Am 27. Juni 2013 ist die Tierversuchsstatistik gemäß § 22 Abs. 4 Tierversuchsgesetz 2012 für das Jahr 2012 auf der Website des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung veröffentlicht worden.

Demnach wurden im Jahr 2012 an 184.610 lebenden Wirbeltieren und an 939 erneut verwendeten Tieren Experimente und Tests durchgeführt, die für die Tiere mit Angst, Schmerzen, Leiden oder dauerhaften Schäden verbunden waren und letztlich für die meisten Tiere mit dem Tod endeten.
Gegenüber dem Jahr 2011 stellt dies eine Verringerung um über 3 % dar.

Der schnelleren und leichteren Übersichtlichkeit wegen habe ich die 8 Tabellen der offiziellen Statistik auf 4 Seiten zusammengefasst, indem bei den Tabellen 2 – 7 die Aufschlüsselung nach den einzelnen Tierarten weggelassen wurde.
Hinzugefügt wurde bei den Tabellen 1-7 die Spalte für das Jahr 2011, so dass ein direkter Vergleich mit dem Jahr 2012 möglich ist. Die Tabellen sind hier abrufbar.

 

Tabelle1:
Anzahl der verwendeten Tiere nach ihrer Herkunft:

Lediglich rund ein Drittel aller Versuchstiere (37,3 %) kommt aus einer österreichischen registrierten Zucht- oder Liefereinrichtung.

Nach wie vor stammen die meisten Tiere, nämlich über die Hälfte (52,1 %), "aus anderen Quellen innerhalb der EU".

Die Anzahl der Tiere aus unbestimmter, nämlich "sonstiger Herkunft" (5.304), hat sich abermals – nämlich um 1.090 Tiere - erhöht.

 

Anzahl der verwendeten Tiere nach ihrer Art:

Nach wie vor sind die Mäuse mit einer Anzahl von 149.440 und 764 erneut verwendeten Tieren (in der Folge wird hierfür die Abkürzung „e.v.T.“ verwendet), das sind 80,9 % von der Gesamtzahl, traurige Spitzenreiter. Ihnen folgen mit Abstand die Kaninchen mit 15.480 Tieren, das sind 8,4 %. Die dritte Stelle nehmen abermals die Ratten mit 7.276 +9 e.v.T. ein, das sind 3,9 % des Gesamtverbrauches.

Weiters wurden folgende Tierarten in absteigender Reihenfolge verwendet: Fische (3.823), „Andere Vögel“ (3.096, +14 e.v.T.), Meerschweinchen (2.790), Schweine (1.137, +16 e.v.T.), Rinder (758, +16 e.v.T.), Hamster (266), Schafe (174, +28 e.v.T.), „Andere Nager“ (114), Amphibien (110), Hunde (74, +33 e.v.T.), Pferde/Esel/Kreuzungen (39, +33 e.v.T.), Katzen (33, +10 e.v.T.), Ziegen (16 e.v.T.).

Bei folgenden Tierarten ist es zu einer Zunahme gegenüber 2011 gekommen: Hamster, „Andere Nager“, Katzen, Hunde, „Andere Vögel“, Fische.

Bei folgenden Tierarten ist es zu einer Verringerung gegenüber 2011 gekommen: Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Pferde/Esel/Kreuzungen, Schweine, Ziegen, Schafe, Rinder, Amphibien.

Nicht mehr verwendet wurden Marder.

 

Tabelle 2:
Anzahl der verwendeten Tiere nach dem Versuchszweck:

54,7 % der Versuchstiere (das sind 100.915 Tiere, um 11.829 weniger als im Jahr 2011) wurden für die Forschung, Entwicklung, Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten und Geräten der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin verwendet.

Im Bereich der Grundlagenforschung mussten 42,7 % von den gesamten Versuchstieren für biologische Untersuchungen, das sind 78.802, sterben – um 10.367 mehr als im Vorjahr. (Auch im Jahre 2011 hat es gegenüber dem Jahr 2010 eine Erhöhung – um 6.948 Tiere mehr – gegeben; auch im Jahr 2010 hat es gegenüber dem Jahr 2009 eine Erhöhung – um 10.367 Tiere mehr – gegeben.)

Die für die Tiere extrem belastenden toxikologischen und sonstigen Unbedenklichkeitsprüfungen (Haut- und Augenreizungstests etwa) an insgesamt 1.754 Tieren - das sind knappe 1 % des Gesamtverbrauches - sind diesmal deutlich gesunken. Gegenüber 2011 wurden 2.750 weniger Tiere hierfür eingesetzt. In den Tabellen 3, 6 und 7 werden diese detaillierter aufgeschlüsselt.

(Im Jahr 2011 hat es auch schon einen leichten Rückgang geben: Gegenüber 2010 um 560 Tiere weniger bei einem Gesamtverbrauch von 4.504. Ebenso ist im Jahre 2010 der Verbrauch gegenüber 2009 um 474 Tiere zurückgegangen.)

Tierversuche im Rahmen der allgemeinen und beruflichen Bildung an 1.585 lebenden Wirbeltieren (das sind 0,9 % des Gesamtverbrauches) haben sich gegenüber 2011 um 225 Tiere verringert. (In absteigender Reihenfolge wurden hierfür an folgenden Tierarten Versuche durchgeführt: an Mäusen, Ratten, Fische, Rinder, „Andere Vögel“, Schafe, Hunde, Meerschweinchen, Kaninchen, Pferde/Esel/Kreuzungen.)

(2007: 1.725; 2008: 1.931; 2009: 1.613; 2010: 1.496; 2011:1.810)

Zum Zwecke der Krankheitsdiagnostik wurden 1.282 Tiere, um 77 weniger, gemeldet, so dass der Anteil am gesamten Verbrauch weiterhin 0,7 % ausmacht.

In der Rubrik für "sonstige" Versuchszwecke sind 272 Tiere angeführt, das sind 0,14 % des Gesamtverbrauches. (Im Jahre 2011 waren es mit 2.436 Tieren 1,3 % des Gesamtverbrauches.)

 

Tabelle 3:
Die Spalte 2.6 mit den 1.754 Tieren wird hier weiter nach der untersuchten Stoffart aufgeschlüsselt. Siehe auch Spalte 8.13.

Für toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitsprüfungen wurden insgesamt 1.754 Tiere verwendet.

An 1.433 Tiere wurden Giftigkeitstests für Produkte/Stoffe/Geräte der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin durchgeführt.

186 Tiere wurden der Rubrik 3.10. (bzw. in Tabelle 8 der Spalte i) zugeteilt, die mit dem Titel "sonstige toxikologische und Unbedenklichkeitsprüfungen" eigentlich gar keine Stoffart bzw. Produktgruppe darstellt.

In der Rubrik für "mögliche oder tatsächliche Kontaminanten in der Umwelt, die nicht in den anderen Spalten aufgeführt sind", scheinen 135 Tiere auf.

Für Kosmetika, Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe, für Produkte/Stoffe, die überwiegend im Haushalt, in der Landwirtschaft und in der Industrie wurden – wie auch schon in den Vorjahren (2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010) - keine Giftigkeitstests durchgeführt.

 

Tabelle 4:
Anzahl der verwendeten Tiere bei Versuchen im Zusammenhang mit Krankheiten von Mensch und Tier:

Hierfür wurden insgesamt 97.429 Tiere verwendet (um 813 weniger als im Jahr 2011), davon 20.518 für Krebserkrankungen beim Menschen, 11.287 für Nervenleiden und Geisteskrankheiten des Menschen und 5.277 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen des Menschen.
Für spezielle Tierkrankheiten betreffende Untersuchungen mussten 2.987 Tiere ihr Leben lassen.
Nach wie vor findet sich die höchste Anzahl der verwendeten Tiere mit 57.360 in der Rubrik für "sonstige Krankheiten des Menschen". Nach wie vor fordern wir, dass hier die Statistik hinsichtlich einer sinnvollen Aussagekraft weiter nach Krankheiten differenziert werden sollte (etwa nach Diabetes, Allergien etc.).

 

Tabelle 5:
Die Zahlenangaben der Spalten 2.4 und 2.5, nämlich die Anzahl der 56.038 verwendeten Tiere bei der Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten und Geräten der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin werden hier weiter nach den Rechtsvorschriften aufgeschlüsselt:

43.899 Tiere wurden aufgrund von einer Kombination von Rechtsvorschriften (EU, Europarat, nationale und sonstige) verwendet; 11.281 Tiere wurden aufgrund von EU-Rechtsvorschriften den Versuchen unterzogen.

Schienen für das Jahr 2004 in der Rubrik für "sonstige Rechtsvorschriften" noch 22.537 Tiere auf, im Jahr 2005 461 Tiere, im Jahr 2006 70 Tiere, im Jahr 2007 3 Tiere, im Jahr 2008 376 Tiere, im Jahr 2009 316 Tiere, im Jahre 2010 738 Tiere – so musste hierfür im Jahre 2011 und nun auch im Jahre 2012 überhaupt kein Versuchstier sein Leben lassen.

Die Zahlen der Verwendung von Versuchstieren, die auf keine (!!!) Rechtsvorschriften basieren, die in den letzten Jahren ständig gestiegen sind, sind endlich gesunken, nämlich auf 40. (2008: 14; 2009: 101; 2010: 110; 2011: 239)

Aufgrund nationaler Rechtsvorschriften eines einzelnen EU-Mitgliedstaates wurden an 818 Tieren Experimente durchgeführt. Dies stellt einen enormen Anstieg gegenüber den Vorjahren dar: 2009: 355; 2010: 0; 2011: 104.

Aufgrund von Rechtsvorschriften eines Mitgliedslandes des Europarates, die keine EU-Vorschriften sind, wurden wie schon in den Jahren 2010 und 2011 keine Tierversuche durchgeführt.

 

Tabelle 6:
Die Spalte 2.6 wird hier mit den 1.754 Tieren weiter nach den Rechtsvorschriften aufgeschlüsselt:

An 77 Tieren wurden toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitsprüfungen aufgrund einer Kombination von Rechtsvorschriften (EU, Europarat, nationale und sonstige) durchgeführt.

An 1.542 Tieren wurden Giftigkeitstests aufgrund von EU-Rechtsvorschriften vorgenommen.

Aufgrund von nationalen Rechtsvorschriften eines einzelnen EU-Mitgliedstaates und aufgrund von Rechtsvorschriften eines Mitgliedslandes des Europarates, die keine EU-Vorschriften sind wurden wie schon auch in den Jahre 2010 und 2011 keine Tierversuche durchgeführt.

Erstmals wurden keine Giftigkeitstests ohne jegliche Rechtsvorschriften durchgeführt!!! (2008: 158; 2009: 82; 2010: 45; 2011: 28)

An 135 Tieren wurden toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitsprüfungen aufgrund "sonstiger Rechtsvorschriften" durchgeführt. (2009: 22; 2010: 3; 2011: 7)

 

Tabelle 7:
Die Spalte 2.6 wird hier mit den 1.754 Tieren weiter nach der Art der Toxizitätsprüfungen aufgeschlüsselt. Siehe auch Zeile 8z.

Die Toxizitätstests, die außerordentlich belastend für die Tiere sind und mit großen Schmerzen und Leiden einhergehen, sind erstmals deutlich zurückgegangen und machen jetzt 1.754 Tiere aus (gegenüber 2011 um 2.750 weniger). (2008: 8.052; 2009: 5.538; 2010: 5.064: 2011: 4.504)

Für akute und subakute Toxizitätstests wurden 1.390 Tiere, um 401 weniger als 2011, verwendet. (2008: 3.084; 2009: 2.271; 2010: 2.384; 2011: 1.791)

Der Rubrik „sonstiges“ wurden 229 Tiere, um 225 weniger als 2011, zugeordnet.

Bei Toxizitätsprüfungen für Wasserwirbeltiere mussten 135 Tiere ihr Leben lassen. (2010: 0; 2011: 123)

Keine (!) Tiere wurden eingesetzt für Hautreizungstests (2011: 58), Hautsensibilisierungstests (2011: 1.088), Augenreizungstests (2011: 108), für Prüfungen auf subchronische und chronische Toxizität (2011: 458) und auf Mutagenität (2011: 424).

Und wie auch schon im Jahre 2011 wurden auch 2012 keine Tiere für Prüfungen auf Kanzerogenität, Entwicklungstoxizität und Reproduktionstoxizität verwendet.

 

Tabelle 8:
Die Spalte 2.6 wird hier mit den 1.754 Tieren weiter nach der Art der Toxizitätsprüfungen aufgeschlüsselt und nach den Produktgruppen eingeteilt:

Für toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitsprüfungen wurden 1.754 Tiere insgesamt verwendet. An über 80 % der Tiere, nämlich an 1.433, wurden Giftigkeitstests für Produkte/Stoffe/Geräte der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin durchgeführt, davon wiederum hauptsächlich akute und subakute Giftigkeitstests (1.390).

Weiteres dazu entnehmen Sie bitte der Analyse zu den Tabellen 3 und 7, da diese in der Tabelle 8 zusammengefasst sind.