Laut der am 25. Juni 2001 auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur veröffentlichen Tierversuchsstatistik befanden sich im Jahr 2000 165.028 Wirbeltiere im Tierversuch, wobei 585 Tiere aus dem Vorjahr erneut in einen Versuch kamen, so dass sich eine Gesamtzahl von 165.613 Tieren für das Jahr 2000 ergibt. (Im Jahr 1999 mussten somit von den 131.249 Versuchstieren 130.644 in den Labors sterben.)

Im Vergleich zum Vorjahr wurden 34.364 mehr Tiere verwendet, wovon der größte Teil, nämlich 26.196 in den Zuständigkeitsbereich des BMs für Soziale Sicherheit und Generationen fällt. Auch beim Gesamtverbrauch nimmt das BM für Soziale Sicherheit und Generationen mit 123.522 Tieren, die hauptsächlich für die Forschung, Entwicklung, Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten und Geräten der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin eingesetzt wurden, eine einsame Spitze ein. Dem folgt das BM für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit 36.489 Tieren, die größten Teils für biologische Untersuchungen im Bereich der Grundlagenforschung verwendet werden. Neu ist der Tierverbrauch aus dem Ressorts des BM für Wirtschaft und Arbeit. Der überwiegende Teil der 2.810 Tiere wurde Unbedenklichkeitsprüfungen ausgesetzt. Allein das BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat einen Rückgang von 908 Tieren zu melden.

Als Grund für den immens hohen Mehrverbrauch von Tieren für Versuche ist die janusköpfige Forschungsförderungspolitik des BM für Bildung, Wissenschaft und Kultur anzusehen und die Bemühungen der Gemeinde/Stadt Wien um die Ansiedlung von immer mehr Biotechnikfirmen in Wien. So werden auf der einen Seite für die Forschung ohne Tierversuche ganz geringe Mittel aufgewendet (für die Verleihung des Staatspreises und für Projekte, die zum Ziel die Reduzierung, "Verfeinerung" und den Ersatz von Tierversuchen zum Ziel haben), wobei auf der anderen Seite - meist auf indirektem Weg - durch die Vergabe von immens hohen Forschungsförderungssummen (in Form von Preisen, Projektgeldern, Zuschüssen, kostenlosen Baugrund, etc.) Forschungen mit Tierversuchen gestützt und gefördert werden. So hat z.B. Frau Ministerin Gehrer den höchsten Wissenschaftspreis der Republik, nämlich den "Wittgenstein-Preis", mit öS 15 Millionen an Meinrad Busslinger vom Institut für molekulare Pathologie für Arbeiten verliehen, die u.a. auch auf Tierversuche basieren!

Bei der Verwendung der Tierarten ist eine Zunahme bei den Mäusen (+ 33.207), Amphibien (+ 1.703), Meerschweinchen (+ 1.082), Fischen (+ 504), Meerkatzen (+ 88) und Pferden, Esel und Kreuzungen (+ 5) zu verzeichnen. Bei allen anderen Tierarten konnten Verringerungen registriert werden.

Laut Statistik musste auch für das Jahr 2000 kein einziges Tier für das Inverkehrbringen, die Entwicklung und Herstellung von Kosmetika, aber auch nicht für Lebensmittelzusatzstoffe leiden. Die meisten Tierversuche, nämlich 4.501 wurden für Produkte bzw. Stoffe gemacht, die in der Industrie verwendet werden.

Für die allgemeine und berufliche Ausbildung wurden im Vergleich zum Vorjahr eindeutig viel weniger Tiere verwendet. Im Jahr 2000 wurden an 270 Tieren Experimente durchgeführt, wobei betont werden muss, dass die eigens hierfür getöteten Tiere nicht gezählt werden, so dass beim Verbrauch von Versuchstieren für die Ausbildung von einer großen Dunkelziffer auszugehen ist.

40.262 Tiere wurden für Versuche im Zusammenhang mit Krankheiten herangezogen, vorrangig in Bezug auf Krebserkrankungen und "sonstige". Bei 307 Tieren zielten die Tests auf die Klärung von Tierkrankheiten ab.

Innerhalb der Unbedenklichkeitsprüfungen haben die für die Tiere immens belastenden Toxizitätstests zugenommen, insbesondere die Prüfung auf chronische und subchronische Toxizität und der laut österreichischer Gesetzgebung verbotene LD-50 Test! Auch Tests hinsichtlich der Hautsensibilisierung haben sich fast verdoppelt.

Die Statistik schweigt sich weiterhin darüber aus, wie viele Tiere sich tatsächlich in den Versuchslabors befinden, da sich die Zahlen nur auf die Labortiere, die im betreffenden Jahr im Versuch waren, beziehen. Es ist durchaus üblich, Tiere in Versuchslabors quasi als Vorrat zu halten. Auch kann man der Statistik nicht entnehmen, wie viele Versuche ein Versuchstier über sich ergehen lassen musste.
Darüber hinaus gelten Versuche an Wirbellose nicht als Tierversuche und müssen somit weder gemeldet noch aufgezeichnet werden und finden somit ebenfalls nicht Eingang in die Statistik.
Ebenso fehlt die Angabe von Tieren, die eigens zum Zweck der Gewinnung von Gewebe, Zellen, Organen etc. getötet werden, wie auch die Verwendung von Föten oder Embryonen.
Der Statistik ist nicht zu entnehmen, mit wie vielen Tieren Klonversuche und gentechnische Experimente durchgeführt werden. Auch wird die Verwendung von transgenen Tieren nicht eigens ausgewiesen.