Wir sind eine seit 1968 bestehende Tierrechtsorganisation mit Mitgliedern, Freunden und Kontaktstellen in aller Welt. Unser Ziel Ist die Abschaffung aller Tierversuche sowie deren Ersatz durch tierversuchsfreie Methoden.

Tierversuche in der EU – Pressemeldung ECEAE / IBT im Juli 2021

Die Europäische Kommission veröffentlicht die statistischen Daten zu Anzahl, Arten und Zweck des Einsatzes von Tieren in der Forschung im Jahr 2018 (https://ec.europa.eu/environment/chemicals/lab_animals/pdf/SWD_%20part_A_and_B.pdf ) in 29 Mitgliedstaaten – (einschließlich Norwegen und England, deren neueste verfügbare Daten aus dem Jahr 2015 stammen).

Insgesamt wurden 8.921.758 Tiere ohne Daten der Norwegischen Statistik 2015, bzw. 10.572.305 Tiere mit den Norwegischen Daten aus 2015, bis 2018 in europäischen Labors verwendet. Die Zahlen sind erschreckend hoch, obwohl die EU-Richtlinie 2010/63 vorsieht, dass die Verwendung von Tieren nur der letzte Ansatz sein soll. Politisch und institutionell ist ganz Europa zur Umsetzung von alternativen Methoden und dem Ersatz von Tieren in der wissenschaftlichen Forschung verpflichtet.

Erstmalig enthält diese EU-Statistik auch gentechnisch veränderte Tierlinien sowie deren Entstehung, Betreuung und Verwendung (Richtlinie 2010/63/EU).

Über 1,5 Millionen gentechnisch veränderte Tiere sind die traurige Realität. 16 Prozent davon weisen einen leidenden Phänotyp auf, mit Schmerzen von Geburt an, da sie bewusst herbeigeführte Krankheiten erleiden müssen.

Im Vergleich zu 2015, ist der zunehmende Einsatz von Hunden (+ 29 % – 17.711 Tiere) und Primaten (+ 4% – 8.583 Tiere) sowie besonders geschützten Arten, deren Verwendung streng geregelt ist, äußerst negativ auffallend.
Besonders bei Primaten hatte sich Europa das Ziel gesetzt, nur Tiere aus autarken Kolonien zu verwenden. Die mehrheitliche Herkunft dieser Tiere ist aus Nicht-EU-Ländern, wie z.B. Afrika und Asien, wo massenhafte Fänge von Primaten stattfinden.

Zu den am häufigsten aus Nicht-EU-Ländern in die Europäische Union importierten Arten gehören auch Katzen (38%) und Hunde (46%).
46 Prozent der Tiere wurden in der Grundlagenforschung eingesetzt, die keinen klar definierten gesetzlichen Regeln unterliegen. Tatsächlich wurden nur 18% der Tierversuche für die Beantwortung von Anfragen verwendet. An fast der Hälfte der Tiere (4.732.546 Individuen) finden Eingriffe in den beiden höchsten Schmerzklassen (mittelschwer und schwer) statt. Die Wiederverwendung (durch die neue Richtlinie von 2013 erlaubt) umfasst 2% der Tiere und betrifft in der Praxis insbesondere Pferde, Esel, Schafe, Hunde, Katzen und Primaten.

Die EU-Kommission hat die erste statistische Datenbank zu Tierversuchen “UE ALURES“ veröffentlicht, die freien Zugang zu weiteren Informationen über die Verwendung von Tieren in der EU anbietet:
https://ec.europa.eu/environment/chemicals/lab_animals/alures_en.htm

 

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NOTFALL – “RAMBO”

Rambo wurde 2008 / 2009 von uns vergeben – er wurde am 7.7.2021 von der Tierrettung / Tierquartier im 11. Bezirk / Leberstrasse freilaufend  gesichert. Sollten Sie Informationen zum Tierhalter haben oder das Tier selbst halten bitten wir um Kontaktaufnahme unter

0676 600 30 47 / Frau Gerda Matias

 

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Bedenken hinsichtlich der Ausweitung des Handels mit Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis) auf Mauritius und ihre Gefangennahme aus der Wildnis.

Unsere aktuelle EU-Aktion:

An

die Österreichischen EU-Abgeordneten

via Email

Wien, im Juni 2021

Betreff: Bedenken hinsichtlich der Ausweitung des Handels mit Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis) auf Mauritius und ihre Gefangennahme aus der Wildnis.

Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere Mit dieser Richtlinie wird die Richtlinie 86/609/EWG ersetzt und aufgehoben. Directive 2010/63/EU on protecting animals used for scientific purposes It replaces and repeals Directive 86/609/EEC.

Sehr geehrte EU-Abgeordnete!

Unser Schreiben betrifft die Notlage der Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis) in Mauritius. Mauritius ist der Hauptlieferant von Affen für Forschungszwecke in die EU – von dort werden jährlich viele tausende Tiere exportiert.

Für das Jahr 2020 liegen diesbezüglich folgende Zahlen vor:

 Spanien (2.126)

 Frankreich (1.027)

 Niederlande (290)

 Deutschland (29)

Im EU-Raum angekommen, werden die Tiere wahrscheinlich zur Umverteilung weitertransportiert – so zum Beispiel durch das Unternehmen SILABE (Simian Laboratory Europe) mit Sitz in Niederhausbergen / Frankreich. Diese Firma unterhält eine Depot- und Lieferanlage und ist dafür bekannt, Langschwanzmakaken aus Mauritius zu importieren und weiter an Labore in Italien und Deutschland zu verkaufen.

Wir möchten mit diesem Schreiben Ihr Augenmerk auf die jüngste Genehmigung der Regierung von Mauritius für die Erweiterung einer der Primatenhandelsanlagen der Biosphere Trading Ltd. richten – damit verbunden ist auch eine Erhöhung der Fangquote von Wildtieren bis zu 1.000 Langschwanzmakaken für Zuchtzwecke. (Ref. 1 und 2 am Ende des Schreibens).

Des Weiteren wurden im Jahr 2019 174 Langschwanzmakaken mit dem Quellcode „W“ (wild) von Mauritius in die USA exportiert (Ref. 3 am Ende des Schreibens) – relevante Daten für das Jahr 2020 sind noch nicht verfügbar.

Laut Medienberichten beabsichtigt Biosphere Trading Ltd., die lokale Bevölkerung für das Fangen von Affen heranzuziehen, indem Grundeigentümer und Pächter mit Fallen versorgt werden, um der Tiere habhaft zu werden. Biosphere Trading Ltd. kauft dann in der Folge ausgewählte Tiere (Ref. 2 am Ende des Schreibens). Ein solcher Ansatz und derartige Praktiken zur Jagd auf wilde Affen ist alarmierend und wirft massive Bedenken hinsichtlich des Tier- und Artenschutzes auf.

Biosphere Trading Ltd. setzt definitiv ein Kopfgeld für die Affen aus. Neben dem Leid durch Gefangennahme und Eingrenzung dieser Individuen muss man auch große Sorge um das Schicksal jener eingefangenen Affen haben, die in der Folge nicht von Biosphere Trading Ltd. gekauft werden!

In der überarbeiteten Fassung der Richtlinie der Europäischen Union 2010/63/EU (Ersatz für 86/609 / EWG) zum Schutz von für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tieren, wurde anerkannt, dass sich Probleme durch die Gefangennahme nichtmenschlicher Primaten aus der Wildnis hinsichtlich Tierschutz, Tiergesundheit und ethischer Belange ergeben. Zwecks Beendigung des Einfangens von Wildtieren für wissenschaftliche Belange und Zuchtzwecke, wird in der Richtlinie als eines der Ziele festgelegt, nach einer angemessenen Übergangszeit nur mehr die Verwendung von nichtmenschlichen Primaten in der Forschung zuzulassen, sofern es sich um Nachkommen von Tieren handelt, die in Gefangenschaft gezüchtet wurden (F2 / F2 + Generation) oder wenn die Tiere aus autarken Kolonien (SSC) stammen (Ref. 3 am Ende des Schreibens).

2017 wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, in der ein Umsetzungsdatum für die Richtlinie im Jahr 2022 festgelegt wurde (Ref. 4 und 5 am Ende des Schreibens).

In dieser Machbarkeitsstudie wurde festgestellt, dass 50% der nichtmenschlichen Primaten, die erstmals im Jahr 2014 in der EU-Forschung zur Verwendung kamen, auf Mauritius geboren wurden. In Stellungnahmen von Primatenzuchtfirmen auf Mauritius wird dargelegt, dass bis etwa in das Jahr 2008 Zuchttiere aus der Wildnis entnommen wurden – danach, so wird behauptet, wurden die autarken Kolonien geschlossen und nur mehr mit Zuchttieren gehandelt.

Im Gegensatz zu diesen Behauptungen ist jedoch aufgrund der oben erwähnten jüngsten Entwicklungen klar, dass Mauritius den Handel mit in der Wildnis gefangenen Langschwanzmakaken für die Zucht und den Export wieder aufgenommen hat. Dies könnte zur Wiederaufnahme großflächiger, kommerzieller Fallenstellungen führen, was einen enormen Rückschritt in Bezug auf den Tierschutz zur Folge hat. In einer Zeit, in der die Europäische Union die Verwendung von wild gefangenen nichtmenschlichen Primaten und deren Nachkommen in erster Generation in der Forschung beendet, ist es somit unvereinbar, wenn die EU Affen aus einem Land importieren sollte, welches nicht nur die Grausamkeit und das Leid von wild gefangenen Tieren zwecks Handel duldet, sondern es auch zulässt, dass dieser Handel ausdehnt wird.

Darüber hinaus stellen wir die Frage, welche Vorkehrungen die EU trifft, um zu gewährleisten, dass aus Mauritius importierte Affen Nachkommen von in Gefangenschaft gezüchteten Tiere sind und nicht aus Betrieben stammen, die am Fang von wilden Langschwanzmakaken zu Zuchtzwecken oder zum direkten Export beteiligt sind.

Wir hoffen, dass Sie diese Bedenken im Europäischen Parlament, in der Europäischen Kommission und im direkten Austausch mit Mauritius zur Sprache bringen.

Bitte lassen Sie uns wissen, falls wir Sie mit weiteren Informationen diesbezüglich unterstützen können.

Wir würden uns über Ihre Stellungnahme zu diesem brisanten Thema freuen, mit freundlichen Grüßen

Gerda Matias (Präsidentin des IBT)

Referenzen :
2. Export à des fins de recherche médicale: feu vert du GM au plus Grand Projet d’élevage. https://defimedia.info/exportation-des-fins-de-recherche…
3. UNEP-WCMC CITES-Datenbank
4. 2010/63 / EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2010 am Schutz von Tieren, die zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden (Artikel 10) Richtlinie: https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2010/63/oj
5. Die Machbarkeitsstudie (Referenz: 07.0201 / 2014 / SI2.690759 / SER / ENV.A3) gemäß Anforderung in Artikel 10 der Richtlinie 2010/63 / EU über den Schutz von Tieren, die zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden.“ – 2017

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Grausame Botox-Tests an Mäusen gehen weiter, obwohl tierfreie Tests seit 10 Jahren verfügbar sind – Aktionswoche in ganz Europa

Aktuell läuft europaweit eine Protestaktion zu den anhaltenden Problemen rund um das Thema BOTOX:
Koordiniert wird die Aktion durch ECEAE – https://www.eceae.org

Zehn Jahre sind vergangen, seit der erste Hersteller von Botulinumtoxin-Produkten (allgemein als Botox bekannt) die zulassungsfreie Zulassung für einen tierfreien Test erhalten hat. Nach Allergan wechselten 2015 und 2018 zwei weitere globale Unternehmen, Merz und Ipsen, zu tierfreien Tests. Trotz dieser Siege für Tierrechtskampagnen gehen die extrem grausamen Botox-Tests an Mäusen weiter. Der Int. Bund der Tierversuchsgegner (IBT), Mitglied der European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE), fordert die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) auf, den LD50-Test an Mäusen aus den europäischen Vorschriften zu streichen. Die ECEAE wird vom 21. bis 26. Juni eine Aktionswoche in ganz Europa abhalten, um gegen den fortgesetzten Einsatz von Mäusen bei diesem grausamen Vergiftungstest zu protestieren.

Zwar gelegentlich für medizinische Zwecke verwendet, ist das bakterielle Gift hauptsächlich für seine kosmetische Verwendung zur vorübergehenden Reduzierung von Gesichtslinien und Falten. Jede Charge Botox wird durch den umstrittenen LD50 (Lethal Dose) Vergiftungstest mit verschiedenen Dosierungen von Botulinumtoxin getestet, die in den Bauch von Mäusen injiziert werden, um die Dosis zu eruieren, welche die Hälfte der Versuchstiere tötet. Dies beinhaltet entsetzliches Leiden für die Tiere, die langsam durch Muskellähmung bei vollem Bewusstsein ersticken. In Europa werden schätzungsweise 400.000 Mäuse pro Jahr für diese grausamen Praktiken getötet.

Kontinuierliche Proteste der ECEAE und anderer Organisationen haben die Hersteller Allergan, Merz und Ipsen dazu gebracht, zellbasierte Assays zu verwenden und damit die meisten ihrer Tierversuche zu ersetzen. Einige Tests auch dieser Unternehmen werden jedoch immer noch an Mäusen durchgeführt.

Ein Hersteller, der den grausamen LD50-Test ebenfalls noch verwendet, ist Sloan Pharma. 2019 erhielt das Unternehmen die Lizenz zur Durchführung von LD50-Tests an 46.800 Mäusen in Deutschland.

Das Europäische Arzneibuch, welches die Chargenprüfung von Botox-Produkten regelt, erlaubt zwar eine Reihe von tierfreien Testmethoden, aber es erlaubt auch weiterhin den LD50-Test an Mäusen. Die ECEAE fordert die Regulierungsbehörde EMA auf, die grausamen Tests an Mäusen aus dem Arzneibuch zu streichen.

Gerda Matias, Präsidentin des Int. Bund der Tierversuchsgegner dazu: “Es ist nicht hinnehmbar, dass fühlende Tiere immer noch einen qualvollen Tod erleiden, um ein Produkt, das häufig für kosmetische Zwecke verwendet wird, zu testen, obwohl alternative, nicht-tierische Technologien verfügbar sind.”

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ERSTE MENSCHENAFFEN AN COVID-19 ERKRANKT

Medieninformation des Jane Goodall Institut – Austria

 

Wien/San Diego/Kibale, 14.01.2021


Was ForscherInnen seit Ausbruch der Pandemie befürchten, ist nun bestätigt: Menschenaffen sind genauso anfällig für COVID-19 wie wir Menschen. Im Zoo von San Diego wurden mehrere Gorillas positiv auf das Virus getestet. Keine guten Nachrichten für alle wildlebenden Menschenaffen in Afrika und Asien. Das Corona-Virus könnte der Todesstoß für Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans sein, die schon bisher durch illegale Jagd und Verlust ihres Lebensraumes durch Abholzung der Regenwälder vom Aussterben bedroht sind.

Seit Beginn der Pandemie warnen ForscherInnen vor einer möglichen Übertragung auf Menschenaffen. Als zwei der Gorillas im San Diego Zoo am 6. Jänner auffällig husteten und andere Tiere der Gruppe leichte Erkältungssymptome zeigten, wurden Kotproben getestet und so die Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen. Ergänzende Tests haben das Ergebnis bestätigt. Bedeutsam ist der Nachweis vor allem, weil es die ersten dokumentierten Fälle von infizierten und erkrankten Menschenaffen sind. Ob sich alle Gorillas der Gruppe angesteckt haben, wird noch überprüft. Die Tiere befinden sich in Quarantäne.

„Meinen Informationen zufolge ist die Quelle der Infektion ein asymptomatischer Zoomitarbeiter und das trotz strenger Sicherheitsprotokolle, die der San Diego Zoo strikt eingehalten hat. Dies zeigt uns einmal mehr, wie eng der Mensch mit der gesamten Natur verbunden ist und der Transfer von Zoonosen in beide Richtungen erfolgt, “ sagte Dr. Jane Goodall in einer ersten Reaktion auf die Meldungen aus San Diego. Die schlechte Nachricht, so die Artenschützerin: „Für Menschenaffen, die genetisch so nah am Menschen und daher besonders anfällig für menschliche Krankheiten sind, ist die Bedrohung durch COVID-19 genauso real wie für uns.“

BEDROHUNG FÜR WILDLEBENDE MENSCHENAFFFEN
„Wir müssen eine Übertragung auf die wildlebenden Schimpansen unbedingt verhindern. Denn es ist nicht möglich einzelne Tiere oder Gruppen in freier Wildbahn unter Quarantäne zu stellen“, betont Dr. Peter Appell, Veterinärmediziner und Projektleiter beim Jane Goodall Institut in Uganda. Auch eine medizinische Behandlung ist im Regenwald praktisch unmöglich, so der Tierarzt, der seit Jahren ein Feldprojekt zum Schutz von Schimpansen im Kibale Nationalpark in Uganda (ein Regenwaldgebiet mit der größten Primatendichte Afrikas) mitbetreut: „Freilebende Schimpansen sind äußert scheu, aber sehr klug. Das Aufspüren kranker Tiere würde zu viel an wertvoller Zeit in Anspruch nehmen und sobald die Gruppe merkt, dass wir ein Tier separieren, fliehen die anderen. Zudem gibt es für Schimpansen derzeit keine erforschte Covid-Behandlung.“ Sollten die Mortalitätsraten ähnlich jener des Menschen sein, könnte die Corona-Pandemie Populationen von Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans auslöschen, warnt er.

GENAUE BEOBACHTUNG IN SAN DIEGO
Deshalb wird der Krankheitsverlauf der Gorillas in San Diego von WissenschaftlerInnen weltweit genau verfolgt. Bisher ist nicht bekannt, wie schwer sich eine Infektion mit SARS-CoV-2 bei Menschenaffen auswirkt. Aufgrund der Ähnlichkeit der DNA von Mensch und Menschenaffe – jene der Schimpansen etwa ist zu 98,8% ident mit unserer – sind Menschenaffen ebenso anfällig für Atemwegserkrankungen wie Menschen. Im Fall des Corona-Virus ist die Proteinsäure-Sequenz des ACE2 Rezeptors entscheidend. ACE2 ist der Rezeptor über den SARS-CoV-2 in die Zelle gelangt. Alle Menschenaffen, ob afrikanische oder asiatischen Primatenarten, besitzen dieselben 12 Aminosäurereste wie der Mensch, an die das Virus andockt. Daher gehen ForscherInnen davon aus, dass Menschenaffen sehr anfällig für SARS-CoV-2 und dessen Auswirkungen sind. „Wir wissen nicht, wie sich die Infektion auf die Gorillas auswirken wird, und auch nicht, ob nicht noch weitere Symptome dazukommen“, heißt es in einer Stellungnahme des Zoos.

VORSICHTSMASSNAHMEN IN AFRIKA
Viele Nationalparks in Afrika waren oder sind zum Schutz der Tiere geschlossen. Das Risiko für freilebende Primaten bleibt, denn die Tiere halten sich nicht an die Grenzen der Parks, sodass der Kontakt mit Menschen in anliegenden Gebieten nicht ausgeschlossen werden kann. Eine weitere potentielle Gefahr sind Wilderer, die in den Wäldern mit Schlingfallen illegal nach Buschfleisch jagen und Tiere gefangen nehmen um diese trotz Verbot auf Märkten als „Bushmeat“ zu verkaufen. Dieses Geschäft ist brutal und mehrfach gefährlich: Nicht nur geschützte Tierarten sind dadurch in ihrem Fortbestand gefährdet, sondern die Gesundheit vieler Menschen weltweit. Zoonosen – wie im Fall von COVID – 19 – werden über den Konsum dieser Exoten übertragen. Der Handel und der Genuss von exotischem Fleisch sowie anderen tierischen Produkten ist ein millionenschweres Geschäft, das weltweit floriert.

Das Fallenentfernungsprogramm im Kibale Nationalpark sowie die Schutzstationen für verwaiste und gefangen genommene Schimpansen des Jane Goodall Instituts in Afrika, haben bereits seit Februar 2020 strenge Quarantäne- und Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um eine Übertragung zu verhindern. Wie die Ereignisse in San Diego zeigen, bleibt jedoch ein Restrisiko.
Ranger und NGO-MitarbeiterInnen, die sich in den Nationalparks für den Schutz der Wildtiere einsetzen, arbeiten mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen, begeben sich in Selbstisolation und vermeiden Kontakte zur Welt außerhalb der Schutzgebiete. Dieser Einsatz für den Artenschutz bedeutet nicht nur persönlichen Verzicht, sondern leider auch direkte Lebensgefahr wie die Meldung der sechs ermordeten Ranger aus dem Virunga-Nationalpark erschütternd zeigt. Im Kibale Nationalpark wurde im Dezember ein Ranger von Wilderern getötet.

FORDERUNGEN AN DIE POLITIK
„Bei aller Bedeutung von Tagesinzidenzen und Impfzahlen dürfen PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen den Kern des Problems – die Entstehung und Verbreitung zoonotischer Viren – nicht unberücksichtigt lassen“, fordert Mag. Diana Leizinger, Geschäftsführerin des Jane Goodall Institut-Austria. Schon seit Beginn der Pandemie setzt sich das in Wien beheimatete Institut von Artenschützerin Jane Goodall für konkrete Maßnahmen ein. „Wenn wir nicht rasch lernen, achtsam mit anderen Lebewesen und Ökosystemen umzugehen, waren weltweit hunderttausende Tote, zerstörte Existenzen und Milliardenrettungspakete erst der Anfang“, so die Biologin Leizinger.

Das Jane Goodall Institut fordert unter www.covid19-warum.at auf, die Ursachen endlich zu bekämpfen: COVID-19 hat – wie zuvor EBOLA, SARS, MERS oder HIV – seinen Ursprung im rücksichtslosen Handel lebender und getöteter Wildtiere. Unter grausamen, unhygienischen Bedingungen, die die Entstehung zoonotischer Viren begünstigen, werden Tiere gehalten und geschlachtet. Auf kleinen Märkten ebenso, wie im großen Stil über internationale Handelsdrehscheiben. Tiere als Nahrung, als Souvenir, als dubioses „Heilmittel“, als Zeitvertreib. Als strategische Geldquelle, als internationale Handelsware. „Nur wenn sich in diesem Bereich rasch etwas ändert und Maßnahmen zur Eindämmung zoonotischer Viren ergriffen werden, können weitere Pandemien verhindert werden. Wie Jane Goodall sagt, hängt für die Natur alles miteinander zusammen. Und auch wir sind ein Teil davon. Handeln wir endlich nach dem Motto: Schutz für Wildtiere, bedeutet Schutz für uns“, so Diana Leizinger.

Weiterführende Links:
www.covid19-warum.at
www.janegoodall.at
Medieninformation San Diego Zoo

 

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PROTEST GEGEN TIERVERSUCHE AN DER JKU LINZ

Wir arbeiten derzeit an einem Schwerpunkt – dem Protest gegen die geplante Etablierung von Tierversuchen an der Johannes Kepler Universität in Linz.

Sie können hier online Ihre Unterstützung zu dieser Protestaktion an uns weiterleiten – nutzen sie bitte dafür das folgende Formular. Sie können hier auch die Unterschriftenliste im PDF-Format auf Ihren Rechner laden und für Unterstützungen ausdrucken. Diese Listen können Sie sodann per Post an uns senden. Gerne schicken wir Ihnen auf Wunsch diese Listen auch zu – ein kurzer Anruf oder eine Email genügt.

HIER KLICKEN ZUM DOWNLOAD IM PDF-FORMAT


PROTEST GEGEN TIERVERSUCHE AN DER JKU LINZ
Unterstützungsformular zum Protest an das Rektorat der JKU-Linz gegen die geplante Einrichtung eines Tierversuchslabors.
Wenn Sie nicht Österreich, Deuschland oder Schweiz gewählt haben - bitte angeben
Format: JJJJ / MM / TT
Wir geben Ihre Daten gemäss unserem Impressum nicht an Dritte weiter. Sie können den Erhalt jederzeit telefonisch oder mittels Email stornieren.

Zum Thema hier auch unser Text zum Protest:

An das REKTORAT der
Johannes Kepler Universität
Altenberger Straße 69
4040 LINZNovember / Dezember 2020

BETRIFFT:  PROTEST GEGEN DIE EINRICHTUNG EINES
                  TIERVERSUCHSLABORS AN DER JKU LINZ.

Sehr geehrter Herr Rektor!

Mit den umseitigen Unterschriften bestätigen wir unseren Protest gegen das Vorhaben, an der Johannes Kepler Universität in Linz ein Labor für  Tierversuche zu planen und einzurichten.

Die JKU Linz hat sich bislang zu Recht damit gerühmt, keine Tierversuche zu unterstützen oder durchzuführen, und ist damit im Kreise anderer Institute welche gleichfalls diesen fortschrittlichen und humanen Weg verfolgen ein Vorbild und Wegweiser. Diese wichtige Stellung ist mit Ihren Planungen und Vorhaben in Gefahr – wie dadurch auch die weit gediehenen Forschungen an alternativen Methoden ignoriert und leider wiederum torpediert werden.

Es steht für uns außer Frage, dass Tierversuche aus ethischen und moralischen Gründen abzulehnen sind. Mittlerweile gilt es auch als bewiesen, dass alternative Methoden weitaus zielführendere Ergebnisse liefern und somit das Quälen und Töten von jährlich Tausenden bis Millionen von Tieren jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.

Wir ersuchen Sie daher, Ihre Planungen und Arbeiten an diesen Vorhaben einzustellen und sich im Gegensatz dazu für alle weiteren Forschungen und Entwicklungen alternativer Methoden einzusetzen. Die JKU Linz sollte in Zukunft nicht nur für „KEINE TIERVERSUCHE“ stehen sondern ein aktives Institut für die Entwicklung solcher alternativen Methoden werden! Für eine derartige Zielsetzung, die Ihr Institut auch seit dem Jahr 2014 breit und medienwirksam verfolgt,  wären die Mittel weitaus besser, humaner und letztendlich erfolgreicher angelegt.

Im Namen der Unterzeichnenden,

Int. Bund der Tierversuchsgegner
Präsidentin Gerda Matias (Initiatorin des Tierschutzvolksbegehrens 1995)

Zum Thema eine Email, welche eine Kollegin vor Ort an zahlreiche Politiker zum Thema im August 2020 verfasst hat:

Ich erlaube mir Sie auf die laut gewordene Kritik des Onkologie-Leiters Dr. Schmitt hinzuweisen. Nicht nur dass er u.a. als Korrespondenzautor in China an grausamen Tierversuchen höchsten Schweregrades beteiligt war, die in anderen Ländern nur schwer genehmigt werden, auch hat er sich bemüht die festgeschriebenen progressiven Prinzipien für tierversuchsfreie Forschung bei Gründung der Linzer Medizinfakultät über Bord zu werfen. (siehe Artikel der Kronenzeitung aus dem Jahre 2014 im Anhang)

Und das obwohl die JKU mit ihrer technischen Fakultät und guten Beziehungen zur FH für Medizin und Bioinformatik österreichweit über ein vorbildliches Netzwerk verfügt und als Standort des weltweit größten Kongresses über Alternativen zum Tierversuch bekannt ist (EUSAAT). Stattdessen ist jetzt geplant Millionen in ein Tierversuchslabor zu investiert das schon jetzt medizinisch und wissenschaftlich überholt ist und in keiner Hinsicht nachhaltig sein wird. Die Patienten und Patientinnen haben sich nicht nur ausreichend Ärzt_innen sondern auch die besten Diagnoseverfahren und sichersten Therapien verdient!

Bitte helfen Sie mit auf diesen Missstand hinzuweisen. In Linz hat sich dafür bereits eine Bürgerinitiative gegründet, die u.a. von Professor_innen und MedizinerInnen unterstützt wird. Bereits Anfang September 2019 gab es dazu eine Sendung im Dorf-TV, die ich co-moderierte: https://dorftv.at/video/31871 Eine Expertise dazu bieten die Ärzte gegen Tierversuche: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/neuigkeiten/3180-offener-brief-an-den-rektor-der-uni-linz Wir brauchen dringend Ihre starke Stimme. Gerne helfe ich Ihnen als Drehscheibe für gewünschte Expert_innen auf dem Gebiet der tierversuchsfreien Forschung mit Focus auf den Standort Linz.

Zum Thema hier noch der erwähnte Artikel aus der Kronen Zeitung aus dem Jahr 2014:

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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EURL ECVAM – Bessere Antikörper ohne Verwendung von Tieren

Diese zusammenfassende wissenschaftliche Empfehlung ist bahnbrechend!
Kurz, klar und schonungslos ehrlich. Leider hat man ein wesentliches Argument unterlassen: Die ESAC-Stellungnahme zur “wissenschaftlichen Gültigkeit von Ersatzstoffen für tierische Antikörper” müßte auf alle gesetzlich immer noch zwingend vorgeschriebenen Tierversuche (Testbereiche) ausgeweitet werden – dies ist Aufgabe der Gesetzgeber. Die Politik kann man hier nicht aus der direkten Verantwortung entlassen.

(eine generelle Einschätzung unserer Expertin, Frau Anneliese Boldizsar – übersetzt aus dem Englischen Originaltext)

 

Bessere Antikörper ohne Verwendung von Tieren

Das EU-Referenzlabor der GFS für Alternativen zu Tierversuchen (EURL ECVAM) hat eine Empfehlung herausgegeben, in der Endnutzer und andere Interessengruppen aufgefordert werden, die wissenschaftliche Gültigkeit nicht von Tieren stammender Antikörper anzuerkennen und die Verwendung von Tieren für die Entwicklung und Produktion von Antikörpern einzustellen.

Die Empfehlung basiert auf der Stellungnahme des Scientific Advisory Committee (ESAC) von EURL ECVAM und besagt, dass Tiere nicht mehr zur Entwicklung und Herstellung von Antikörpern für Forschungs-, Regulierungs-, Diagnose- und Therapieanwendungen verwendet werden sollten. Es stellt auch Missverständnisse in Frage, die in der wissenschaftlichen Gemeinschaft über nicht von Tieren stammende Antikörper bestehen, und hebt die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Vorteile ihrer Verwendung hervor.

In der EU werden jedes Jahr fast 1 Million Tiere zur Erzeugung und Produktion von Antikörpern verwendet, obwohl Technologien verfügbar sind, die den Einsatz von Tieren nicht erfordern. Diese Zahl ist nicht nur hoch, sondern die angewandten Verfahren verursachen häufig schweres Leiden. In der Empfehlung werden konkrete Maßnahmen für wichtige Akteure vorgeschlagen, darunter Endnutzer, kommerzielle Anbieter, Behörden, Forschungsförderungsstellen und Herausgeber von wissenschaftlichen Fachjournalen.

„Die EU-Richtlinie 2010/63 zum Schutz von Tieren, die für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden, ist sehr klar“, betont Maurice Whelan, GFS-Wissenschaftler und Leiter von EURL ECVAM. „Wenn eine wissenschaftlich gültige Alternative verfügbar ist, muss sie einfach angewendet werden. Die Entwicklung und Produktion von Antikörpern durch Immunisierung von Tieren sollte nicht genehmigt werden, wenn keine solide, legitime wissenschaftliche Rechtfertigung vorliegt.“

Technologien zur Gewinnung von Antikörpern ohne Einsatz von Tieren

Antikörper sind spezielle Proteine, die von unserem Immunsystem produziert werden, um zu verhindern, dass „Eindringlinge“ wie Bakterien oder Viren uns Schaden zufügen, wenn wir uns beispielsweise schneiden oder an der Grippe erkranken. Sie werden auch in der biomedizinischen Forschung in großem Umfang zur Identifizierung und Isolierung von Molekülen und zur Entwicklung neuer Arzneimittel eingesetzt und sind für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten von grundlegender Bedeutung. Nicht-tierische Methoden zur Erzeugung und Herstellung von Antikörpern sind seit Jahren verfügbar. Eine solche Methode, die auf der sogenannten Phagendisplay-Technologie basiert, ist äußerst vielseitig und kann verwendet werden, um auf sehr effiziente Weise eine nahezu unendliche Anzahl hochwertiger Antikörper zu erzeugen. Die Erfinder der Technik erhielten 2018 den Nobelpreis für Chemie. Antikörper, die durch Phagendisplay hergestellt werden, sind bereits in mehreren Bereichen, einschließlich Therapeutika, weit verbreitet. Der Antikörper Adalimumab ist beispielsweise ein zugelassenes Medikament, das ein bestimmtes Biomolekül im Körper erkennt und an dieses bindet, um Entzündungen zu reduzieren und Symptome zu lindern, die mit vielen verschiedenen Erkrankungen wie Arthritis, Psoriasis und Morbus Crohn verbunden sind.

Bewältigung der Reproduzierbarkeitskrise in der Wissenschaft

Nicht von Tieren stammende Antikörper weisen typischerweise äußerst wünschenswerte Eigenschaften auf, wie die Fähigkeit, eine starke Bindung mit Zielmolekülen zu bilden (Bindungsaffinität), eine lange Haltbarkeit (Stabilität) und die Fähigkeit, sehr selektiv zu sein (Spezifität) und sind in der Regel in ihren Ergebnissen besser als tierische Äquivalente. Die GFS-Wissenschaftlerin Marlies Halder, Mitautorin der EURL ECVAM-Empfehlung, erklärt: „Von Tieren stammende Antikörper leiden typischerweise unter einer Variabilität von Charge zu Charge und viele zeigen eine geringe Spezifität gegenüber dem Zielmolekül. Diese Probleme können leicht durch die Verwendung von nicht von Tieren stammenden Antikörpern gelöst werden, die durch Phagendisplay-Technologie erzielt werden. Ihre Verwendung wird die Reproduzierbarkeit und Relevanz wissenschaftlicher Verfahren erheblich verbessern und zu einer effizienteren und effektiveren Verwendung von Forschungsmitteln führen.“

Eine schlechte Reproduzierbarkeit von Experimenten ist eine schlechte Nachricht, wenn es um Zeit und Geld geht. Tatsächlich wird geschätzt, dass die biomedizinische Forschungsgemeinschaft versehentlich jährlich viele hundert Millionen Euro für unspezifische und schlecht definierte tierische Antikörper ausgibt. Darüber hinaus entstehen durch die damit verbundene Zeit- und Ressourcenverschwendung und die Weiterverfolgung potenziell irreführender Forschungsergebnisse erhebliche Verluste. Nicht von Tieren stammende Antikörper können zuverlässig in unbegrenzten Mengen hergestellt werden, was im Wesentlichen eine lebenslange Versorgung mit Antikörpern mit identischer Leistung gewährleistet, eine wichtige Voraussetzung für die Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Experimente, die Affinitätsreagenzien erfordern.

Übergang zu nicht tierischen Antikörpern

Mehrere Faktoren tragen zu einem langsamen Übergang der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu nicht von Tieren stammenden Affinitätsreagenzien bei. Zum einen ist die kommerzielle Verfügbarkeit von Affinitätsreagenzien, die nicht von Tieren stammen, begrenzt, da die Mehrheit der Anbieter immer noch Antikörper durch Immunisierung von Tieren erzeugt. Leider gibt es auch in der wissenschaftlichen Gemeinschaft viele Missverständnisse über die Qualität und Gültigkeit von Affinitätsreagenzien, die nicht von Tieren stammen. Ein Problem, das durch den Mangel an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Benutzer verschärft wird, um ein besseres Verständnis und eine bessere Wertschätzung der nicht von Tieren stammenden Affinitätsreagenzien zu erlangen und zu erfahren, wie sie letztendlich ihrer Arbeit zugute kommen können. João Barroso, GFS-Wissenschaftler und Mitautor der EURL ECVAM-Empfehlung, erklärt: „Endverbraucher müssen sich besser über die Vorteile der Verwendung von nicht tierischen Antikörpern informieren und diese speziell von Lieferanten anfordern.“

Mit dem richtigen Aufbau dauert die Auswahl von Antikörpern unter Verwendung einer universellen Phagendisplay-Bibliothek einige Wochen, während die Erzeugung von Antikörpern tierischen Ursprungs typischerweise mehrere Monate dauert. Akademische Einrichtungen sollten daher die Bemühungen koordinieren, nicht von Tieren stammende universelle rekombinante Bibliotheken einzurichten und Entwicklungs- und Produktionsdienstleistungen zur Unterstützung ihrer Forschungsaktivitäten bereitzustellen. Darüber hinaus sollten sich Hersteller und Zulieferer bemühen, in ihren Katalogen nicht von Tieren stammende Antikörper anzubieten. Auch Redakteure, Rezensenten und Herausgeber wissenschaftlicher Arbeiten spielen eine wichtige Rolle. Laut João sollten die Autoren aufgefordert werden, die Quelle der von ihnen verwendeten Affinitätsreagenzien anzugeben, unabhängig davon, ob sie von Tieren stammen oder nicht von Tieren stammen, wie sie charakterisiert wurden und wie ihre Qualität (z. B. Affinität, Spezifität) korrekt überprüft wurde.”

Hintergrund

Die EURL ECVAM-Empfehlung wird als JRC Science for Policy Report veröffentlicht und basiert auf einer unabhängigen wissenschaftlichen Begutachtung durch das Scientific Advisory Committee (ESAC) von EURL ECVAM. Die ESAC-Stellungnahme zur “wissenschaftlichen Gültigkeit von Ersatzstoffen für tierische Antikörper” und der dazugehörige Bericht der ESAC-Arbeitsgruppe sind dem Empfehlungsbericht beigefügt. Während der Ausarbeitung der Empfehlung konsultierte EURL ECVAM andere Kommissionsdienststellen und einschlägige EU-Regulierungsagenturen, das Beratungsgremium von EURL ECVAM für die vorläufige Bewertung der regulatorischen Relevanz (PARERE), das EURL ECVAM-Stakeholder-Forum (ESTAF) und Partnerorganisationen der Internationalen Zusammenarbeit zu alternativen Testmethoden (ICATM).

 

JRC ECVAM Contact
European Commission
Directorate General Joint Research Centre
Directorate F – Health, Consumer and Reference Materials
Chemical Safety and Alternative Methods Unit (F.3)
EU Reference Laboratory for Alternatives to Animal Testing (EURL ECVAM)

 

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Die Politik und unsere Erklärung zu Tierversuchen und der aktuellen Situation zum Corona-Virus

Wir haben unsere “ECEAE-Erklärung zum Coronavirus – Schneller als Tierversuche” an die zuständigen Sprecher der im Parlament vertretenen Partein, an die Klubs der im Parlament vertretenen Parteien und an die zuständigen Ministerien gesendet.

Ohne jegliche Gewichtung (wir verstehen uns überparteilich und ohne Nähe zu irgendeiner politischen Formation) hier das im Grossen und Ganzen traurige und bedauernswerte, aber seit geraumer Zeit übliche Feedback:

Ministerien die mit Wissenschaft und dem Tierschutz betraut sind:   KEINE REAKTION.

Klub der ÖVP und die Sprecher für Wissenschaft und Tierschutz der ÖVP:  KEINE REAKTION.

Klub der SPÖ und die Srecher für Wissenschaft und Tierschutz der SPÖ: eine Eingangsmeldung des Mail-Roboters mit Vergabe einer Ticketnummer, ansonsten KEINE REAKTION.

Klub der FPÖ und die Sprecher für Wissenschaft und Tierschutz der FPÖ: eine positive Stellungnahme zu unseren Anliegen.

Klub der GRÜNEN und die Sprecher für Wissenschaft und Tierschutz der GRÜNEN: eine Standard-Nachricht, dass unser Schreiben an die zuständigen Stellen weitergeleitet wird.

Klub der NEOS und die Sprecher für Wissenschaft und Tierschutz der NEOS: eine offensichtlich automatische Antwort des Mail-Roboters mit der Info, dass die NEOS sich um jedes Anliegen bemühen.


Nun – wir waren nicht davon ausgegangen, dass sich aus unserem Schreiben an die Politik ein reger Gedankenaustausch ergibt. Das wäre bei unseren Themen nicht üblich, und dies wäre auch generell nicht an der Tagesordnung.

Dennoch zeigt es wiederum, dass in der Politik überwiegend nicht einmal die geringsten Regeln der Kommunikation gepflegt werden, wenn sich daraus nicht in irgendeiner Form Kapital oder Nutzen ziehen lässt. Es ist somit weiterhin Usus, dass die Diskussionen und Anfragen an die Politik ein einseitiges “Vergnügen” darstellen. Ausnahmen bilden da nur Wahlzeiten – aber diese Stellungnahmen (welche in diesen Zeiten aufgrund von aufgestocktem Personal durch das Wahlkampfbudget einlangen) haben mit der Realität dann meist wenig zu tun.

 

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24. April – der Tag zur Abschaffung ALLER TIERVERSUCHE!

Heute ist – wie jedes Jahr am 24. April – der Tag zur Abschaffung ALLER TIERVERSUCHE! Wie jedes Jahr ein trauriger Anlass … wie jedes Jahr hat sich in den vergangenen 365 Tagen NICHTS geändert. Und auch die aktuelle Krise zeigt es überdeutlich – der Tierversuch ist in Wahrheit keine sinnvolle Unterstützung in der medizinischen und pharmakologischen Forschung! Ganz abgesehen von anderen involvierten Industriezweigen wie Kosmetik, Haushalts- und Industriemittel, Kunststoffe … und vieles mehr.
Angesichts unserer übermächtigen Gegner bleibt uns weiterhin nur der Kampf und Protest – laut und leise – mit allen verfügbaren Mitteln.

Der 24. April sollte kein Tag wie jeder andere sein …

 

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ECEAE-Erklärung Coronavirus: Schneller als Tierversuche

Der IBT ist Mitglied der internationalen, europäischen Vereinigung ECEAE – wo wir gemeinsam für das Ende ALLER Tierversuche eintreten!

Frau Dr. Tamara Zietek, leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin von “Ärzte gegen Tierversuche e.V.” hat aus aktuellem Anlass für ECEAE eine Erklärung / Stellungnahme verfasst – diese folgt hier in einer deutschen Übersetzung und im englischen Originaltext.

Wir werden unsere deutsche Übersetzung mit der Forderung um entsprechende Maßnahmen und Einleitung von zielführenden Schritten an die österreichische Bundesregierung und an die im Parlament vertretenen Gremien und Parteien senden und dieses Statement mitsamt unseren Forderungen auch via APA-OTS Aussendung veröffentlichen.


Das Corona-Virus SARS-CoV-2 wurde innerhalb weniger Wochen zu einer Pandemie. Wir alle hoffen auf eine schnelle Entwicklung von Impfungen und antiviralen Medikamenten. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Tierversuche nicht das richtige Modell sind, um dieses Ziel zu erreichen, aber es ist die menschliche Natur, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Hunderttausende Menschen werden an COVID-19 sterben, bevor effiziente Medikamente zur Verfügung stehen. Wann wird die Welt endlich erkennen, dass menschenrelevante Modellsysteme gefördert und angemessen finanziert werden müssen, wenn wir wollen, dass die medizinische Forschung effektiv und schnell ist?

Es ist ein bekannter und großer Nachteil von Tierversuchen: Sie sind langsam – zu langsam in Zeiten einer Pandemie wie SARS-CoV-2, mit der wir derzeit konfrontiert sind. Wissenschaftler und NGOs kritisieren seit langem, dass medizinische Forschung auf der Grundlage von Tierversuchen ineffizient ist – insbesondere wenn es um die Modellierung von Krankheiten und die Arzneimittelentwicklung geht. Darüber hinaus wird seit Jahren mit zahlreichen Stakeholdern diskutiert, dass menschenrelevante Modellsysteme etabliert, optimiert und validiert werden müssen. Viele fortschrittliche Forschungsmodelle wurden bereits entwickelt, wie z. B. dreidimensionale Zellmodelle der menschlichen Lunge und des Immunsystems oder fortgeschrittene Organ-on-a-Chip-Ansätze.

Dennoch werden Forschungsmittel weitgehend für Projekte im Zusammenhang mit Tierversuchen bereitgestellt, während sehr wenig in die Optimierung und Etablierung menschlicher Technologien investiert wird. Eine Verlagerung unseres wissenschaftlichen Paradigmas hin zu einer tierfreien Forschung wäre klug, um humanrelevante Forschungsmodelle für künftige Pandemien zur Verfügung zu haben, die sicherlich kommen werden. Solche In-vitro-Modelle sind schneller und effizienter als die Tierforschung, da sie nicht mit den Problemen artenspezifischer Unterschiede konfrontiert sind. Unzählige Tiere leiden derzeit in Tierversuchen im Zusammenhang mit COVID-19, um “das richtige Tiermodell” für die Untersuchung des Virus und seiner infektiösen Eigenschaften zu finden. Frettchen gelten nun als ausgezeichnetes “Modell”, weil sie sich mit SARS-CoV-2 anstecken. Frettchen entwickeln jedoch keine Symptome der Krankheit, wie sie beim Menschen beobachtet werden, was den Ansatz zu einer Sackgasse macht.

Dieses Phänomen ist eine alteingesessene Strategie: Ergebnisse aus Tierversuchen, die höchstwahrscheinlich nie für den Menschen gelten werden, werden der Öffentlichkeit als große Erfolgsgeschichten präsentiert. Andere Tierarten werden für die COVID-19-Forschung verwendet, obwohl sie sich nicht einmal anstecken, zum Beispiel Mäuse. Genetisch veränderte Mäuse, die zuvor entwickelt wurden, um andere Corona-Viren zu untersuchen, werden jetzt als spezielle “Werkzeugkästen” verkauft, um auszuprobieren, ob sie für die SARS-CoV-2-Forschung nützlich sein könnten. Weitere Ansätze sind die Erzeugung von humanisierten Mäusen, um sie anfällig für Virusinfektionen zu machen, wenn menschliche Gene in das Mausgenom eingefügt werden. Abgesehen von einer sehr geringen Erfolgsaussicht sind solche Versuche unethisch und extrem zeitaufwändig. Die Erzeugung und Zucht gentechnisch veränderter Tiere dauert Monate, die In-vivo-Experimente erstrecken sich über mehrere Monate oder Jahre und die Chance, endlich menschenrelevante Versuchsergebnisse zu erzielen, ist sehr gering.

Die Geschichte hat uns oft gelehrt, dass Tierversuche nicht für die erfolgreiche Entwicklung von Impfstoffen geeignet sind. Der regelmäßige Prozess der Impfstoffentwicklung erstreckt sich über viele Jahre mit Kosten in Höhe von Hunderten von Millionen Euro oder sogar mehr. Für zahlreiche Viruserkrankungen wie HIV, MERS oder andere SARS-Viren konnten wir bisher keine wirksamen Impfstoffe entwickeln – trotz jahrelanger umfangreicher Forschung. Der erste Ebola-Impfstoff kam im November 2019 auf den Markt, fünf Jahre nach dem Ausbruch der Krankheit im Jahr 2014 – und es bleibt abzuwarten, wie effektiv dieser Impfstoff bei der Anwendung auf die Zielgruppen wirkt.

Jede Pandemie wie jene, der wir jetzt ausgesetzt sind, ist eine Chance für Politiker und Entscheidungsträger, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Die nächste Pandemie wird eines Tages kommen, und wir sollten mit menschenrelevanten Forschungsmodellen vorbereitet werden, die einen schnellen und zuverlässigen Arzneimittelentwicklungsprozess ermöglichen. Um der menschlichen Sicherheit und so vieler Tiere willen, die für eine Forschung leiden, die ihr Versprechen nicht einhält.


ECEAE statement

Coronavirus: Faster than animal experiments

Coronavirus SARS-CoV-2 became a pandemic within a few weeks. We all hope for a fast development of vaccination and antiviral drugs. History has taught us that animal experiments are not the right model to achieve this goal but it is human nature to repeat past mistakes. Hundreds of thousands people will die from COVID-19 before efficient medication will be available. When will the world finally realize that human-relevant model systems need to be promoted and adequately funded if we want medical research to be effective and fast?

It is a well-known and major drawback of animal experiments: They are slow – too slow in times of a pandemic such as SARS-CoV-2 that we are currently facing. It has long been criticized by scientists and NGOs that medical research based on animal experimentation is inefficient – in particular when it comes to disease modelling and drug development. Also, it has been discussed for years with numerous stakeholders that human-relevant model systems have to be established, optimized and validated. Many advanced research models have already been developed such as 3-dimensional cell models of the human lung and of the immune system or advanced organ-on-a-chip approaches.

Still, research funding is largely assigned to projects involving animal experiments whereas very little is invested in the optimization and establishment of human-based technologies. Shifting our scientific paradigm towards animal-free research would be wise in order to have human-relevant research models available for future pandemics which will certainly come. Such in vitro models are faster and more efficient compared to animal research because they do not face the problem of species-specific differences. Countless animals are currently suffering in animal experiments related to COVID-19 in order to find “the right animal model” for studying the virus and its infectious properties. Ferrets are now claimed to be an excellent “model”, because they get infected by SARS-CoV-2. However, ferrets do not develop any symptoms of the disease as observed in humans making the approach a dead end road.

This phenomenon is a long-established strategy: Results from animal experiments which will most probably never apply to humans are presented to the public as great success stories. Other animal species are used for COVID-19 research although they do not even get infected, for example mice. Genetically modified mice that have previously been developed to study other corona viruses are now sold as special “tool boxes” to try out if they might be useful for SARS-CoV-2- research. Further approaches include the generation of humanized mice in order to make them susceptible to viral infection upon insertion of human genes into the mouse genome. Apart from a very low chance to succeed, such attempts are unethical and extremely time-consuming. Simply the generation and breeding of genetically modified animals take months, the in vivo experiments span several months or years and the chance to finally obtain human-relevant experimental outcomes is very low.

History taught us many times that animal experiments are not suitable for successful development of vaccines. The regular process of vaccine development spans many years with costs amounting to hundreds of millions of euros or even more. For numerous viral diseases such as HIV, MERS or other SARS viruses, we failed to develop effective vaccines to date – despite years of extensive research. The first Ebola vaccine entered the market in November 2019, 5 years after the disease outbreak in 2014 – and it remains to be seen how effective this vaccine turns out to be when applied to target populations.

Each pandemic like the one we are exposed to now, is a chance for politicians and decision makers to learn from past mistakes. The next pandemic will come one day and we should be prepared with human-relevant research models that enable a fast and reliable drug development process. For the sake of human safety and for the sake of so many animals which suffer for a research that does not live up to its promise.

 

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