Um den Einfluss der Rohrweihe, einer gefährdeten Greifvogelart, auf das Niederwild (Hasen, Fasane, Rebhühner) in Niederösterreich wissenschaftlich feststellen zu können, sollen in den kommenden drei Jahren 144 Rohrweihen geschossen und deren Mageninhalt analysiert werden. Dieses Projekt wird im Auftrag des Niederösterreichischen Landesjagdverbandes von der Universität für Bodenkultur in Wien, von Herrn Prof. Klaus Hackländer vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, durchgeführt. Laut Landesjagdverband wurden die Abschüsse behördlich bewilligt. ArtenschützerInnen vom WWF und BirdLife forderten einen sofortigen Stopp dieser “Ausrottungskampagne”. Denn von den lediglich 300 bis 400 Rohrweihenbrutpaaren in Österreich gibt es nur mehr 50 bis 100 Paare in Niederösterreich.
Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) ist überzeugt, dass die Experimente an den seltenen Greifvögeln laut § 3 (2) 2 Tierversuchsgesetz unzulässig sind, da die angestrebten Versuchsziele sehr wohl durch andere Methoden und Verfahren (z.B. Beobachtungen der Horste, Untersuchungen von natürlich verstorbenen Vögeln, Kot- und Gewölleuntersuchungen etc.) erreicht werden können, auch wenn man letzteres “nicht leicht finde”, wie Prof. Hackländer meint, was den Tod der Vögel keinesfalls rechtfertigen kann. Der IBT hat beim Wissenschaftsministerium Anzeige erstattet. Wir lassen prüfen, ob überhaupt eine Tierversuchsgenehmigung eingeholt wurde.
Nachtrag:
Aufgrund zahlreicher Proteste seitens von Tier- und ArtenschützerInnen hat sich Prof. Klaus Hackländer aus dem Rohrweihen-Projekt zurückgezogen, wie dem Standard vom 11./12. Juni zu entnehmen war. Ob nun der Niederösterreichische Landesjagdverband dieses Projekt mit einem anderen Partner durchführen wird, ist noch unklar.
Proteste können Sie richten an den:
Niederösterreichischen Landesjagdverband
Wickenburggasse 3, 1080 Wien
Telefon: +43 (0) 1 / 405 16 36-0
Telefax: +43 (0) 1 / 405 16 36-28
E-Mail: jagd@noeljv.at [1]
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