Nestlé: Für grausame Botox-Tierversuche mitverantwortlich. Online-Petition und Aktionswoche in ganz Europa

Presseinfo

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé vertreibt Botox-Produkte der britischen Herstellerfirma Ipsen zur Faltenglättung, die noch immer in grausamen Tierversuchen getestet werden. Aus diesem Grund rückt der Dachverband führender europäischer Tierversuchsgegnerorganisationen, die „Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen“ (ECEA), mit seiner Aktionswoche gegen Botox-Tierversuche Nestlé vom 25. bis 30. Juni ins Zentrum der Kritik.

Der österreichische Partnerverein der ECEAE, der „Internationale Bund der Tierversuchsgegner“ (IBT), fordert Nestlé auf, den Verkauf der Botox-Produkte von Ipsen einzustellen, solange für diese Vergiftungstests an Mäusen durchgeführt werden. „Nestlé ist im Jahr 2015 in den boomenden, überaus lukrativen Botox-Beauty-Markt eingestiegen und somit als Vermarkter tiergetesteter Produkte für das damit verbundene enorme Tierleid mitverantwortlich. Der Konzern Nestlé hat sich seiner ethischen Verantwortung zu stellen, indem er sich für die zügige Entwicklung, Anerkennung und den Einsatz tierfreier Testmethoden einsetzt“, sagt Gerda Matias, Präsidentin des IBT.

Denn für die Chargenprüfungen der Botulinumtoxin-Produkte (allgemein als Botox bezeichnet) wird der überaus grausame LD50-Test an Tieren durchgeführt. Dabei wird das Nervengift Botox in verschiedenen Dosierungen und in unterschiedlichen Konzentrationen mehreren Gruppen von Mäusen in die Bauchhöhle injiziert, um jene Giftmenge zu ermitteln, bei der die Hälfte der Mäuse stirbt. Für die Tiere ist dies mit entsetzlichen Qualen verbunden. Es kommt zu Muskellähmungen, Sehstörungen und Atemnot. Der Todeskampf kann sich über drei oder vier Tage hinziehen. Die Mäuse ersticken bei vollem Bewusstsein – allein in Europa an die 400.000 Tiere jährlich.

Aufgrund der Proteste der TierversuchsgegnerInnen haben die Botox-Hersteller Allergan und Merz für ihre Produkte inzwischen eigens einen tierversuchsfreien Zelltest entwickelt, der auch behördlich anerkannt ist und einen großen Teil der LD50-Tests ersetzt.

Im Unterschied dazu prüft der britische Hersteller Ipsen, dessen Produkte Dysport und Azzalure vom Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé weltweit vertrieben werden, seine Botox-Produkte zu kosmetischen Zwecken weiterhin an Tieren.
Ipsen hat zwar kürzlich behauptet, den Behörden einen tierversuchsfreien Test vorgelegt zu haben, doch ist bislang offen, ob dieser auch genehmigt und tatsächlich eingesetzt werden kann.

Der schweizerische Partnerverein der ECEAE, die „Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres“ (LSCV), hat eine Online-Petition initiiert, die von allen Interessierten unterzeichnet werden kann. Weiters stellt der IBT Unterschriftenlisten bereit, die sich auch an Ipsen wenden.

Hier geht es zur Online-Petition und den Unterschriftenlisten

Siehe auch unter Tierversuche für Botox-Faltenbehandlung

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