“Herz aus Stein” wurde erstmal vergeben. Der “Preis” erging an Forscher für ihre Erstickungsversuche an Nacktmullen.

Mit der Vergabe eines „Herz aus Stein“ durch die Ärzte gegen Tierversuche soll auf besonders absurde und grausame Tierversuche aufmerksam gemacht werden. Sie haben fünf genehmigte Tierversuchsprojekte aus dem Jahre 2017 ausgewählt, auf ihre Website gestellt und darüber die UserInnen abstimmen lassen. Gewonnen hatten die Erstickungsversuche mit Nacktmullen am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin. Ärzte gegen Tierversuche waren zur Übergabe des „Herz aus Stein“ vor Ort. Das MDC lehnte den Preis ab.

„Angeblich werden Tierversuche durchgeführt, um kranken Menschen zu helfen. Die Öffentlichkeit wird regelmäßig mit solchen Behauptungen getäuscht“, erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, Vorstandsmitglied von Ärzte gegen Tierversuche. „In Wahrheit ist der angebliche Nutzen von Tierversuchen nur vorgeschoben.

Aus folgenden fünf Projekten konnte der schlimmste Tierversuch ausgewählt werden:

  • Am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin wurden Erstickungsversuche an Nacktmullen und Mäusen durchgeführt, indem der Frage nachgegangen wurde, wie lange Nacktmulle ohne Sauerstoff auskommen können.
    48,3% stimmten für diesen Versuch.

    Es wurde eine Vielzahl verschiedener Versuche jeweils mit einigen Mäusen und einigen Nacktmullen durchgeführt. Hier nur ein Beispiel:
    Mäuse und Nacktmulle werden einer Luft mit 0% Sauerstoff ausgesetzt. Die Mäuse hören nach 45 Sekunden ohne Sauerstoff auf zu atmen. Wenn 20 Sekunden später Sauerstoff in die Kammer eingeleitet wird, erholen sich die Mäuse nicht, sondern sterben. Die Mulle verlieren ebenfalls nach 20 Sekunden das Bewusstsein, atmen aber sporadisch und der Herzschlag verlangsamt sich drastisch. Nach 10 Minuten wird der Sauerstoffgehalt auf normale 21% gesetzt, die Mulle erwachen und zeigen keinerlei Spätfolgen. 30 Minuten ohne Sauerstoff überleben die Nacktmulle jedoch nicht.

  • Am Ymed, Innovationszentrum für Biochemie, in Martinsried bzw. München, wurde Mäusen eine Blutvergiftung zugefügt, mit verschiedenen Substanzen behandelt und dann beobachtet, wie lange die Tiere brauchen, um zu sterben.
    28,8% stimmten für diese Versuche.
  • Die Fakultät für Ernährungswissenschaften der Universität Jena ging der Frage nach, warum Bier die Leber von Mäusen weniger schädigt als Schnaps.
    11,3% stimmten für diese Versuche.
  • Am Zentrum für Kardiologie der Universität Mainz wurde untersucht, wie sich Fluglärm auf Mäuse auswirkt. Dabei wurde etwa über einen Lautsprecher, der 30 cm über dem Mäusekäfig hing, eine zweistündige Aufzeichnung mit dem Lärm von 69 Flugzeugen in Dauerschleife abgespielt.
    7,5% stimmten für diese Versuche.
  • Das Institut für Entwicklungsbiologie und Neurobiologie der Universität Mainz hat Fruchtfliegen die Flügel abgeschnitten und mit Hilfe eines Vibrators gestresst, um Depressionen an ihnen zu erforschen. Die Vibrationen mit 300 Hz erfolgten mit kurzen, unregelmäßigen Pausen 8 Stunden täglich, 3-5 Tage pro Woche.
    4,1%  stimmten für diese Versuche.

(Genaue Details zu den oben angeführten Tierversuchen inklusive den Originalquellen der in Fachzeitschriften publizierten Tierversuche finden Sie hier: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/helfen/aktionen/2616-herz-aus-stein)

 

 

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