Muscheln müssen, bevor sie auf den Markt gelangen, auf Algengifte untersucht werden, die beim Menschen Magen-Darm Erkrankungen, aber auch tödliche Vergiftungen verursachen können.

Obwohl es zur Feststellung der Toxine eine tierversuchsfreie Methode gibt, die in Deutschland etwa seit 15 Jahren erfolgreich angewendet wird, werden in vielen EU-Ländern – auch in Österreich! - noch immer grausame Giftigkeitstests an Mäusen und Ratten durchgeführt: Ohne Betäubung wird den Tieren Muschelextrakt in den Bauch injiziert. Dann beobachtet man, wie lange der Todeskampf der Tiere dauert, woraus dann die Konzentration des Muschelgiftes berechnet wird. Oft erleiden die Tiere einen qualvollen Vergiftungstod, der bis zu 24 Stunden dauern kann.

Frau Dr. Ursula Sauer von der Akademie für Tierschutz in Deutschland hat darauf hingewiesen, dass es bei der Feststellung von Muscheltoxinen zwei widersprüchliche EU-Richtlinien gibt: Die eine schreibt den Mäuse-Gifttest verbindlich vor und die andere, die EU-Tierversuchsrichtlinie, verbietet lt. Art. 7(2) Tierversuche, wenn eine Alternative vorhanden ist.

Auch das österreichische Tierversuchsgesetz verbietet Tierversuche, wenn es eine gleichwertige Ersatzmethode dazu gibt. Deshalb haben wir mit den zuständigen Stellen Kontakt aufgenommen und werden alles daran setzen, dass in Österreich der qualvolle Gifttest mit Mäusen und Ratten zur Bestimmung von Muscheltoxinen verboten wird.

Siehe auch unter "Endlich gesetzlich verankert: Ersatzmethode zum Nachweis von Algengiften in Muscheln"