Der “Internationale Bund der Tierversuchsgegner” (IBT) hat heute Mittwoch die sehr erfolgreiche parlamentarische Bürgerinitiative [1] für ein Verbot von Tierversuchen an den Menschenaffen (Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos) im Parlament eingereicht.
Gerda Matias, Präsidentin des IBT, betonte, dass bei der Bevölkerung das angestrebte Verbot von Tierversuchen an den Menschenaffen ein sehr positives Echo gefunden hat: Statt der erforderlichen 500 Unterstützungserklärungen konnten 6.040 Unterschriften beigebracht werden [2].
Nationalratspräsident Univ.-Prof. Dr. Andreas Khol nahm die Unterstützungserklärungen persönlich entgegen und wird die parlamentarische Bürgerinitiative zusätzlich an alle Fraktionen weiterleiten, weil er bei diesem Thema auf den Konsens aller Parteien hofft.
Auch aufgrund der deutlichen Unterstützung aus der Bevölkerung erwarten sich die TierversuchsgegnerInnen, dass der “Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen” das Anliegen dem “Ausschuss für Wissenschaft und Forschung” zuweisen wird, der die Möglichkeit wahrnehmen kann, direkt gesetzgeberische Maßnahmen – eben das erforderliche Verbot der Tierversuche an den Großen Menschenaffen – in die Wege zu leiten, was die erklärte Absicht dieser parlamentarischen Bürgerinitiative ist.
Die Forderung der TierversuchsgegnerInnen nach einem Verbot von Experimenten an Menschenaffen stützt sich auf die Erkenntnisse der modernen Verhaltensforschung, wonach die Menschenaffen dem Menschen sehr ähneln. Sie verfügen ebenso wie der Mensch über ein reiches Gefühlsleben, haben Sinn für Humor, sie sind zu gewissen kulturellen Leistungen befähigt, verhalten sich intelligent, besitzen sprachliche Fähigkeiten, entwickeln starke familiäre Bindungen und haben auch ein komplexes Sozialleben.
Aufgrund der Ähnlichkeiten zwischen Menschen und den Menschenaffen kam schon 1995 die weltweit bekannte und renommierte Primatenforscherin, Jane Goddall, zu dem Ergebnis, dass Tierversuche an Schimpansen besonders unethisch sind.
Kürzlich haben Wissenschafter vorgeschlagen, die Schimpansen in die Gattung “Homo” aufzunehmen, da die genetischen Übereinstimmungen zwischen den Schimpansen und dem Homo sapiens besonders markant sind.
Fortschrittliche Staaten wie Neuseeland, Großbritannien, Holland und Schweden haben schon Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen gezogen und das Verbot von Tierversuchen an den Menschenaffen gesetzlich verankert.
In Österreich wurden bis 1999 Versuche an Schimpansen durchgeführt. Tierversuche, die die betreffende Pharmafirma inzwischen von sich aus eingestellt hat.
In Österreich ist es jedoch nach wie vor gesetzlich und auch gemäß der EU-Tierversuchsrichtlinie erlaubt, Versuche an Menschenaffen durchzuführen, obwohl diese gesetzlichen Voraussetzungen mittlerweile völlig überholt sind, da laut Tierversuchsgesetz die Versuche dem “anerkannten Stand der Wissenschaft anzupassen” und “Erkenntnisse der Verhaltensforschung zu berücksichtigen” sind.
“Auch in Anbetracht der seit Jahren alarmierend steigenden Anzahl von Tierversuchen ist es ein Gebot der Stunde, endlich durch konkrete Beschlüsse ein politisches Signal in Richtung Reduzierung von Tierversuchen zu setzen. Ein Verbot von Tierversuchen an den Großen Menschenaffen wäre ein erster Schritt”, appelliert Gerda Matias an die politisch Verantwortlichen.
Rückfragehinweis:
Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-10, Fax: +43/1/713 08 24,
E-Mail: tierversuchsgegner@chello.at [3]
Siehe dazu auch Kampagne gegen das größte Affenforschungslabor BPRC in Europa [4]
Siehe dazu auch Tierversuche an Primaten [5]
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