Vanessa Kappings vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat den Lush Prize 2017 in der Kategorie für Nachwuchsforschung für die Entwicklung tierversuchsfreier Testmethoden erhalten. Am KIT hat die Forschungsgruppe von Professorin Ute Schepers ein Organ-on-a-Chip-System, bei dem aus menschlichen Zellen miniaturisierte Organe mit 3-D-Drucktechniken auf einen Chip aufgebracht werden, mit naturgetreu nachgebildeten Blutgefäßen entwickelt. Die Doktorandin Vanessa Kappings, die an der Weiterentwicklung dieses sogenannten „vasQchip“ beteiligt ist, hat für dieses Projekt das Fördergeld von 12.000 Euro erhalten. Der Lush Prize wird von der britischen Kosmetikfirma Lush vergeben.

 Auf dem „vasQchip“ gelangen die zu testenden Wirkstoffe über die künstlichen Blutbahnen in die miniaturisierten Organe. Deren Reaktion lässt sich automatisiert auswerten. So lassen sich Wirkung und Verträglichkeit eines Wirkstoffs bereits in der präklinischen Phase untersuchen, ohne Experimente am Tier oder am Menschen durchzuführen. Die Miniaturisierung ermöglicht die Parallelisierung und Automatisierung Tausender Tests auf kleinstem Raum. Derzeit arbeitet das Team an der Entwicklung von durchbluteten Haut-, Leber-, Darm- und Hirnmodellen sowie Tumormodellen und an der Kombination verschiedener miniaturisierter Organe auf einem Chip.

„Unser Ziel ist, der Pharmaindustrie und auch der Kosmetikindustrie geeignetere Alternativen zu Tierversuchen zu liefern und sie von den Vorteilen zu überzeugen: präzisere Vorhersagbarkeit der Wirkung auf den Menschen, geringere Kosten sowie Schonung von Mensch und Tier“, erklärt Vanessa Kappings in der Pressemitteilung von KIT. Die Doktorandin widmet sich zurzeit vor allem der Entwicklung von verschiedenen Tumormodellen.