{"id":1126,"date":"2015-03-05T15:16:00","date_gmt":"2015-03-05T14:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2015\/03\/05\/tierversuche-fhemikalien\/"},"modified":"2015-03-05T15:16:00","modified_gmt":"2015-03-05T14:16:00","slug":"tierversuche-fhemikalien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2015\/03\/05\/tierversuche-fhemikalien\/","title":{"rendered":"Tierversuche f\u00fcr Chemikalien &#8211; das REACH-Programm"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die letze aktuelle Meldung bzw. weiterf\u00fchrende aktuelle Links zu diesem Thema<br \/>finden Sie am Ende des Artikels!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p><strong>EU plant abertausende zus\u00e4tzliche Tierversuche f\u00fcr Chemikalien<\/strong><\/p>\n<p>Die EU m\u00f6chte die KonsumentenInnen in tr\u00fcgerischer Sicherheit wiegen, indem sie tausende Chemikalien, die schon seit 20 Jahren in Konsum- und Industrieg\u00fctern verwendet werden, registrieren und auf ihre Gef\u00e4hrlichkeit f\u00fcr Mensch und Umwelt testen will.<br \/>Das bedeutet f\u00fcr abertausend Tiere wie M\u00e4use, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Fische, Hunde und Affen, unvorstellbares Leid &#8211; den sicheren qualvollen Vergiftungstod.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Die Schattenseiten der EU-Chemikalienpolitik<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund zunehmender Krankheiten von Allergien und bestimmten Krebsarten etwa, die in einem urs\u00e4chlichen Zusammenhang mit bestimmten Chemikalien auftreten, sieht die Europ\u00e4ische Kommission dringenden Handlungsbedarf und hat Gegenstrategien ausgearbeitet. Am 27.2.2001 hat sie im &#8220;Wei\u00dfbuch&#8221; die &#8220;Strategie f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Chemikalienpolitik&#8221; vorgelegt. (Wei\u00dfb\u00fccher enthalten Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein T\u00e4tigwerden der Gemeinschaft in einem bestimmten Bereich.) Federf\u00fchrend dabei war die EU-Umweltkommissarin Margot Wallstr\u00f6m. Die Vorschl\u00e4ge zielen vorrangig darauf ab, &#8220;sowohl f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige als auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen ein hohes Schutzniveau f\u00fcr menschliche Gesundheit und Umwelt zu gew\u00e4hrleisten&#8221;.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfung von Altchemikalien<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<\/p>\n<p>Eine zentrale Rolle nimmt hierbei der Plan ein, alle &#8220;Alt&#8221;-Chemikalien zu \u00fcberpr\u00fcfen, da man \u00fcber deren gef\u00e4hrlichen Eigenschaften f\u00fcr Mensch und Umwelt und die Verwendungszwecke wenig bis gar nichts wei\u00df.<br \/>Bei den Chemikalien, worunter man alle Stoffe und Zubereitungen versteht, unterscheidet man zwischen &#8220;chemischen Altstoffen&#8221;, das sind alle chemische Stoffe, die im September 1981 bereits im Umlauf waren, und &#8220;neue Stoffen&#8221;, die nach diesem Datum auf den Markt gebracht wurden.<\/p>\n<p>Innerhalb der EU gibt es etwa 2.700 neue Stoffe, die hinsichtlich ihrer Gef\u00e4hrlichkeit f\u00fcr die menschliche Gesundheit und Umwelt schon bewertet wurden, bevor sie in Mengen \u00fcber 10 kg auf den Markt kamen (70 % davon wurden als gef\u00e4hrlich ermittelt!).<br \/>F\u00fcr die Altstoffe hat es keine derartigen Bewertungen gegeben, so dass man \u00fcber diese Chemikalien, die mehr als 99 % der Gesamtmenge s\u00e4mtlicher auf dem Markt befindlichen Stoffe darstellen, wenig \u00fcber die gef\u00e4hrlichen Eigenschaften f\u00fcr Mensch und Umwelt und Verwendungszwecke wei\u00df.<\/p>\n<p>Im Jahr 1981 waren insgesamt 100.106 Stoffe gemeldet. Es wird gesch\u00e4tzt, dass noch 30.000 dieser Stoffe in Mengen von mehr als einer Tonne j\u00e4hrlich in Verkehr gebracht werden.<br \/>Nun schl\u00e4gt die Kommission bei der Systematisierung dieser Altchemikalien ein schrittweises Vorgehen vor, um die &#8220;Altlasten&#8221; in den Griff zu bekommen. Eine \u00dcbergangszeit von 11 Jahren wird veranschlagt.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Stufenplan<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<\/p>\n<p>Die 30.000 alten chemischen Stoffe werden einem Stufenplan unterzogen:<\/p>\n<p><strong>1. Stufe: Erfassung<br \/><\/strong>Auf dieser Stufe werden Informationen hinsichtlich Produktionsmengen, Eigenschaften und Verwendung \u00fcber die etwa 30.000 chemischen Stoffe, die in Mengen von \u00fcber 1 Tonne j\u00e4hrlich pro Unternehmen hergestellt bzw. importiert werden, gesammelt und erfasst.<br \/>Man sch\u00e4tzt, dass f\u00fcr ungef\u00e4hr 80 % dieser Stoffe diese Erfassung gen\u00fcgt, also keine weiteren Untersuchungen &#8211; auch keine Tierversuche &#8211; mehr notwendig sein werden.<\/p>\n<p><strong>2. Stufe: Bewertung<br \/><\/strong>Die Informationen von den Stoffen, die in Mengen von \u00fcber 100 Tonnen hergestellt werden, und von verd\u00e4chtigen Stoffen werden einer Bewertung unterzogen. Diese erfolgt durch die Beh\u00f6rden. Detailliertere Untersuchungen, also auch tausende Tierversuche, werden die Folge sein. Davon betroffen werden voraussichtlich ca. 5.000 Stoffe (15 %) sein.<\/p>\n<p><strong>3. Stufe: Zulassungsverfahren<br \/><\/strong>Stoffe, &#8220;die in besonderen Ma\u00dfe zur Besorgnis Anlass geben&#8221;, weil sie bestimmte besonders gef\u00e4hrliche, n\u00e4mlich krebserzeugende, das Erbgut ver\u00e4ndernde, fortpflanzungshemmende Eigenschaften aufweisen, m\u00fcssen einem Zulassungsverfahren unterworfen werden. Dabei handelt es sich um etwa 1.400 Stoffe (5 %) der registrierten Stoffe. In dieser Gruppe ist ebenfalls mit tausenden Tierversuchen zu rechnen, die immens belastend f\u00fcr die Tiere sind, da sie systematisch vergiftet werden.<\/p>\n<p>Der vorgeschriebene Umfang an Untersuchungen &#8211; also auch die Anzahl der Tierversuche &#8211; zur Feststellung der gef\u00e4hrlichen Eigenschaften eines Stoffes wird von der Menge und der Exposition (=&#8221;Veranlagung&#8221;) eines in den Verkehr gebrachten Stoffes abh\u00e4ngig gemacht. Doch man kann davon ausgehen, dass ab einer Menge von 10 Tonnen die Pr\u00fcfung prinzipiell mittels Tierversuchen erfolgt.<\/p>\n<p>Laut Zeitstufenplan sollen zuerst die gef\u00e4hrlicheren und die in gr\u00f6\u00dferen Mengen in Umlauf gebrachten Stoffe gepr\u00fcft werden: Innerhalb der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren die Stoffe, &#8221; deren bekannte bzw. vermutete gef\u00e4hrliche Eigenschaften Anlass zur Sorge geben&#8221;.<br \/>Bis 2005 sollen die Stoffe, die \u00fcber 1.000 t, bis 2008 die Stoffe, die \u00fcber 100 t und bis 2012 die Stoffe, die \u00fcber 1 t in den Verkehr gebracht werden, registriert werden.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Unternehmen bewerten ihre Daten selber &#8211; der Manipulation mittels Tierversuchen wird T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kommission schl\u00e4gt vor, dass die Unternehmen selber die Chemikaliendaten erfassen, auswerten und bewerten sollen und sicherstellen, dass nur Chemikalien hergestellt bzw. in Verkehr gebracht werden, die f\u00fcr die vorgesehenen Verwendungszwecke sicher sind. Ebenso werden Importeure verpflichtet, die Sicherheit ihrer Chemikalien zu bewerten. Auch der nachgeschaltete Anwender soll angemessene Risikobeurteilungen f\u00fcr Stoffe und Zubereitungen durchf\u00fchren. Der Ersatz von gef\u00e4hrlichen Chemikalien durch weniger gef\u00e4hrliche soll gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Inwieweit auf die Bewertung der Daten durch die Unternehmen selbst Verlass ist, sei dahingestellt. Zweifel sind angebracht: Da es nicht im Interesse eines Unternehmens sein wird, die Vermarktung einer Chemikalie mit Auflagen und Einschr\u00e4nkungen versehen zu bekommen, ist zu bef\u00fcrchten, dass keine objektive Bewertung erfolgt und Tierversuche, die keiner wissenschaftlichen Methode standhalten, vorrangig und manipulativ &#8211; je nachdem, welches Ergebnis der Unternehmer braucht &#8211; eingesetzt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Halbherzige Forderung der EU-Kommission nach Verringerung von Tierversuchen<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<\/p>\n<p>Im Strategiepapier wird die vorrangige Anwendung von Methoden ohne Tierversuche und die F\u00f6rderung der Entwicklung neuer Pr\u00fcfmethoden ohne Versuchstiere eigens hervorgehoben. Auch werden Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung von doppelten Tierversuchen und zur Verringerung der Anzahl und des Leidens der Tiere ergriffen. Diese Vorschl\u00e4ge sind positiv zu bewerten und signalisieren sicherlich einen Fortschritt und eine Sensibilisierung der EU in Richtung eines verbesserten Tierschutzes.<br \/>Leider handelt es sich hier nur um halbherzige Vorschl\u00e4ge, die sich kurz- und mittelfristig kaum in der Praxis niederschlagen werden.<br \/>Denn tats\u00e4chlich erfolgt die Gef\u00e4hrlichkeitspr\u00fcfung eines Stoffes nach Pr\u00fcfmethoden der Organisation f\u00fcr Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die zu einem ganz gro\u00dfen Teil auf Tierversuche basieren. Besonders h\u00e4ufig sind hier die sehr belastenden Toxizit\u00e4tstests (= Giftigkeitstests) vorgeschrieben.<br \/>Bei dem heftig umstrittenen, vor allem auch aufgrund der damit verbundenen unvorstellbaren Qualen der Versuchstiere, akuten Toxizit\u00e4tstest etwa, wird den Versuchstieren die Substanz \u00fcber den Nahrungsweg als Futterbeimischung, aber auch durch Schlundsonden, bzw. durch Einatmung, bzw. \u00fcber die Haut &#8211; gespritzt in Muskeln, Venen oder in die Bauchh\u00f6hle &#8211; verabreicht.<br \/>Hierzu wird die LD-50 (letale Dosis) bestimmt, die Dosis der einmalig verabreichten Substanz, an der 50% der Versuchstiere sterben. Die Vergiftungserscheinungen wie Muskelzittern, Kr\u00e4mpfe, L\u00e4hmungen, starker Speichelfluss, Durchfall, Besinnungslosigkeit etc. werden registriert, um schlie\u00dflich an den toten Tieren die St\u00e4rke der Sch\u00e4digungen festzustellen.<br \/>Auf diese Art und Weise und in vielen weiteren, wohl abgewandelten, Testreihen, in denen die Tiere jedoch ebenso schlimme Schmerzen erleiden und dem unausweichlichen, langsamen Vergiftungstod ausgesetzt werden, sollen bei der Pr\u00fcfung von Altchemikalien tausende von Tieren vergiftet werden.<\/p>\n<p>Auch sind die Vorschl\u00e4ge zur Einschr\u00e4nkung von Tierversuchen mit Skepsis zu betrachten, wenn mehr oder minder im gleichen Atemzug der Tierversuch als f\u00f6rderungsw\u00fcrdig propagiert wird, indem auf Seite 16 des Strategiepapieres &#8220;besondere Forschungsanstrengungen zur Entwicklung und Validierung von In-vivo-Pr\u00fcfmethoden&#8221; gefordert werden. Denn in vivo bedeutet am lebenden Objekt und meint schlicht Tierversuche.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Tierversuchsergebnisse sind nicht auf den Menschen \u00fcbertragbar: Asbest &#8211; ein typisches Fallbeispiel<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<\/p>\n<p>Auch hinterfragt die Kommission nicht die \u00dcbertragbarkeit der Tierversuchsergebnisse aus dem Labor auf den Menschen und die Umwelt, obwohl es hierf\u00fcr viele tragische Beispiele aus allen Bereichen gibt.<br \/>Aus dem Chemikalienbereich hat unter anderen der Asbest-Fall traurige Ber\u00fchmtheit erlangt und liefert ein Beispiel daf\u00fcr, dass Tierversuche \u00fcberhaupt nichts zur Risikoabsch\u00e4tzung beitragen k\u00f6nnen und somit keinen ausreichenden Schutz f\u00fcr die Gesundheit des Menschen und der Umwelt darstellen:<\/p>\n<p>&#8220;Die ersten Berichte \u00fcber einen Zusammenhang zwischen Asbest und Lungenkrebs kamen in den 30er Jahren auf, nachdem man Menschen untersucht hatte, die an einer Asbestose gestorben waren. Aber Versuche, bei Tieren diesen Krebs zu erzeugen, schlugen stets fehl, und trotz weiteren Beweisen, etwa anhand von Arbeitern, die dem Stoff ausgesetzt waren, wurde die krebserzeugende Wirkung von Asbest bis in den 60er Jahren angezweifelt. &#8230; <br \/>Auch im Falle von Benzol, einer wichtigen Industriechemikalie, die beim Menschen eindeutig Leuk\u00e4mie verursacht, konnten 14 unabh\u00e4ngige Tierversuchsreihen seit 1932 nicht nachweisen, dass Benzol Krebs erzeugt. Erst in den sp\u00e4ten 80er Jahren waren Wissenschaftler imstande, diese Erkrankung bei Tieren herbeizuf\u00fchren.<br \/>Arsen, Naphthylamin und Russ sind weitere Beispiele daf\u00fcr, dass erst Jahrzehnte vergehen mussten, bis Tierversuchs-Wissenschaftler imstande waren, klinische Ergebnisse tierexperimentell zu best\u00e4tigen.&#8221; (Dr. Robert Sharpe: Eine kritische Beurteilung des Tierversuches. Die Notwendigkeit einer Reform.)<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aufgrund der Nicht\u00fcbertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen und die Umwelt<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<\/p>\n<ul>\n<li>fordern wir die Kommission auf, zum Schutze der Gesundheit des Menschen und der Umwelt auf Tierversuche bei der Testung der Altchemikalien v\u00f6llig zu verzichten.<br \/>Hingegen sollen alle existierenden Daten und Informationen verwertet, alle vorhandenen tierversuchsfreien Verfahren und Methoden kombiniert eingesetzt werden und insbesondere epidemiologische Studien (Ereignisse, die in \u00f6rtlicher und zeitlicher Begrenzung geh\u00e4uft auftreten) bevorzugt werden. Da die betreffenden Altchemikalien &#8211; gemessen am Stichdatum September 1981 &#8211; nun schon seit mindestens 20 Jahren im Umlauf sind und bis zum Abschluss der Altchemikalienpr\u00fcfung die Chemikalie \u00fcber 30 Jahre im Verkehr sein wird, muss der Wissens- und Erfahrungsstand f\u00fcr eine Beurteilung ausreichend sein.<\/li>\n<li>Verd\u00e4chtige Chemikalien sind aus dem Verkehr zu ziehen und durch sichere zu ersetzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir m\u00fcssen den wahnwitzigen Plan, die Altchemikalien an Tieren zu testen, was tausenden Tieren den qualvollen Vergiftungstod bringt, unbedingt mit allen demokratischen Mitteln verhindern.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Protest an:<\/strong><br \/>Frau Margot Wallstr\u00f6m<br \/>Umweltkommissarin<br \/>Europ\u00e4ische Kommission<br \/>200, rue de la Loi<br \/>B-1049 Bruxelles<br \/>Belgien<\/p>\n<p><strong>Text:<br \/><\/strong>Sehr geehrte Frau Kommissarin,<br \/>wir begr\u00fc\u00dfen die Bestrebungen der EU-Kommission, die Gesundheit des Menschen sowie die Umwelt vor m\u00f6glichen Gefahren durch in Verkehr gebrachte Chemikalien zu sch\u00fctzen &#8211; dargelegt im Wei\u00dfbuch &#8220;Strategie f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Chemikalienpolitik&#8221;.<br \/>Wir lehnen aber die Pr\u00fcfung der Gef\u00e4hrlichkeit von Altchemikalien an Tieren aus ethischen und wissenschaftlichen Gr\u00fcnden ab. Tierversuchsergebnisse lassen sich nicht auf den Menschen \u00fcbertragen und stellen somit keinen ausreichenden Schutz f\u00fcr die Gesundheit des Menschen und der Umwelt dar. Um nur ein Beispiel zu nennen: Drei\u00dfig Jahre brauchte es, um die krebserzeugende Wirkung von Asbest bei Tieren k\u00fcnstlich im Labor zu erzeugen!<br \/>Weiters fordern wir die Streichung der Forderung nach &#8220;besondere(n) Forschungsanstrengungen zur Entwicklung und Validierung von in-vivo-Pr\u00fcfmethoden&#8221; auf Seite 16, dritte Zeile, des Strategiepapieres.<\/p>\n<p>Siehe dazu auch unsere <a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1787-europaweiter-protest-gegen-botox-tierversuche-schweizer-konzern-nestle-im-zentrum-der-kritik\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Presseinformation: Europaweiter Protest gegen Botox-Tierversuche. Schweizer Konzern Nestl\u00e9 im Zentrum der Kritik.<\/a><\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 28.01.2002<br \/><\/strong>Eine vom britischen Umweltministerium in Auftrag gegebene Studie best\u00e4tigt die Bef\u00fcrchtungen der Tierversuchsgegner: Wenn, wie von der Europ\u00e4ischen Kommission geplant, s\u00e4mtliche Alt-Chemikalien auf ihre Gef\u00e4hrlichkeit f\u00fcr Mensch und Umwelt nach den herk\u00f6mmlichen Pr\u00fcfmethoden \u2013 d.h. durch Tierversuche &#8211; bewertet werden, kostet das insgesamt 12,8 Millionen Tieren das Leben.<br \/>Gerda Matias, Initiatorin des Tierschutz-Volksbegehrens und Pr\u00e4sidentin des &#8220;Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner&#8221; (IBT): &#8220;M\u00e4use, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde und Affen sterben unter unvorstellbaren Qualen und Schmerzen einen grausamen, langsamen Vergiftungstod&#8221;.<\/p>\n<p>Romana Rathmanner, Mitglied der im Wissenschaftsministerium angesiedelten Kommission gem\u00e4\u00df \u00a7 13 Tierversuchsgesetz: &#8220;Ich hoffe, dass die EU-Kommission aufgrund der ersch\u00fctternden Zahlen, welche die Studie ans Tageslicht bringt, nun einlenkt und die Bedenken der Tiersch\u00fctzer ernst nimmt. <br \/>Der IBT hat die EU-Kommission aufgefordert, bei der Testung der Alt-Chemikalien v\u00f6llig auf Tierversuche zu verzichten. Schlie\u00dflich lassen sich Tierversuchsergebnisse nicht auf den Menschen \u00fcbertragen, wie etwa der Asbest-Fall gezeigt hat.<\/p>\n<p>Im j\u00fcngst erschienenen Weissbuch hat die EU-Kommission ihre &#8220;Strategie f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Chemikalienpolitik&#8221; vorgelegt. In ihr nimmt der Plan, s\u00e4mtliche Alt-Chemikalien \u2013 das waren zum Stichdatum 1981 exakt 100.106 Stoffe &#8211; zu \u00fcberpr\u00fcfen, eine zentrale Rolle ein.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 09.01.2005<br \/><\/strong>Die Umsetzung des derzeitigen Kommissions-Entwurfes der EU-Chemikalienverordnung wird in den n\u00e4chsten 15 Jahren f\u00fcr die Pr\u00fcfung von Alt- und Neustoffen 45 Millionen Versuchstieren das Leben kosten.<\/p>\n<p>Dies hat eine Berechnung des deutschen Bundesinstitutes f\u00fcr Risikobewertung ergeben. Selbst wenn alle vorhandenen tierversuchfreien Methoden und noch neu zu entwickelnde tierversuchsfreie Methoden angewendet werden, werden im selben Zeitraum noch immer 7,5 Millionen Tiere vergiftet werden. Eine allein aus ethischer Sicht unhaltbare Situation.<\/p>\n<p>Seit 2001 wird an einer Neuordnung des Chemikalienrechts gearbeitet und Ende 2003 hat die Kommission einen neues Konzept vorgestellt, das kurz REACH genannt wird (Registration = Meldung; Evaluation = Bewertung; Authorisation = Zulassung; CH = Chemikalien) und zu begr\u00fc\u00dfen ist, da der Schutz der Umwelt und der Gesundheit des Menschen das Ziel ist. Dabei sollen alle etwa 30.000 Altstoffe, \u00fcber die es angeblich kaum Daten geben soll, neu bewertet werden. Doch keinesfalls hinzunehmen ist, dass hierf\u00fcr Tiere leiden und sterben sollen, zumal es gen\u00fcgend tierversuchsfreie Methoden gibt.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 12.04.2005<br \/><\/strong>EU-Kommission lenkt ein<br \/>Die EU-Kommission hat einen Verordnungsentwurf zur Chemikalienrichtlinie vorgelegt, kurz REACH genannt, der im Detail heftig umstritten ist, unter anderem deshalb, weil durch die Umsetzung 45 Millionen Versuchstiere in den kommenden 15 Jahren f\u00fcr die Pr\u00fcfung der alten und neuen Chemikalien systematisch vergiftet w\u00fcrden.<br \/>Dieser Entwurf wird nun im Umweltausschuss des EU-Parlaments behandelt, wo es am 19. J\u00e4nner 2005 ein \u00f6ffentliches Hearing mit wichtigen ReferentInnen, darunter auch G\u00fcnter Verheugen, Vizepr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Kommission und zust\u00e4ndig f\u00fcr Industrie und Unternehmen, gegeben hat. Am 3. Februar 2005 wurde Verheugen abermals in den Umweltausschuss geladen, wo er in seiner Rede wieder zu dem Thema Chemikalienrichtlinie Stellung bezogen hat und den (zus\u00e4tzlichen) Tierversuchen eine eindeutige Absage erteilt hat. <strong>Zitat von Verheugen aus dem Hearing:<\/strong> &#8220;Ich m\u00f6chte mit gro\u00dfem Nachdruck darauf hinweisen, dass ich jedenfalls alles tun werde, was ich kann, um zus\u00e4tzliche Tierversuche zu vermeiden. F\u00fcr mich ist das die wahrscheinlich gef\u00e4hrlichste Schw\u00e4che des vorliegenden Entwurfs &#8230; Ich halte es jedenfalls auch aus ethischen Gr\u00fcnden nicht f\u00fcr vertretbar, eine Gesetzgebung zu verabschieden, bei der es um den Schutz von Gesundheit und Umwelt geht, wenn das mit dem Verbrauch von Millionen von Versuchstieren erkauft wird.&#8221; <br \/>Zitat von Verheugen aus der Rede: &#8220;Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vermeidung von Tierversuchen, die ich nachdr\u00fccklich unterst\u00fctze \u2026 Ich bin der Auffassung, dass wir eine Strategie zur Entwicklung von alternativen Testmethoden und zur St\u00e4rkung ihrer Akzeptanz brauchen.&#8221;<br \/><strong>Verheugen kommt in seiner Rede<\/strong> (SPEECH\/05\/72) abschlie\u00dfend noch einmal auf das Thema Tierversuche zu sprechen und k\u00fcndigt noch f\u00fcr 2005 eine internationale wissenschaftliche Konferenz in Br\u00fcssel an, bei der es vor allem um Alternativmethoden zu den Tierversuchen gehen soll.<\/p>\n<p>Wir hoffen sehr, dass diesen erfreulichen Worten &#8211; die als die aktuelle Haltung der EU-Kommission zu werten ist &#8211; auch die erforderlichen, dringenden Handlungen folgen. Es gibt Studien, die belegen, dass das neue Chemikalienprogramm ohne Tierversuche durchf\u00fchrbar ist, indem man sich einer tierversuchsfreien Pr\u00fcfstrategie, die stufenweise angesetzt ist, bedient. Es liegt an der Kommission, diese in den Details auszuarbeiten, teilweise noch zu entwickeln und auch durchzusetzen. An den Parlamentariern liegt es nun, in der 1. Lesung, die noch vor dem Sommer erfolgen soll, den urspr\u00fcnglichen Entwurf der Kommission dahingehend v\u00f6llig abzu\u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 05.10.2005:<br \/><\/strong>Umweltausschuss f\u00fcr Alternativmethoden<br \/>Seit 1991 wird in der Europ\u00e4ischen Union an einer neuen Regelung bei der Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (kurz REACH genannt) gearbeitet. Nach dem EU-Kommissions-Entwurf sollen dabei nicht nur die neuen Chemikalien erfasst und bewertet werden, sondern auch die sogenannten 30.000 &#8220;Alt-&#8221; Chemikalien, die vor 1981 mit mehr als einer Jahrestonne auf den Markt gekommen sind, da man \u2013 obwohl diese seit Jahrzehnten im Umlauf sind \u2013 nichts \u00fcber deren gef\u00e4hrlichen Eigenschaften f\u00fcr Mensch und Umwelt wei\u00df. Die Umsetzung dieses Entwurfes h\u00e4tte den grausamen Vergiftungstod von Versuchstieren in einem unvorstellbaren Ausmass \u2013 von bis zu 45 Millionen Tiere in den kommenden 15 Jahren &#8211; nach sich gezogen. Aber ein einhelliger europaweiter Aufschrei aller Tierschutz-, Tierrechts- und TierversuchsgegnerInnenorganisationen brachte die damit befassten Politiker und Gremien zum Einlenken. In den diversen Arbeitssitzungen wurde immer wieder beteuert, dass der Entwicklung und dem Einsatz von Ersatzmethoden Vorrang gegeben werden muss.<br \/>So zuletzt auch am 4. Oktober 2005, an dem der parlamentarische EU-Umweltausschuss in Br\u00fcssel zu diesem Thema den Kompromiss-Vorschlag der britischen Ratspr\u00e4sidentschaft beraten hat.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00c4nderungsvorschl\u00e4ge wurden von einer breiten Mehrheit der ParlamentarierInnen angenommen:<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<\/p>\n<ul>\n<li>Die Hersteller desselben Stoffes werden verpflichtet, gemeinsam die Registrierung zu beantragen (&#8220;Osor&#8221;= one substance, one registration\/ ein Stoff, eine Registrierung), was Kosten spart und die mehrfache Durchf\u00fchrung von Tierversuchstests verhindert. <\/li>\n<li>Die geplante EU-Chemikalienagentur soll sich f\u00fcr die Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen einsetzen und Strategien zur Vermeidung von Tierversuchen entwickeln. Ein Teil der Registrierungsgelder soll f\u00fcr die Forschung nach Alternativmethoden eingesetzt werden. <\/li>\n<li>Auch die Entsch\u00e4rfung der Informationspflicht, die \u2013 wohl zulasten des Umweltschutzes &#8211; der chemischen Industrie mit ihren auch mittleren und kleineren Unternehmen entgegenkommt, bewirkt \u2013 indirekt \u2013 eine immense Einsparung von Tierversuchen:<br \/>So m\u00fcssen f\u00fcr die produzierenden bzw. importierten Stoffmengen zwischen ein und zehn Jahrestonnen (die 20.000 der insgesamt 30.000 von der Verordnung betroffenen Alt-Chemikalien ausmachen) nur mehr die schon vorhandenen Daten von den Firmen geliefert werden, au\u00dfer es handelt sich um potentiell gef\u00e4hrliche Stoffe. <\/li>\n<\/ul>\n<dl>\n<dt><\/dt>\n<\/dl>\n<p>Mitte November kommt REACH im Europaparlament zur Ersten Lesung. Da die ParlamentarierInnen ein Mitentscheidungsrecht haben, werden sich Parlament und Rat \u2013 bis zur Zweiten Lesung -auf einen Kompromiss einigen m\u00fcssen. Man rechnet damit, dass sich die Beratungen sicherlich noch \u00fcber das kommende Jahr 2006 hinziehen werden.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 12.12.2005:<br \/><\/strong>Einigung im EU-Ministerrat <br \/>Das schlimmste Schreckensszenario konnte abgewendet werden, aber die Chance auf einen Paradigmenwechsel zugunsten v\u00f6lliger tierversuchsfreier Pr\u00fcfstrategien wurde nicht gen\u00fctzt.<\/p>\n<p>Nachdem sich am 17. November 2005 in erster Lesung das EU-Parlament \u2013 mit etlichen \u00c4nderungen zugunsten der chemischen Industrie &#8211; auf einen Chemikaliengesetzesentwurf (der auf 1.300 Seiten 40 bestehende Vorschriften ersetzen soll) geeinigt hat, ist dieser nun, am 13. Dezember 2005 \u2013 jedoch abermals mit wesentlichen Abstrichen f\u00fcr den Umweltschutz \u2013 auch vom EU-Ministerrat angenommen worden.<br \/>Der formelle Ratsbeschluss erfolgt wahrscheinlich im M\u00e4rz 2006. Anschlie\u00dfend kommt es im Parlament zur zweiten Lesung (Parlament und Rat m\u00fcssen einen gemeinsamen Beschluss schaffen), so dass mit einem endg\u00fcltigen Abschluss im zweiten Halbjahr zu rechnen ist. Das Gesetz wird \u2013 mit einer mehrj\u00e4hrigen \u00dcbergangsfrist &#8211; aller Voraussicht nach im Jahre 2007 in Kraft treten.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Pr\u00fcfung von neuen Chemikalien an Tieren und im speziellen f\u00fcr die 30.000 &#8220;Alt&#8221;-Stoffe, die vor 1981 im Umlauf waren, wurden folgende Kompromisse beschlossen:<\/p>\n<ul>\n<li>Unternehmen sind verpflichtet, einzelne Stoffe, die mit Tierversuchen getestet werden, gemeinsam zu registrieren. Vorhandene Tierversuchsdaten sind auszutauschen. Tierversuche d\u00fcrfen erst nach Vorlage eines Testvorschlags, der von Experten hinsichtlich vorhandener Ersatzmethoden \u00fcberpr\u00fcft wird, durchgef\u00fchrt werden. Auf diese Weise sollen vor allem Doppelversuche verhindert werden.<\/li>\n<li>Keine Tierversuche fallen an f\u00fcr die etwa 17.500 &#8220;Alt&#8221;-Stoffe, die j\u00e4hrlich zwischen einer und 10 Tonnen produziert bzw. importiert werden, da hierf\u00fcr lediglich die schon vorhanden Daten von den Firmen gemeldet werden m\u00fcssen, au\u00dfer es besteht ein Verdacht auf Gef\u00e4hrdung. <\/li>\n<li>F\u00fcr die etwa 7.500 &#8220;Alt-&#8220;Stoffe von 10 bis 100 Jahrestonnen sind geringere Auflagen vorgesehen (lediglich Test \u00fcber erbgutsch\u00e4digende und chronische Wirkung), so dass in dieser Klasse zumindest Tierversuche eingespart werden. Von Tests wird abgesehen, wenn ein Kontakt mit KonsumentInnen ausgeschlossen ist. <\/li>\n<li>Kosmetika wurden von der Chemikalienregelung ausgenommen, so dass das bereits beschlossene, bis 2013 schrittweise umzusetzende EU-weite Tierversuchsverbot f\u00fcr Kosmetika aufrecht bleibt.<\/li>\n<li>Ein Teil der Registrierungsgelder f\u00fcr Chemikalien soll f\u00fcr die Forschung nach Alternativmethoden zu Tierversuchen eingesetzt werden, wof\u00fcr die geplante EU-Chemikalienagentur in Finnland zust\u00e4ndig sein wird. Au\u00dferdem hat sie die Aufgabe, Strategien zur Vermeidung von Tierversuchen zu entwickeln. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Da nun das neue strenge Registrierungsverfahren &#8220;nur&#8221; mehr auf etwa 12.500 &#8220;Alt&#8221;-Stoffe (die in einer Menge von \u00fcber 10 Jahrestonnen produziert werden) anstatt auf die urspr\u00fcnglich geplanten 30.000 von den insgesamt etwa 100.000 &#8220;Alt-&#8221; Stoffe, die vor 1981 im Umlauf waren, anzuwenden ist, bedeutet dies gegen\u00fcber den ersten Pl\u00e4nen auch eine geringere Steigerung von Tierversuchen. <br \/>Das Schreckenszenario eines Verbrauchs von 45 Millionen Versuchstieren in den kommenden 15 Jahren, das der urspr\u00fcngliche Kommissionsentwurf nach sich gezogen h\u00e4tte, konnte abgewendet werden. ExpertInnen rechnen momentan aber mit 1,5 Millionen zus\u00e4tzlichen Tierversuchen durch die Umsetzung von REACH. Eine noch immer unvorstellbare Anzahl, hinter der ein unvorstellbares Ausmass an Leiden und ein uns\u00e4gliches, qualvolles Sterben steht!<\/p>\n<p>Wie so oft konnten wir, auch vereint mit vielen anderen TierversuchsgegnerInnenorganisationen, dank unserer stetiger und massiver Proteste wohl das Allerschlimmste verhindern, aber doch (noch) nicht v\u00f6llig abwenden. (Zuletzt, am 30.11.2005, hat der Internationale Bund der Tierversuchsgegner dem EU-Ministerrat 7.514 Unterschriften mit der Forderung des Einsatzes von tierversuchsfreien Pr\u00fcfstrategien \u00fcbermittelt.) Die Chance auf einen Paradigmenwechsel zugunsten v\u00f6llig tierversuchsfreier Pr\u00fcfstrategien, die laut ExpterInnenmeinungen und Studien sofort bis mittelfristig umgesetzt werden k\u00f6nnten, wurde von den entscheidenden Stellen nicht genutzt!<br \/>Deshalb wird es unsere Aufgabe sein, bei den zust\u00e4ndigen EU-Institutionen die F\u00f6rderung, Entwicklung und den verpflichtenden Einsatz von Ersatzmethoden zum Tierversuch einzumahnen. Zumal auch, weil unter REACH nicht nur die 30.000 &#8220;Alt&#8221;-Chemikalien fallen, sondern auch alle zuk\u00fcnftigen neuen Chemikalien. <br \/>Da die Giftigkeit von Chemikalien mit tierversuchsfreien Verfahren und einer intelligent aufgebauten Pr\u00fcfstrategie viel zuverl\u00e4ssiger ermittelt werden kann, wie ExpertInnen etwa vom Bundesinstitut f\u00fcr Risikoforschung oder des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle beteuern, ist die Abwendung von den grausamen, veralteten und unverl\u00e4sslichen Tierexperimenten sowohl aus Tierschutzgr\u00fcnden als auch zum Schutze der Gesundheit des Menschen und der Umwelt unsere ethische Pflicht.<\/p>\n<dl>\n<dt><\/dt>\n<dt><\/dt>\n<\/dl>\n<p><strong>Nachtrag vom 18.09.2006:<br \/><\/strong>REACH geht in die letzte Phase<br \/>Mit REACH wird die gesamte Chemikalienregulierung durch die EU neu gestaltet. Die Pr\u00fcfung von Chemikalien ist mit Millionen von Tierversuchen verbunden. Die schrecklichsten Szenarien konnten mit unseren Protesten und Einw\u00e4nden abgewendet werden. Im Herbst 2005 haben EU-Parlament und EU-Ministerrat \u00fcber den Kommissionsentwurf abgestimmt. Das Parlament hat einige wichtige Verbesserungen eingebracht, die teilweise wieder vom Ministerrat herausgenommen wurden.<\/p>\n<p>Am 10.10.2006 wurde REACH im federf\u00fchrenden Umweltausschuss behandelt und es wurden zuvor gestrichene Forderungen (z.B. strengere Regelung beim Inverkehrbringen besonders gef\u00e4hrlicher Stoffe) aus der Ersten Lesung wieder hinein genommen, was auch mit einer Mehrheit (42 Ja-Stimmen von insgesamt 63) angenommen wurde. U.a. forderte der Umweltausschuss auch die F\u00f6rderung von tierversuchsfreien Testmethoden. Bis zur Zweiten Lesung im Plenum am 14. November 2006, wo es durch die EU-ParlamentarierInnen zur Abstimmung kommen wird, verhandeln nun Rat und Parlament \u00fcber das Umweltausschussergebnis. Voraussichtlich am 4. Dezember 2006 wird der EU-Ministerrat abstimmen. Im Jahr 2007 soll REACH in Kraft treten.<\/p>\n<p><strong>Bitte appellieren Sie an die EU-Abgeordneten,<\/strong> sich f\u00fcr eine tierversuchsfreie Chemikalien-Verordnung einzusetzen.<br \/>Anbei ein Musterbrief und die E-Mail-Adressen der \u00f6sterreichschen EU-Abgeordneten (den Brieftext einfach in die einzeln aufgerufenen E-Mails kopieren):<\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter, <br \/>die 1. Lesung im EU-Parlament hatte ja schon erfreulicherweise einige wesentliche Verbesserungen bei REACH gebracht. Daf\u00fcr danke ich Ihnen. Allerdings wurden diese zum Teil durch den Ministerrat wieder gestrichen. Ich bitte Sie, sich zumindest f\u00fcr eine Wiederherstellung der Position des Parlaments stark zu machen. Fordern Sie bitte bei der 2. Lesung im EU-Parlament insbesondere:<\/p>\n<ul>\n<li>einen <strong>zwingenden Datenaustausch<\/strong>, <\/li>\n<li>eine <strong>unabh\u00e4ngige \u00dcberpr\u00fcfung<\/strong> der Testvorschl\u00e4ge der Industrie, <\/li>\n<li>eine verst\u00e4rkte F\u00f6rderung und den Einsatz von <strong>tierversuchsfreien Testmethoden<\/strong> und <strong>tierversuchsfreien Teststrategien<\/strong> und besonders wichtig, <\/li>\n<li>dass <strong>Kosmetika von REACH ausgenommen werden<\/strong>. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Die v\u00f6llig veraltete Methode des Tierversuchs darf in einer modernen Chemikalienpolitik keinen Platz haben. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Tiere, sondern auch um die Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die meisten der in dem Entwurf der EU aufgef\u00fchrten Tierversuche wurden bereits vor Jahrzehnten entwickelt, aber nie auf ihre G\u00fcltigkeit \u00fcberpr\u00fcft. W\u00fcrde man sie heute einer eingehenden Pr\u00fcfung bez\u00fcglich ihrer Zuverl\u00e4ssigkeit und ihrer Relevanz f\u00fcr den Menschen unterziehen, w\u00fcrden sie glatt durchfallen. Eine intelligente, schrittweise Teststrategie mit tierversuchsfreien Methoden sowie die Auswertung bereits vorhandener Daten k\u00f6nnen dagegen alle n\u00f6tigen Informationen \u00fcber die zu testenden Substanzen schnell, zuverl\u00e4ssig und preisg\u00fcnstig liefern. REACH muss im Interesse von Mensch und Tier ganz ohne Tierversuche durchgef\u00fchrt werden. Bitte setzen Sie sich daf\u00fcr ein!<br \/>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p><a href=\"mailto:maria.berger@europerg.co.at\">maria.berger@europerg.co.at<\/a><br \/><a href=\"mailto:hboesch@europarl.eu.int\">hboesch@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:hettl@europarl.eu.int\">hettl@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:okaras@europarl.eu.int\">okaras@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:jleichtfried@europarl.eu.int\">jleichtfried@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:eva.lichtenberger@gruene.at\">eva.lichtenberger@gruene.at<\/a><br \/><a href=\"mailto:office@hpmartin.net\">office@hpmartin.net<\/a><br \/><a href=\"mailto:a.moelzer@aon.at\">a.moelzer@aon.at<\/a><br \/><a href=\"mailto:hpirker@europarl.eu.int\">hpirker@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:cprets@europarl.eu.int\">cprets@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:rrack@europarl.eu.int\">rrack@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:kresetarits@europarl.eu.int\">kresetarits@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:pruebig@europarl.eu.int\">pruebig@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:kscheele@europarl.eu.int\">kscheele@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:aschierhuber@europarl.eu.int\">aschierhuber@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:rseeber@europarl.eu.int\">rseeber@europarl.eu.int<\/a><br \/><a href=\"mailto:hannes.swoboda@spoe.at\">hannes.swoboda@spoe.at<\/a><br \/><a href=\"mailto:johannes.voggenhuber@gruene.at\">johannes.voggenhuber@gruene.at<\/a><\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 20.12.2006:<br \/><\/strong>REACH wurde verabschiedet<br \/>REACH &#8211; die Kurzformel steht f\u00fcr die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschr\u00e4nkung chemischer Stoffe &#8211; , mit der die Chemikalienpolitik der Europ\u00e4ischen Union neu geordnet und reformiert wurde, ist abgeschlossen. Am 13.12.2006 nahm das Europ\u00e4ische Parlament in seiner zweiten Lesung den Anfang Dezember 2006 erzielten Kompromisstext von Europaparlament, Rat und Kommission an. Am 18.12.2006 haben auch die EU-Umweltminister ihre Zustimmung gegeben. Somit tritt die <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/reach_verordnung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">REACH-Verordnung<\/a> am 1. Juni 2007 in Kraft.<\/p>\n<p>Da mit REACH die sogenannten chemischen &#8220;Altstoffe&#8221;, von denen 30.000 in Umlauf sind, neu er<\/p>\n<p>Aufrufe: 224<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letze aktuelle Meldung bzw. weiterf\u00fchrende aktuelle Links zu diesem Themafinden Sie am Ende des Artikels! EU plant abertausende zus\u00e4tzliche Tierversuche f\u00fcr Chemikalien Die EU m\u00f6chte die KonsumentenInnen in tr\u00fcgerischer Sicherheit wiegen, indem sie tausende Chemikalien, die schon seit 20 Jahren in <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2015\/03\/05\/tierversuche-fhemikalien\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[7,4],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1126"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1126"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1126\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}