{"id":1129,"date":"2014-05-08T11:30:00","date_gmt":"2014-05-08T09:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/kampagne-gegen-das-gr-affenforschungslabor-bprc-in-europa\/"},"modified":"2014-05-08T11:30:00","modified_gmt":"2014-05-08T09:30:00","slug":"kampagne-gegen-das-gr-affenforschungslabor-bprc-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/kampagne-gegen-das-gr-affenforschungslabor-bprc-in-europa\/","title":{"rendered":"Kampagne gegen das gr\u00f6\u00dfte Affenforschungslabor BPRC in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Das BPRC &#8211; Biomedical Primate Research Center (Biomedizinisches Affenforschungszentrum) &#8211; in Rijswijk\/Niederlande ist das gr\u00f6\u00dfte Affenforschungslabor Europas. An 1500 Affen werden Versuche im Bereich der Immunologie, der Parasitologie und der Virologie durchgef\u00fchrt. Insbesondere sollen die Tiere der Suche nach Impfstoffen und Medikamenten gegen Aids, Hepatitis und Malaria dienen.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Affen vegetieren in viel zu engen Metallk\u00e4figen dahin<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten Affen &#8211; Schimpansen, Rhesusaffen, Tamarins und Marmosets &#8211; die in der Natur in Familienverb\u00e4nden leben, werden ohne jeglichen Kontakt zu einem Artgenossen gehalten.<br \/>Ein Drittel der Rhesusaffen vegetiert isoliert in Metallk\u00e4figen, die nicht einmal der K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe der Tiere entsprechen.<br \/>Ein Schimpanse muss mit einem Platz von 1x1x2 Meter sein Auskommen finden. Die Tiere k\u00f6nnen sich nicht bewegen, sie k\u00f6nnen mit niemandem kommunizieren, sie haben keine Besch\u00e4ftigung. <br \/>So stehen sie jahrelang in ihren knapp bemessenen, kahlen und sterilen Gef\u00e4ngnissen, und m\u00fcssen neben den Schmerzen und Qualen, die ihnen durch die Experimente zugef\u00fcgt werden, diese leidvolle, tierqu\u00e4lerische Haltung auf sich nehmen, die durch die stereotypen Bewegungen evident wird: die Affen wiegen ihren K\u00f6rper monoton hin und her und die, die noch nicht ganz der Apathie verfallen sind, r\u00fctteln mit einem letzten Hoffnungsschimmer unaufh\u00f6rlich an den St\u00e4ben.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Die Ergebnisse aus den Affenexperimenten sind nicht auf den Menschen \u00fcbertragbar<\/strong><\/p>\n<p>Immer wieder haben Tiersch\u00fctzerInnen auf die grausamen Haltungsbedingungen aufmerksam gemacht und immer wieder haben TierversuchsgegnerInnen auf die Sinnlosigkeit der Tests, denen die Tiere unterzogen werden, hingewiesen. Die Ergebnisse aus dem Tierexperiment &#8211; auch nicht die von Affen &#8211; lassen sich nicht auf die komplexe Lebenssituation des Menschen \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Die in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden auftauchenden Arzneimittelkatastrophen und die Stagnation der medizinischen Entwicklung bei der Heilung von Krankheiten wie Aids und Krebs sowie die rasante Zunahme von Allergien etwa legen ein trauriges Zeugnis davon ab.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Hoffentlich bald das letzte Labor in Europa, das immer noch Experimente an Schimpansen durchf\u00fchrt<\/strong><\/p>\n<p>Das BPRC ist nicht nur das gr\u00f6\u00dfte, sondern auch das einzige Labor in Europa, das Experimente an Schimpansen durchf\u00fchrt bzw. bis vor kurzem durchgef\u00fchrt hat.<br \/>In den letzten drei\u00dfig Jahren wurde &#8211; auch mit Hilfe von EU-F\u00f6rderungsgeldern &#8211; eine eigene Schimpansenzucht aufgebaut. Die meisten der weiblichen Schimpansen werden hierbei als Geb\u00e4rmaschinen missbraucht. Die Jungen werden ihnen so fr\u00fch wie m\u00f6glich weggenommen &#8211; denn sie m\u00fcssen auf die Versuche, auch emotional, vorbereitet werden.<\/p>\n<p>Zur Zeit befinden sich 105 Schimpansen im BPRC, 23 davon sind mit Aids bzw. Hepatitis infiziert. Doch mittlerweile &#8211; nach jahrzehntelanger Forschung &#8211; musste man einsehen, dass Affen zwar mit dem HIV-Virus infizierbar sind, jedoch nicht am Menschen-Aids erkranken. Und offenbar haben selbst so manche Experimentatoren erkannt, wie \u00e4hnlich uns die Schimpansen sind, die neben den Gorillas, Orang-Utans und Bonobos zu den Gro\u00dfen Menschenaffen, unseren n\u00e4chsten Verwandten, gez\u00e4hlt werden.<br \/>Weltweit werden die Aids-Versuche an Affen eingestellt und f\u00fcr die ausgedienten Schimpansen werden Rehabilitationsstationen eingerichtet. Es ist unm\u00f6glich, die Tiere wieder in die Natur zu entlassen. Zu sehr wurden sie dieser entfremdet und durch die Haltung und die Experimente seelisch, geistig und k\u00f6rperlich gesch\u00e4digt.<br \/>In Gro\u00dfbritannien und Neuseeland wurden Versuche an Menschenaffen sogar gesetzlich verboten.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich hat die<\/p>\n<ul>\n<li>Firma Baxter im November 1999 die Versuche an den 47 Schimpansen im Primatenzentrum in Orth an der Donau aber auch an all den anderen Affen abgebrochen. Die Tiere kommen in eine noch zu errichtende Auffangstation im Tierpark G\u00e4nserndorf\/N\u00d6.<\/li>\n<li>Im Novartis Forschungsinstitut in Wien werden wohl keine Schimpansen aber an die 180 Meerkatzen gehalten. Im Jahr 2000 wurden dort an 177 Affen Experimente zur Entstehung von Entz\u00fcndungen durchgef\u00fchrt. Das sind fast doppelt so viel wie im Jahr davor!!! Im Jahr 2001 verzeichnet die Statistik die Verwendung von insgesamt 130 Meerkatzen f\u00fcr Versuche. <\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Ein Ende der Schimpansenversuche zeichnet sich ab<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund massiver Proteste zahlreicher europ\u00e4ischer Tierschutzorganisationen gegen das BPRC, allen voran die CEECE (&#8220;Coalition to End Experiments on Chimpanzees in Europe&#8221;), gibt es seitens der niederl\u00e4ndischen Regierung Zusagen, die Experimente an den Schimpansen innerhalb der n\u00e4chsten drei Jahre auslaufen zu lassen. Die Tiere sollen in Zoos bzw. in einem noch zu bauenden Affenreservat in Spanien ihr artgerechtes Ausleben finden.<br \/>Doch \u00e4u\u00dferste Skepsis ist bei den politischen Versprechen angebracht, denn ein Projekt, bei dem sechs Schimpansen mit Hepatitis C infiziert werden, wurde f\u00fcr das Jahr 2002 neu (!) genehmigt!<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Stopp a l l e r Tierversuche an Affen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die anderen Affenarten werden lediglich bessere Haltungsbedingungen angedacht. Dies ist f\u00fcr uns TierversuchsgegnerInnen unhaltbar. Wir verlangen die endg\u00fcltige Schlie\u00dfung des BPRCs und die Unterbringung aller Affen in einer von Tiersch\u00fctzern betriebenen Auffangstation.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Skandal: EU f\u00f6rdert diese Tierversuche mit unserem Steuergeld<\/strong><\/p>\n<p>Das BPRC finanziert sich zu zwei Dritteln aus \u00f6ffentlichen Geldern.<br \/>Die Generaldirektion f\u00fcr Forschung der EU f\u00f6rdert Forschungsprojekte des BPRC j\u00e4hrlich mit 2,21 Millionen Euro!<br \/>In Beantwortung einer Schriftlichen Anfrage (P-1720\/01) f\u00fchrt Kommissar Busquin an, dass die Europ\u00e4ische Kommission das BPRC im Rahmen des 5. Forschungsprogrammes bisher mit insgesamt ca. 4,3 Millionen Euro unterst\u00fctzt habe und dass mehrere in den Jahren 1999 und 2000 angelaufene Forschungsprojekte mit einer Laufzeit von drei Jahren bezuschusst wurden. Forschungsgebiete sind die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamente gegen HIV, Tuberkulose, Malaria und Hepatitis C.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Protest:<br \/><\/strong>Bitte richten Sie Proteste an den EU-Forschungskommissar Philippe Busquin und ersuchen auch Sie ihn, Tierversuche nicht mit \u00f6ffentlichen F\u00f6rderungsgeldern zu finanzieren und die F\u00f6rderung von Tierversuchsprojekten am BPRC sofort einzustellen und das Primatenforschungszentrum zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Adresse:<br \/><\/strong>Herrn Phillipe Busquin<br \/>Kommissar f\u00fcr Forschung<br \/>Direktion F<br \/>Europ\u00e4ische Kommission<br \/>Rue de la Loi 200<br \/>B-1049 Br\u00fcssel<\/p>\n<p><strong>Musterbrief:<br \/><\/strong>Sehr geehrter Herr Kommissar Busquin, <br \/>mit Befremden habe ich vernommen, dass die Kommission das Biomedical Primate Research Centre (BPRC) in Rijswijk\/Niederlande j\u00e4hrlich mit 2, 21 Millionen Euro unterst\u00fctzen soll.<br \/>In Beantwortung der Schriftlichen Anfrage P-1720\/01 teilen Sie mit, dass die EU das BPRC bisher mit insgesamt ca. 4,3 Millionen Euro unterst\u00fctzt habe, dass mehrere in den Jahren 1999 und 2000 angelaufene Forschungsprojekte mit einer Laufzeit von drei Jahren bezuschusst worden seien.<br \/>Es emp\u00f6rt mich, dass mit \u00f6ffentlichen Geldern Tierversuche, das hei\u00dft immenses Tierleid, unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert wird.<br \/>Ich bitte Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen und die Finanzierung von Tierversuchsprojekten am BPRC sofort einzustellen und sich f\u00fcr die Schlie\u00dfung des BPRC einzusetzen.<br \/>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p><strong>Weitere Protestadressen<\/strong>:<br \/><strong>Biomedical Primate Research Center (BPRC),<\/strong><br \/>P.O. Box 3306<br \/>NL-2280 HV Rijswijk, Niederlande<br \/>Tel.: +31 15 284 2699, Fax: + 31 15 284 3999<br \/>E-Mail: bontrop@bprc.nl<\/p>\n<p><strong>Ministerie O.C. &#038; W. t.a.v. dhr. L. Hermans<\/strong><br \/>Postbus 25000<br \/>NL-2700 LZ Zoetermeer<br \/>Niederlande<\/p>\n<\/p>\n<p>Siehe dazu auch unsere <a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1787-europaweiter-protest-gegen-botox-tierversuche-schweizer-konzern-nestle-im-zentrum-der-kritik\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Presseinformation: Europaweiter Protest gegen Botox-Tierversuche. Schweizer Konzern Nestl\u00e9 im Zentrum der Kritik.<\/a><\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 02.01.2006:<br \/><\/strong>Seit 1. J\u00e4nner 2006 sind in \u00d6sterreich Tierversuche an Menschenaffen gesetzlich verboten. Ein sch\u00f6ner Erfolg, zu dem auch die von uns initiierte Parlamentarische B\u00fcrgerinitiative f\u00fcr ein Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen wesentlich beigetragen hat.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 03.11.2006:<\/strong><br \/>Im Jahr 2003 erlie\u00dfen die Niederlande ein gesetzliches Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen. (Auch in Schweden wurde mittlerweile ein derartiges Verbot erlassen.) In der Folge wurde ein Teil der Menschenaffen des BPRC an Zoos und Safariparks untergebracht. Insbesondere f\u00fcr jene Affen, die mit HIV oder Hepatitis C infiziert worden waren, baute die Organisation <a href=\"http:\/\/www.aap.nl\/int_deutsch\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stichting Aap<\/a> mit finanzieller Unterst\u00fctzung der niederl\u00e4ndischen Regierung eine Auffangstation in Almere, die am 02.11.2006 er\u00f6ffnet wurde. Sie ist damit EU-weit die erste Auffangstation u.a. f\u00fcr ehemalige Versuchsaffen.<br \/>Die sechs zuletzt mit Hepatitis C infizierten Schimpansen wurden dort schon untergebracht. Die restlichen Menschenaffen sollen ihnen bald folgen.<\/p>\n<p>Mehr dazu unter:<br \/><a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1010-erfolgreiche-brinitiative-gegen-tierversuche-an-menschenaffen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Erfolgreiche B\u00fcrgerinitiative gegen Tierversuche an Menschenaffen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/984-hoffnung-auf-verbot-von-tierversuchen-an-menschenaffen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Hoffnung auf Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/944-verbot-von-tierversuchen-an-menschenaffen-im-plenum-beschlossen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen im Plenum beschlossen<\/a><\/p>\n<p>Siehe dazu auch:<br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/info\/1031-tierversuche-an-primaten\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuche an Primaten<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/957-stopp-dem-primatenhandel\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">STOPP dem Primatenhandel<\/a><br \/><a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1014-primatenlabor-covance-in-den-schlagzeilen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Primatenlabor Covance in den Schlagzeilen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/960-schweiz-depressionsforschung-an-weissbelchen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweiz: Depressionsforschung an Weissb\u00fcschel\u00e4ffchen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/961-schweizer-kommissionen-fordern-zuraltung-und-verbot-bei-affenversuchen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweizer Kommissionen fordern Zur\u00fcckhaltung und Verbot bei Affenversuchen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/948-holocaust-autor-protestiert-gegen-experimente-an-affen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Holocaust Autor protestiert gegen Experimente an Affen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/1113-schweiz-tierversuche-an-affen-nicht-genehmigt\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweiz: Tierversuche an Affen nicht genehmigt<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 215<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das BPRC &#8211; Biomedical Primate Research Center (Biomedizinisches Affenforschungszentrum) &#8211; in Rijswijk\/Niederlande ist das gr\u00f6\u00dfte Affenforschungslabor Europas. 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