Parndorf sucht fieberhaft nach jenem Täter, der seit Monaten immer wieder Giftköder auslegt. Fest steht: Als Gift kommt Carbofuran zum Einsatz, das seit 2008 im EU-Raum verboten ist. Die Jägerschaft wehrt sich gegen Vorwürfe.
Verunsicherung
Allein heuer gab es in Parndorf vier Fälle, bei denen Hunde die Giftköder gefressen haben. Der jüngste Fall betraf vor wenigen Wochen einen Labrador. Das Tier konnte gerettet werden.
In Parndorf herrscht Verunsicherung, denn nach wie vor ist der Ausleger der Giftköder unentdeckt.
Auch für Menschen tödlich
Die Köder werden entlang von beliebten Spazierwegen ausgelegt. Die Fleischstücke sind mit Carbofuran präpariert, einem gefährlichen Fraß- und Kontaktgift, das im Zweiten Weltkrieg auch eingesetzt wurde, um Menschen zu töten. Der Tod tritt innerhalb weniger Stunden ein.
Jäger wehren sich
Nun wurden Stimmen laut, dass das Gift von Jägern ausgelegt worden wäre. Die Jäger weisen dies zurück.
“Ich gehen nicht davon aus, dass er ein Jäger ist, weil das Vorgehen hier eher auf die Allgemeinheit abzielt und nicht auf jagdliche Interessen. Wir Jäger sind sehr interessiert daran, das aufzuklären. Zum Glück sind die Jäger sehr viel draußen und haben die Augen offen”, so Landesjägermeister Peter Prieler.
“Strafbares Delikt”
“Das ist mit ziemlicher Sicherheit ein gerichtlich strafbares Delikt. Für den Tatbestand der Tierquälerei gibt es eine Strafdrohung von bis zu einem Jahr Haft. Es könnte sich auch um vorsätzliche oder fahrlässige Gemeingefährdung vorliegt. Bei Vorsätzlichkeit beträgt der Strafrahmen bis zu zehn Jahre Haft”,sagte Bezirkshauptmann Martin Huber.
Gefährliches Spiel
Der Unbekannte treibe ein gefährliches Spiel, er setze nicht nur das Leben von Tieren, sondern auch das Leben von Menschen und sein eigenes Leben durch das Auslegen des hochgiftigen Stoffes aufs Spiel, so der TEnor in Parndorf.
Sofort zum Tierarzt
Der Labrador, der den Anschlag überlebt hat, hatte doppeltes Glück: Er erbrach das Gefressene und wurde von seinen Besitzern sofort zum Tierarzt gebracht. Das habe ihm das Leben gerettet, sagte die Parndorfer Tierärztin Andrea Prikler.
“Wenn sie Symptome merken, sollten die Besitzer in der Sekunde reagieren – sie sollten sofort einen Tierarzt kontaktieren und aufsuchen. Der Arzt wird versuchen, den Hund zum Erbrechen zu bringen. Es gibt auch ein Gegenmittel, das ist Atropin, das wird gespritzt”, so die Ärztin.
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