{"id":1064,"date":"2010-11-08T11:40:00","date_gmt":"2010-11-08T10:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2010\/11\/08\/ein-urteil-schuetzt-die-hummer\/"},"modified":"2010-11-08T11:40:00","modified_gmt":"2010-11-08T10:40:00","slug":"ein-urteil-schuetzt-die-hummer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2010\/11\/08\/ein-urteil-schuetzt-die-hummer\/","title":{"rendered":"Ein Urteil sch\u00fctzt die Hummer"},"content":{"rendered":"<p>Eine Supermarkt-Kette wurde bestraft, weil die Krustentiere in engen Aquarien zusammengepfercht werden, ehe sie im Kochtopf landen.<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<p>Dieses Urteil der H\u00f6chstrichter k\u00f6nnte sich auf die gesamte Gourmet-Branche auswirken: Der Verwaltungsgerichtshof hat einer Lebensmittel-Gro\u00dfhandelskette verboten, Hummer in lebendem Zustand in Aquarien zum Kauf anzubieten. &#8220;Ein gro\u00dfer Schritt&#8221;, kommentiert Josef Ferber vom Veterin\u00e4ramt der Stadt Wien diese Entscheidung. &#8220;Wir sind dort, wo wir hinwollten&#8221;, sagt Amtstierarzt Alfred Kallab.<\/p>\n<p>Tiersch\u00fctzer machten auf die furchtbaren Lebensbedingungen f\u00fcr Hummer in einer Wiener Supermarkt-Filiale aufmerksam und erstatteten Anzeige. Auf Fotos sind schreckliche Szenen dokumentiert: Bis zu acht St\u00fcck der edlen Krustentiere dr\u00e4ngen und t\u00fcrmen sich an einer Ecke eines engen Wasserbeckens \u00fcbereinander. Noch dazu sind die Hummer &#8220;gefesselt&#8221;, ihre Scheren sind zusammengebunden.<\/p>\n<p>Ein Verhalten, das zu dem von im Meer frei lebenden Artgenossen in krassem Widerspruch steht. Denn Hummer sind Einzelg\u00e4nger, die sich untertags in Felsspalten oder Erdl\u00f6chern verstecken und erst in der Nacht aktiv werden. In dem Aquarium hingegen war der Boden &#8220;nackt&#8221;, weder mit Steinen noch mit Sand bedeckt.<br \/>Vier weitere Anzeigen<\/p>\n<p>Gegen den f\u00fcr die Hummer-Haltung verantwortlichen Mitarbeiter der Handelskette wurde ein Strafverwaltungsverfahren wegen Versto\u00dfes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Es endete mit einer Geldstrafe von 316 Euro (bzw. von zwei Tagen und 13 Stunden Ersatzfreiheitsstrafe).<\/p>\n<p>Der Mann wollte das nicht auf sich sitzen lassen und bestritt den Instanzenweg bis zum Verwaltungsgerichtshof. Dass sich die nat\u00fcrlichen Lebensgewohnheiten &#8220;eingesperrter&#8221; Hummer ver\u00e4ndern w\u00fcrden, l\u00e4ge in der Natur aller Tiere: Auch Hunde und Katzen ver\u00e4ndern ihre Angewohnheiten, wenn sie als Haustiere gehalten werden, traute er sich<br \/>zu argumentieren. Die Scheren m\u00fcsse man (auch aus Arbeitnehmerschutzgr\u00fcnden) zusammenbinden, weil sie sehr scharf sind und f\u00fcr den Menschen eine nicht zu untersch\u00e4tzende Gefahr darstellten. Im \u00dcbrigen habe man sich bei der Haltung der Schalentiere exakt an die internationalen wissenschaftlichen Standards und die Anleitung des Bassin-Herstellers gehalten.<\/p>\n<p>Die H\u00f6chstrichter konnte man damit nicht beeindrucken. Ein Senat des Verwaltungsgerichtshofes best\u00e4tigte die Bestrafung. Das Wiener Veterin\u00e4ramt hat vier weitere Anzeigen wegen solch unerlaubter Hummer-Haltung eingebracht: gegen zwei Restaurants und zwei Fischh\u00e4ndler.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kurier.at\/nachrichten\/wien\/2047849.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/kurier.at\/nachrichten\/wien\/2047849.php<\/a><br \/>7.11.2010<\/p><\/p>\n<p>Aufrufe: 61<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Supermarkt-Kette wurde bestraft, weil die Krustentiere in engen Aquarien zusammengepfercht werden, ehe sie im Kochtopf landen. 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