{"id":1139,"date":"2014-05-08T11:17:00","date_gmt":"2014-05-08T09:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/tierversuche-an-wildlebenden-tieren\/"},"modified":"2014-05-08T11:17:00","modified_gmt":"2014-05-08T09:17:00","slug":"tierversuche-an-wildlebenden-tieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/tierversuche-an-wildlebenden-tieren\/","title":{"rendered":"Tierversuche an wildlebenden Tieren"},"content":{"rendered":"<\/p>\n<p>Tierversuche werden nicht nur an Tieren in den Versuchslabors durchgef\u00fchrt, sondern auch an wildlebenden und sogar artgesch\u00fctzten Tieren.Diese sind besonders problematisch, da f\u00fcr wildlebende Tiere allein schon der Akt des Einfanges und Festhaltens \u00e4u\u00dferst belastend ist. Auch besteht f\u00fcr die wieder in die Freiheit entlassenen Tiere ein gro\u00dfes Risiko, da etwa eine Betreuung und Nachkontrolle nach den Experimenten nicht verl\u00e4sslich bzw. gar nicht gew\u00e4hrleistet werden kann. Todesf\u00e4lle und Sp\u00e4tfolgen sind nicht auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz werden in \u00d6sterreich an tausenden wildlebenden Tieren Experimente durchgef\u00fchrt. In den Jahren 2003 bis 2007 sind allein vom Wissenschaftsministerium neun Projekte mit insgesamt 1.815 wildlebenden Tieren genehmigt worden, wie einer Parlamentarische <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/info\/parlament\/wildlebende%20tiere-ab.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beantwortung<\/a> einer <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/info\/parlament\/wildlebende%20tiere.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anfrage<\/a> der Gr\u00fcnen zu entnehmen ist. Wobei noch zu bedenken ist, dass Tierversuche nur dann einer Genehmigung bed\u00fcrfen, wenn die Eingriffe f\u00fcr die Tiere mit Angst, Schmerzen, Leiden oder dauerhaften Sch\u00e4den verbunden sind. Eingriffe, von denen der Experimentator <strong>annimmt<\/strong>, dass sie f\u00fcr die Tiere nicht belastend sind, gelten gar nicht als Tierversuche und m\u00fcssen dementsprechend <strong>auch nicht genehmigt werden<\/strong>.<\/p>\n<ul>\n<li>Fischen (Huchen, Welsen, Barben etc.) wurden Telemetriesender oder Transponder-Chips implantiert, um die Wanderbewegungen bzw. die Benutzung von Laichpl\u00e4tzen der Fische zu beobachten und zu dokumentieren.\n<\/li>\n<li>Landschildkr\u00f6ten, die eine bedrohte Tierart darstellen, wurde ein Kontrastmittel verabreicht und von ihnen computertomografische Bilder aufgenommen. In zwei anderen Projekten wurde den Schildkr\u00f6ten Blut abgenommen und einerseits jahreszeitliche und geschlechtsspezifische Blutparameter evaluiert und andererseits der Kalziumbedarf von Landschildkr\u00f6ten untersucht.<\/li>\n<li>In einem noch laufenden Projekt sollen durch Untersuchungen an 240 Ziesel, die eine gef\u00e4hrdete Tierart darstellen, Kenntnisse \u00fcber die Populationsgenetik gewonnen werden.\n<\/li>\n<li>\n<div>\u00dcber drei Jahre hinweg wurde an 40 Feldhamstern, die auch artgesch\u00fctzt sind, der Frage nach den &#8220;Reproduktionsstrategien weiblicher Feldhamster&#8221; nachgegangen. Dabei wurde den Tieren Transponder-Chips eingesetzt und Blut abgenommen. Weitere Tierversuche sollen folgen.<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">Als Begr\u00fcndung f\u00fcr die Tierversuche wird angegeben, \u00fcber das Verhalten der Tiere (Hamster, Ziesel, Fische) mehr in Erfahrung bringen zu wollen, um sie bzw. ihren Lebensraum k\u00fcnftighin besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Das ist doch paradox: Um die Tier-Art zu sch\u00fctzen, werden einzelne Tier-Individuen durch die tierexperimentellen Eingriffe gef\u00e4hrdet. Die Schildkr\u00f6ten-Experimente sollen gem\u00e4\u00df den Angaben zu einem verbesserten Diagnoseverfahren f\u00fcr den Tierarzt bei kranken Heimtier-Schildkr\u00f6ten f\u00fchren.<\/p>\n<p>Laut Wissenschaftsministerium, das in der Parlamentarischen Anfragebeantwortung mehr oder minder die Antwort der Tierexperimentatoren wiedergibt, soll bei all diesen Experimenten kein einziges Tier weder absichtlich noch unabsichtlich zu Tode gekommen sein. Doch derartige Aussagen sind meist an Interpretationen gekoppelt, die es zu hinterfragen gilt: An der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Gr\u00fcnau\/O\u00d6 etwa wurden 25 Graug\u00e4nsen Sender in die Bauchh\u00f6hle implantiert, um den Herzschlag und die K\u00f6rpertemperatur der Tiere zu messen; nach 11\/2 Jahren wurden die Sender wieder herausoperiert. <strong>Obwohl zwei Tiere unmittelbar nach der Sender-Entfernung starben, bewerten sowohl der Experimentator als auch das Wissenschaftsministerium deren Tod als in keinem direkten Zusammenhang mit dem Eingriff (der Im- und vor allem Explantation der Sender) stehendes Ereignis &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Auch k\u00f6nnen nach Abschluss eines Projektes, bei dem die Tiere wieder in die Freiheit entlassen werden, unmittelbar folgende Sch\u00e4den, Todesf\u00e4lle und Sp\u00e4tfolgen \u00fcberhaupt nicht mehr ermittelt werden. Wie etwa bei den zwei letzten Forschungsprojekten zur Vermeidung von Vogelanprall an Glasfl\u00e4chen, welche die Wiener Umweltanwaltschaft in Auftrag gegeben hat: Dabei wurden beim ersten Projekt 975 (!) wildlebende Singv\u00f6gel (41 Arten, wie etwa Gr\u00fcnspecht, Rauchschwalbe, Bachstelze, Zaunk\u00f6nig, Nachtigall, Amsel, Buchfink, Stieglitz, Pirol etc.) und beim zweiten Projekt 899 (!) Singv\u00f6gel (39 Arten) eingefangen, Flugexperimenten unterzogen (bei dem insgesamt drei V\u00f6gel zu Tode gekommen sind) und wieder frei gelassen. Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass nach der Freilassung V\u00f6gel \u2013 nach Stunden oder Tagen \u2013 allein durch den ausgesetzten Stress Schaden nehmen oder sogar den Tod erleiden.<\/p>\n<p>Siehe dazu auch unsere <a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1787-europaweiter-protest-gegen-botox-tierversuche-schweizer-konzern-nestle-im-zentrum-der-kritik\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Presseinformation: Europaweiter Protest gegen Botox-Tierversuche. Schweizer Konzern Nestl\u00e9 im Zentrum der Kritik.<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 118<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tierversuche werden nicht nur an Tieren in den Versuchslabors durchgef\u00fchrt, sondern auch an wildlebenden und sogar artgesch\u00fctzten Tieren.Diese sind besonders problematisch, da f\u00fcr wildlebende Tiere allein schon der Akt des Einfanges und Festhaltens \u00e4u\u00dferst belastend ist. 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