{"id":1132,"date":"2014-05-08T11:28:00","date_gmt":"2014-05-08T09:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/tierversuche-an-primaten\/"},"modified":"2014-05-08T11:28:00","modified_gmt":"2014-05-08T09:28:00","slug":"tierversuche-an-primaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/tierversuche-an-primaten\/","title":{"rendered":"Tierversuche an Primaten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Geschichte von Binti:<\/strong><\/p>\n<p>Am 16. August 1996 fiel im Brookfield Zoo bei Chicago ein 3-j\u00e4hriger Junge sechs Meter tief auf den Betonboden des Gorilla-Geheges. Er schlug mit dem Kopf auf und verlor das Bewusstsein. Die 7-j\u00e4hrige Gorilla-Mutter namens Binti Jua, die ihr eigenes Baby auf den R\u00fccken trug, hob das Kind auf und trug es in die N\u00e4he einer T\u00fcr, von der aus das Zoo-Personal das Kind leicht erreichen konnte. Der Junge wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er sich schnell von seinem Sturz erholte.Binti, die Gorilla-Frau, \u00fcberwand die scheinbare Barriere zwischen den Spezies und rettete ein menschliches Leben.<br \/>Warum erweckte dieser Vorfall weltweit das Interesse der Medien und setzt uns in Erstaunen?<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/p>\n<p>Warum glauben wir eigentlich, dass wir Menschen die einzigen Tiere sind, die freundlich sein k\u00f6nnen?<\/p>\n<p> <\/strong><\/p>\n<p>Weil wir zwischen uns und den Tieren eine willk\u00fcrliche Grenze gezogen haben, die wir mit Unterscheidungskriterien wie Intelligenz, Mitgef\u00fchl, Leiden, Ethik, Trauer, Bewusstheit, Erinnerungsverm\u00f6gen, Verantwortungsbewusstsein, soziales Verhalten etc. etc. abmauern. Aufgrund dieser von uns aufgestellten Merkmale, die uns von den Tieren unterscheiden sollen, glauben wir nun berechtigt zu sein, Tiere unseren Interessen unterwerfen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Wir jagen, verkaufen, fangen, foltern, t\u00f6ten Tiere, und sagen uns, dass wir dazu legitimiert sind, weil Tiere dumm sind, kein Mitgef\u00fchl haben, Schmerzen und Leiden nicht wie wir Menschen wahrnehmen, nicht trauern k\u00f6nnen, sich ihrer nicht bewusst sind, sich nicht erinnern k\u00f6nnen, nicht planen k\u00f6nnen, etc. etc.<\/p>\n<p>Binti jedoch hat bei der Rettung des Jungen Intelligenz, Mitgef\u00fchl und Verantwortung gezeigt, und das ist es, was uns irritiert und bewegt. Unser anthropozentrisches Weltbild (der Mensch steht im Mittelpunkt und ist das Ma\u00df aller Dinge) und die artspezifische Grenzziehung beginnt ordentlich zu wanken.<\/p>\n<p>Aufgrund solcher \u00dcberlegungen, wisssenschaftlich mit zahllosen Untersuchungen belegt, wurde das Great Ape Projekt (zu deutsch: Gro\u00dfe Menschenaffen-Projekt) ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Rechtssprechung sowohl auf deutscher als auch auf internationaler Ebene zu ver\u00e4ndern und &#8211; als ersten Schritt &#8211; f\u00fcr alle Gro\u00dfen Menschenaffen (dazu geh\u00f6ren neben dem Menschen die Schimpansen, die Gorillas, die Orang-Utans und Bonobos)<\/p>\n<ul>\n<li>das Recht auf Leben,<\/li>\n<li>den Schutz der individuellen Freiheit und<\/li>\n<li>den Schutz vor Folter durchzusetzen. <\/li>\n<\/ul>\n<p><strong> <\/p>\n<p>Die unermesslichen Leiden der Tiere<\/p>\n<p> <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Der Lebensraum der wild lebenden Affen wird durch Urwaldabholzung zerst\u00f6rt,<\/li>\n<li>sie werden gejagt,<\/li>\n<li>als &#8220;bushmeat&#8221; (Buschfleisch) gehandelt,<\/li>\n<li>f\u00fcr Zirkusauftritte und Shows dressiert,<\/li>\n<li>in Zoos inhaftiert, <\/li>\n<li>und in Tierversuchslabors fragw\u00fcrdigen Experimenten ausgesetzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das unermessliche Leiden der Tiere beginnt schon beim Fang mit Netzen oder K\u00e4figfallen. Bis sie aufgelesen werden, sterben viele Tiere an Hunger und Durst; nicht geeignete Tiere werden auf der Stelle get\u00f6tet. Manchmal verbleiben die Tiere in den Sammelstellen der Herkunftsl\u00e4nder monatelang in viel zu kleinen K\u00e4figen, in denen sie nicht einmal stehen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend des Transportes sind sie meist in schlecht gel\u00fcfteten Kisten untergebracht, bekommen kaum Nahrung und Wasser und tier\u00e4rztliche Betreuung. H\u00f6chstens zwei von zehn Primaten \u00fcberleben die Torturen von Wildfang und Weitertransport.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Tierversuche an Affen<\/strong><\/p>\n<p>In der Europ\u00e4ischen Union werden j\u00e4hrlich etwa 10.000 Affen f\u00fcr Versuche &#8220;verbraucht&#8221;, haupts\u00e4chlich in der Grundlagenforschung und f\u00fcr die Entwicklung und Pr\u00fcfung von Arzneimitteln, die zu einem hohen Prozentsatz gesetzlich vorgeschrieben sind. Neben den qualvollen Versuchen sind die Tiere durch die \u00fcbliche K\u00e4fighaltung in den Labors st\u00e4ndigen Leiden ausgesetzt.<br \/>Es werden nicht nur Affen aus Wildfang f\u00fcr Versuche verwendet, sondern immer h\u00e4ufiger aus speziell daf\u00fcr in den USA und Europa errichteten Primatenzuchtanstalten. <br \/>Balls, ehemaliger Leiter des Zentrums der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr die Validierung von Alternativmethoden (ECVAM), setzt sich f\u00fcr ein Verbot von Versuchen an Primaten in der Europ\u00e4ischen Union ein: &#8220;Sollte man sich entscheiden, die Verwendung von Primaten in europ\u00e4ischen Labors bis zum Jahre 2005 zu beenden, k\u00f6nnte man dieses Ziel meines Erachtens erreichen, ohne gravierend die medizinische Forschung, die Sicherheit von Impfstoffen, Medikamenten oder anderen Produkten, die derzeit an Primaten gepr\u00fcft werden, zu beeinflussen&#8221;. (Aus: Primatenbericht. Hrsg. v. Deutscher Tierschutzbund e.V., 1998, Seite 24)<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Affenversuche in \u00d6sterreich<\/strong><\/p>\n<p>Auch in \u00d6sterreich werden Experimente an Primaten durchgef\u00fchrt. F\u00fcr das Jahr 1998 wurden dem Gesundheitsministerium insgesamt 280 Affenversuche gemeldet.<br \/>In einem Forschungsinstitut in Nieder\u00f6sterreich (der Firma Baxter AG, der ehemaligen Immuno AG, in 1221 Wien, Industriestr. 67, im Hans Popper Primatenzentrum in Orth an der Donau) befanden sich ingesamt 174 Affen, darunter 47 Schimpansen, aus diversen Importen, in- und ausl\u00e4ndischer Zuchtanstalten und eigener Zucht.<br \/>Per 17. November 1999 wurden s\u00e4mtliche Tierversuche an den Affen der Firma Baxter eingestellt! Es wird an einer L\u00f6sung, ein artgerechtes Ausleben der Tiere im Safaripark G\u00e4nserndorf zu gew\u00e4hrleisten, gearbeitet.<\/p>\n<p>In einer Wiener Tierversuchseinrichtung (wahrscheinlich im Novartis Forschungsinstitut GmbH, dem ehemaligen Sandoz Forschungsinstitut GmbH, in 1235 Wien, Brunner Stra\u00dfe 59) befinden sich 1998 193 Affen aus eigener Zucht. Es wurden zwei Allergieforschungsprojekte, jeweils auf die Dauer von 3 Jahren, genehmigt, wobei 1998 insgesamt 76 Rhesusaffen zum experimentellen Einsatz kamen (48 Affen wurden zweimal einem Versuch unterzogen). <br \/>F\u00fcr das Jahr 1999 wurden dem Gesundheitsministerium die erneute Verwendung von 127 Menschenaffen und 7 Meerkatzen gemeldet. Unseren eigenen Berechnungen und Recherchen zufolge kann diese Zahl nicht stimmen, was uns vom zust\u00e4ndigen Magistrat schon best\u00e4tigt wurde. Es liegen aber noch keine neuen offiziellen Zahlen vor.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Die Geschichte von Rick:<\/strong><\/p>\n<p>Rick Swope und seine Familie besuchen jedes Jahr einmal den Zoo in Detroit. Als er bei einer solchen Gelegenheit vor dem neueingerichteten gro\u00dfen Schimpansengehege stand, kam es zwischen zwei erwachsenen m\u00e4nnlichen Schimpansen zum Streit. Jojo, der schon seit einigen Jahren in diesem Zoo lebte, wurde von einem j\u00fcngeren und st\u00e4rkeren Neuank\u00f6mmling angegriffen und in die Flucht geschlagen. In seiner Angst sprang Jojo \u00fcber den Zaun und fiel in den das Gehege umgebenden Wassergraben. Die Zoobesucher und W\u00e4rter, die in der N\u00e4he standen, sahen entsetzt zu, weil Jojo zu ertrinken drohte. Immer wieder ging er unter und tauchte wieder auf. Das konnte Rick Swope nicht mehr l\u00e4nger mitansehen. Er kletterte \u00fcber die Umz\u00e4unung und sprang in den Graben, um den Schimpansen zu retten. Er sprang, obwohl die Zuschauer ihn mit lauten Rufen vor der Gefahr warnten. Schlie\u00dflich gelang es ihm, den bereits bewusstlosen Jojo mit all seinem Gewicht auf die Schulter zu heben, \u00fcber den niedrigen Zaun zu steigen und ihn auf das Steilufer hinaufzuziehen, ohne sich um die anderen Schimpansen zu k\u00fcmmern, die sich ihm laut schreiend n\u00e4herten.<br \/>Anschlie\u00dfend bat der Zoodirektor Rick zu sich und sagte: &#8220;Sie haben gro\u00dfen Mut bewiesen. Sie m\u00fcssen gewusst haben, wie gef\u00e4hrlich das war. Warum haben sie es getan?&#8221;<br \/>&#8220;Nun, ich schaute ihm in die Augen, und es war so, als blickte ich in die Augen eines Menschen, und sie sagten mir: &#8220;Will mir denn niemand helfen?&#8221; (Aus: Menschenrechte f\u00fcr die Gro\u00dfen Menschenaffen! Hrsg. von Paola Cavalieri\/Peter Singer, Goldmann 1996, S. 31)<\/p>\n<p>Rick verstand den Hilferuf eines nichmenschlichen Lebewesens und rettete es!<br \/>Es ist an der Zeit, diesem Beispiel zu folgen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Siehe dazu auch:<\/p>\n<blockquote>\n<p><a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1010-erfolgreiche-brinitiative-gegen-tierversuche-an-menschenaffen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Erfolgreiche B\u00fcrgerinitiative gegen Tierversuche an Menschenaffen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/984-hoffnung-auf-verbot-von-tierversuchen-an-menschenaffen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Hoffnung auf Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/944-verbot-von-tierversuchen-an-menschenaffen-im-plenum-beschlossen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen im Plenum beschlossen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/957-stopp-dem-primatenhandel\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">STOPP dem Primatenhandel<\/a><br \/><a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1014-primatenlabor-covance-in-den-schlagzeilen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Primatenlabor Covance in den Schlagzeilen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/info\/1032-kampagne-gegen-das-gr-affenforschungslabor-bprc-in-europa\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Kampagne gegen das gr\u00f6\u00dfte Affenforschungslabor BPRC in Europa<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/948-holocaust-autor-protestiert-gegen-experimente-an-affen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Holocaust Autor protestiert gegen Experimente an Affen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierschutz\/protestaktionen\/1496-machen-sie-mit-protest-gegen-den-bau-einer-affenzuchtanlage\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Machen Sie mit: Protest gegen den Bau einer Affenzuchtanlage<\/a><\/p>\n<p><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/960-schweiz-depressionsforschung-an-weissbelchen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweiz: Depressionsforschung an Weissb\u00fcschel\u00e4ffchen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/961-schweizer-kommissionen-fordern-zuraltung-und-verbot-bei-affenversuchen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweizer Kommissionen fordern Zur\u00fcckhaltung und Verbot bei Affenversuchen<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/1113-schweiz-tierversuche-an-affen-nicht-genehmigt\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweiz: Tierversuche an Affen nicht genehmigt<\/a><br \/><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/1446-bremen-umstrittene-affenversuche-vor-gericht\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Bremen: Umstrittene Affenversuche vor Gericht<\/a><\/p>\n<p><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/21-air-france-transportiert-noch-immer-versuchsaffen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Air France transportiert noch immer Versuchsaffen<\/a><br \/>Affen auf Mauritius &#8211; j\u00fcngste Recherchen belegen \u00fcberaus grausame Behandlung<\/p>\n<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Aufrufe: 203<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte von Binti: Am 16. 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