Tests, etwa die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Arzneistoffen, durchzuführen. Mittlerweile wurden schon ein Herz, ein Hirn, ein Darm, eine Leber, Niere und Lunge entwickelt, welche mikrophysiologische Systeme (MPS) mit der Struktur und Funktion von verschiedenen Geweben darstellen. Damit werden in Zukunft viele Tierversuche eingespart werden können. Auch ist mit aussagekräftigeren, verlässlicheren und reproduzierbareren Ergebnissen zu rechnen, zumal die Organ-Chips mit menschlichem Gewebe bestückt sind und sogar das Potential haben individualisierte, maßgeschneiderte Untersuchungen zu ermöglichen.

Jüngst ist es WissenschaftlerInnen der Harvard Universität gelungen, ein Herz auf einen Chip mittels eines 3D-Druckers (= Drucker, der dreidimensional druckt) aufzubringen, wofür sechs verschiedene Tinten, die Sensoren enthalten, entwickelt wurden. Dieses neuartige Verfahren eröffnet nun ganz neue Möglichkeiten. Der Herstellungsprozess, der digital abläuft, erleichtert die Produktion von Organen. Auch lassen sich leicht Änderungen durch Programmierungen vornehmen. Durch die in die Gewebestruktur integrierten Sensoren lassen sich zu verschiedenen Forschungsfragen Daten sammeln, wie z.B. die Kontraktionsstärke (= Heftigkeit des Zusammenziehens) des Herzgewebes unter bestimmten Einflüssen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist auch, dass Veränderungsprozesse festgehalten werden können (z.B. allmähliche Veränderungen des Herzgewebes bei kontraktilem Stress).
Die Forschungsarbeit wurde in „Nature Materials“ am 24.10.2016 publiziert: Lind, Johan U. et al., Instrumented cardiac microphysiological devices via multimaterial three-dimensional printing.
(Quelle: Harvard Gazette, October 24, 2016)