{"id":1138,"date":"2014-05-08T11:18:00","date_gmt":"2014-05-08T09:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/tierversuche-in-der-alkoholforschung\/"},"modified":"2014-05-08T11:18:00","modified_gmt":"2014-05-08T09:18:00","slug":"tierversuche-in-der-alkoholforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/tierversuche-in-der-alkoholforschung\/","title":{"rendered":"Tierversuche in der Alkoholforschung"},"content":{"rendered":"<p>Alkoholabh\u00e4ngige und alkohols\u00fcchtige Menschen sind krank und k\u00f6nnen \u2013 zumindest in bestimmten Stadien des Krankheitsverlaufes &#8211; auch medizinische Hilfe und Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen. Dementsprechend wird in diesem Bereich auch viel geforscht und nach den Ursachen und den Verlauf der Sucht und Abh\u00e4ngigkeit auf allen Ebenen, wie etwa auch auf der molekularen, geforscht. Es wird nach Wirkstoffen und m\u00f6glichen genetischen Eingriffen gesucht, Medikamente werden erprobt, welche die Sucht, die Abh\u00e4ngigkeit und die Entzugssymptome und die daraus entstehenden k\u00f6rperlichen und psychisch-geistigen Sch\u00e4den verhindern, hemmen, unterbinden oder beseitigen sollen. <br \/>Und obwohl sehr viele epidemische Studien und Forschungen direkt am Menschen und den pathologischen Organen durchgef\u00fchrt werden, werden immer mehr Tierversuche im Bereich der Alkoholforschung gemacht. Diese sind besonders grausam: Die Tiere werden vor den eigentlichen Versuchen h\u00e4ufig manipuliert, damit sie \u00fcberhaupt menschen\u00e4hnliche Krankheitssymptome entwickeln und dann mit Zwangsma\u00dfnahmen s\u00fcchtig gemacht.<\/p>\n<p><strong> <\/p>\n<p>Ratten werden manipuliert, damit sie \u00fcberhaupt Lebersch\u00e4den entwickeln<\/p>\n<p> <\/strong><\/p>\n<p>Haupts\u00e4chlich werden f\u00fcr die Experimente Ratten eingesetzt. (Gelegentlich werden hierf\u00fcr aber auch Affen, M\u00e4use und sogar Fliegen und W\u00fcrmer verwendet.) Da jedoch bei Ratten durch Alkoholkonsum \u2013 im Gegensatz zum Menschen \u2013 die Leber kaum in Mitleidenschaft gezogen wird, werden an den Ratten ausgekl\u00fcgelte Manipulationen wie etwa die Verabreichung hoher Dosen Alkohol direkt in den Magen oder sehr fettreicher Kost durchgef\u00fchrt, damit die Leber \u2013 wie beim Menschen \u2013 in der Folge doch noch in Mitleidenschaft gezogen wird. Oder sie werden eigens chirurgisch &#8220;behandelt&#8221;, damit es zu Lebersch\u00e4den kommt:<\/p>\n<p><em> <\/p>\n<p>&#8220;Ein vorderer Teil des D\u00fcnndarms (Jejunum) wird zerschnitten und das magenseitige offene Ende an einen hinteren Teil des D\u00fcnndarms (Ileum) seitlich angeheftet, so dass das dazwischen liegende St\u00fcck vom Nahrungsstrom umgangen wird. Im restlichen St\u00fcck des Jejunums findet nun keine Bewegung des Nahrungsbreis mehr statt, es hat aber weiterhin seine nat\u00fcrliche Verbindung zum Ileum. Die Seite, wo es zerschnitten wurde, wird zugen\u00e4ht, so dass kein Nahrungsbrei in die Bauchh\u00f6hle gelangen kann. Wenn man jetzt Alkohol zuf\u00fcttert, wird endlich wie beim Menschen die Leber gesch\u00e4digt. Warum? Man vermutet, dass bakterielles Wachstum in dem stillgelegten Darmteil zusammen mit der Sch\u00e4digung der Darmschleimhaut durch den Alkohol so viel Bakteriengifte durchlassen, dass es f\u00fcr die Leber zu viel wird. Die Wirkung wird nicht durch Alkohol, sondern durch Bakteriengifte erzielt.&#8221; (1)<\/p>\n<p> <\/em><\/p>\n<p>Es ist ja ganz offensichtlich, dass derartig massive Eingriffe \u00fcberhaupt nichts mehr mit der Verstoffwechselung von Alkohol beim Menschen zu tun haben k\u00f6nnen. Daher kann auch keine wie auch immmer gestellte (wissenschaftliche Forschungs-) Frage f\u00fcr den Menschen sinnvollerweise beantwortet werden.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/p>\n<p>Zwangsweise Verabreichung von Alkohol<\/p>\n<p> <\/strong><\/p>\n<p>Die Tiere werden gezwungen, nur Fl\u00fcssigkeiten mit Alkohol zu trinken, oder der Alkohol wird ihnen gleich in die Bauh\u00f6hle gespritzt. Auf diese Weise werden die Tiere k\u00f6rperlich s\u00fcchtig gemacht, denn unter artgerechten Bedingungen w\u00fcrden sie nie freiwillig Alkohol zu sich nehmen. Eine psychische Abh\u00e4ngigkeit wie beim Menschen muss bezweifelt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/p>\n<p>Systematische Vergiftung<\/p>\n<p> <\/strong><\/p>\n<p>Und wenn diese H\u00fcrden &#8220;gemeistert&#8221; sind, also ein sogenanntes Tiermodell f\u00fcr die Alkoholforschung entwickelt worden ist (insgesamt soll es f\u00fcr die verschiedensten Krankheiten 450 verschiedene Ratten-Laborvarianten geben!), werden die Tiere systematisch mit Alkohol vergiftet. Oft wird den Tieren Alkohol in einer extrem hohen Dosis oder hohen Konzentration zugef\u00fchrt, die selbst ein schwerer Alkoholkranker nie aufnehmen k\u00f6nnte. Und dies in einem Zeitraum, der keineswegs der Suchtentwicklung beim Menschen entspricht, die oft Jahrzehnte dauern kann. In einem Versuch etwa wurde M\u00e4usen Ethylcarbamat, der in geringen Dosen in Steinfruchtbrandies enthalten ist, mit 20 % Alkohol in einer Menge verabreicht, die bei einem Menschen von 75 kg umgerechnet die Aufnahme von 1.350 Liter Brandy pro Tag bedeuten w\u00fcrde. In einem anderen Versuch wurde Ratten 100%iger Alkohol zwangsweise eingegeben. (2)<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/p>\n<p>Mit brutalen Methoden wird Stress erzeugt<\/p>\n<p> <\/strong><\/p>\n<p>Um etwa R\u00fcckfallverhalten zu studieren, werden die Tiere extremen Stress ausgesetzt (da man annimmt, dass dieser in diesem Zusamm menhang auch beim Menschen eine Rolle spielt), indem ihnen etwa Stromst\u00f6sse versetzt werden. <em>&#8220;Die Tiere werden in spezielle Testkammern gesetzt, deren Boden und W\u00e4nde unter Strom gesetzt werden k\u00f6nnen. In einem Versuch betrug die Gesamtdauer der Stromst\u00f6\u00dfe in einer zehnmin\u00fctigen &#8220;Sitzung&#8221; f\u00fcnf Minuten, ein einzelner Stromsto\u00df dauerte 5 bis 15 Sekunden!&#8221;<\/em> <br \/>Oder: &#8220;<em>M\u00e4use und Ratten werden in einen Glaszylinder (Abmessungen so, dass die Tiere den Boden nicht ber\u00fchren k\u00f6nnen) mit 19-21 Grad C kaltem Wasser verbracht. Die Zeit, bis die Tiere aufgeben und sich treiben lassen, wird gemessen. Die Panik der Tiere muss hierbei gro\u00df sein, neben der Psyche wird auch der K\u00f6rper der Tiere stark gestresst.<\/em>&#8221; (3)<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/p>\n<p>Wertlose und banale Erkenntnisse<\/p>\n<p> <\/strong><\/p>\n<p>Wissenschafter der University of Auckland (4) haben Laborraten unterschiedliche Mengen Alkohol verabreicht. Eine Gruppe erhielt vier Wochen lang kleinere Mengen von Alkohol verabreicht, eine zweite Gruppe eine gr\u00f6\u00dfere Menge und die dritte Gruppe erhielt keinen Alkohol. <br \/>In der Folge testeten die Forscher das Wahrnehmungs- und Erinnerungsverm\u00f6gen der Ratten. Dazu setzten sie die Nager in eine hell erleuchtete Box, die \u00fcber eine T\u00fcr mit einem unbeleuchteten K\u00e4fig verbunden war. Da Ratten Dunkelheit bevorzugen, eilten alle Tiere in den dunklen Raum, wo sie jedoch einen Stromschlag erhielten. Nach 24 Stunden wurde dieser Versuch wiederholt. Die m\u00e4\u00dfig und die stark alkoholisierten Ratten z\u00f6gerten zweieinhalb bis viereinhalbmal so lange, den dunklen Raum zu betreten, als die abstinenten. Daraus schloss man, dass sich bei den alkoholisierten Ratten die schmerzliche Erinnerung an den Stromschlag tiefer in ihr Ged\u00e4chtnis gegraben hat und somit der Alkoholkonsum nicht daf\u00fcr taugt, um schmerzliche Erinnerungen zu vergessen. Und wenn er es t\u00e4te, welche Schlussfolgerung w\u00e4re dann daraus zu ziehen? Hilft diese Erkenntis einen Alkoholiker, der aus diesem Motiv trinkt, den Alkoholkonsum einzustellen?<\/p>\n<\/p>\n<p><strong> <\/p>\n<p>&#8220;Eh schon wissen&#8221;: Trotz vorliegender Studie werden Tierversuche gemacht<\/p>\n<p> <\/strong><\/p>\n<p>Obwohl man von epidemiologischen Studien schon seit 100 Jahren wei\u00df, dass Alkohol ein Risikofaktor f\u00fcr Krebs darstellt, haben amerikanische Wissenschafter Versuche mit M\u00e4usen durchgef\u00fchrt, um genau dies erneut zu best\u00e4tigen (5): <br \/>Die Tiere erhielten \u00fcber einen Zeitraum f\u00fcr vier Wochen t\u00e4glich f\u00fcr acht Stunden Trinkwasser, das ein Prozent Alkohol erhielt (das entspricht zwei bis vier Gl\u00e4sern eines alkoholischen Getr\u00e4nkes pro Tag). Danach \u00fcbertrugen die Forscher den Tieren Hautkrebszellen. Nach vier Wochen hatten die M\u00e4use, denen Alkohol verabreicht worden war, doppelt so gro\u00dfe Tumore als die abstinente Kontrollgruppe entwickelt.<\/p>\n<p>Neben der ethischen Verwerflichkeit derartiger grausamer Manipulationen und Zu-Tode-Qu\u00e4lens von Tieren ist es besonders emp\u00f6rend, dass die Experimente keine neuen sinnvollen Erkenntnisse zu Tage f\u00f6rdern, ja auch nicht k\u00f6nnen, da ja die Ausgangsbasis und die Versuchsanordnungen &#8211; wie hier dargestellt wurde &#8211; dies auch gar nicht verm\u00f6gen. Der Tierversuch ist einfach der falsche Weg, die falsche Methode und kann in einem sterilen Labor das komplexe, individuelle, psychisch-geistig-soziale Geschehen bei einer Alkoholerkrankung nicht imitieren, und ist somit v\u00f6llig sinn- und nutzlos \u2013 f\u00fcr die tausenden von Tieren, die schreckliche Qualen und schlussendlich den Tod hierf\u00fcr erleiden m\u00fcssen, aber auch f\u00fcr die Patienten, denen daraus keine wirkliche Hilfe und Unterst\u00fctzung erwachsen kann.<\/p>\n<p>Dies best\u00e4tigten auch zwei wissenschaftliche Studien der <em>Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e.V.<\/em>,* f\u00fcr die umfangreiche Tierversuchsstudien und \u00dcbersichtsartikel aus deutschen wissenschaftlichen Fachzeitschriften aus den Jahren 1990-2000 (1) und 2001-2005 (3) zu dem Thema Alkoholforschung akribisch ausgewertet wurden. <br \/><strong>Fazit der 15j\u00e4hrigen Tierversuchsforschung:<\/strong> &#8220;<em>Wiederum konnte festgestellt werden, dass durch die tierexperimentelle Alkoholforschung keine nutzbaren Erkenntnisse f\u00fcr die klinische Medizin und damit f\u00fcr betroffenen Menschen gewonnen werden konnten.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>(1) &#8220;&#8230;&#8230;weil wir keine Ratten sind \u2013 Irrwege der Alkoholforschung.&#8221; Hrsg.v. Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e.V., <strong>ersch. 2002<\/strong>, Seite 22<\/p>\n<p>(2) ebda, Seite 12<\/p>\n<p>(3) &#8220;&#8230;&#8230;weil wir keine Ratten sind \u2013 Irrwege der Alkoholforschung.&#8221; Hrsg.v. Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e.V., <strong>ersch. 2006<\/strong>, Seite 12<\/p>\n<p>(4) &#8220;Ged\u00e4chtnisforschung. Alkohol st\u00e4rkt negative Erinnerungen.&#8221;, 28.10.2006, unter: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/\">http:\/\/www.focus.de\/<\/a><\/p>\n<p>(5) &#8220;Krebs durch Promille&#8221;, 18.04.2006, unter: <a href=\"http:\/\/www.onmeda.de\/\">http:\/\/www.onmeda.de<\/a><\/p>\n<p>* Die beiden Studien (s. Fu\u00dfnote 1 und 3) der <em>Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e.V.<\/em> k\u00f6nnen bestellt werden unter: Tel.: 0049\/30\/3418043,<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:jenner@tierversuchsgegner-berlin-brandenburg.de\">jenner@tierversuchsgegner-berlin-brandenburg.de<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.tierversuchsgegner-berlin-brandenburg.de\/\">http:\/\/www.tierversuchsgegner-berlin-brandenburg.de\/<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 124<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alkoholabh\u00e4ngige und alkohols\u00fcchtige Menschen sind krank und k\u00f6nnen \u2013 zumindest in bestimmten Stadien des Krankheitsverlaufes &#8211; auch medizinische Hilfe und Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen. 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