{"id":1140,"date":"2014-05-08T11:10:00","date_gmt":"2014-05-08T09:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/grausame-lawinen-experimente-mit-schweinen\/"},"modified":"2014-05-08T11:10:00","modified_gmt":"2014-05-08T09:10:00","slug":"grausame-lawinen-experimente-mit-schweinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/grausame-lawinen-experimente-mit-schweinen\/","title":{"rendered":"Grausame Lawinen-Experimente mit Schweinen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wir fordern: Ein Gesetz, das solche Grausamkeiten erlaubt, muss ge\u00e4ndert werden<\/p>\n<p><\/strong><strong><a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/karl-schweineexperimente.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Appellieren auch Sie an Wissenschaftsministerin Dr. Beatrix Karl (Schreiben hier aufrufen, ausdrucken, unterzeichnen und postalisch abschicken) &#8211; Danke!<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der 14. J\u00e4nner 2010 war f\u00fcr uns jener besondere Tag, an dem \u2013 ausgel\u00f6st durch einen Radiobericht \u00fcber grausame Lawinen-Experimente mit 29 Schweinen in Vent (Bezirk S\u00f6lden, im Tiroler \u00d6tztal) &#8211; in aller Fr\u00fch eine Welle der Best\u00fcrzung und Emp\u00f6rung durch \u00d6sterreich und weit dar\u00fcber hinaus ging:<br \/>Seit Tagen wurden Schweine narkotisiert und mit Ger\u00e4ten verkabelt, im Schnee mit unterschiedlichen Atemh\u00f6hlen vergraben und ihr Erstickungstod &#8211; mit den damit verbundenen physiologischen Vorg\u00e4ngen \u2013 aufgezeichnet. Andere Tiere wurden bis zum Kopf eingegraben, um deren Erfrierungstod zu untersuchen.<\/p>\n<p><strong>Tierversuche mussten gestoppt werden<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund des massiven Drucks der breiten \u00d6ffentlichkeit, durch zahlreiche Aktivit\u00e4ten einzelner TierschutzaktivistInnen, diverser Tierschutz-Organisationen, PolitikerInnen und anderen Institutionen, wie etwa der \u201eS\u00f6ldner Bergbahn\u201c und des \u201e\u00d6tztal Tourismus\u201c sowie der laufenden Berichterstattung wurden die Experimente abgebrochen. Zehn Schweine waren bereits gestorben \u2013 dreizehn, noch unversehrte Schweine wurden nach einigem hin und her schlussendlich in die Obhut des Tierschutzvereines f\u00fcr Tirol gegeben; die restlichen sechs Schweine sollen beim Z\u00fcchter verblieben sein.<\/p>\n<p>Den ganzen Tag liefen bei uns die Telefone hei\u00df: JournalistInnen erfragten Details zu dem Experiment im Speziellen und zu Tierversuchen in \u00d6sterreich im Allgemeinen.<\/p>\n<p>In einer ersten Presseaussendung forderten wir den sofortigen Stopp der Tierversuche. Und &#8211; nachdem wir selbst die Sachlage eruiert hatten (Handelt es sich um beh\u00f6rdlich genehmigte Tierversuche? Wer hat sie genehmigt? Wer ist VersuchsleiterIn?), erstatteten wir Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die das Verfahren inzwischen eingestellt hat \u2026<\/p>\n<p><strong>Was war geschehen?<\/strong><\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Alpine Notfallmedizin der EURAC-Bozen hat in Zusammenarbeit mit dem Labor f\u00fcr Experimentelle An\u00e4sthesie (der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr An\u00e4sthesie auf der Medizinischen Universit\u00e4t Innsbruck) Lawinen-Experimente mit Schweinen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Forschungsergebnisse sollten zur Verbesserung der Notfallmedizin bei Lawinenversch\u00fctteten f\u00fchren und deren \u00dcberlebenschancen erh\u00f6hen. Es sollte der Frage nachgegangen werden, wieso viele Versch\u00fcttete nicht sofort ersticken, sondern \u2013 vermutlich durch die rasche Abk\u00fchlung &#8211; bis zu zwei Stunden \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Das umstrittene Tierversuchsprojekt wurde vom zust\u00e4ndigen Bundesministerium f\u00fcr Wissenschaft und Forschung auf seine formalen und wissenschaftlichen Kriterien hin \u00fcberpr\u00fcft und auch genehmigt, wie einer Parlamentarischen Anfragebeantwortung zu entnehmen ist.<\/p>\n<p>Alles Rechtens damit? Wieso gab es dann die gro\u00dfe \u00f6ffentliche Aufregung und warum musste die Versuchsreihe gestoppt werden?<br \/>Die Experimente mussten gestoppt werden, weil die Menschen ein derartiges Experiment \u2013 Tiere lebendig zu begraben und sie beim Ersticken und Erfrieren zu beobachten \u2013 als grausam und ethisch nicht vertretbar empfanden.<\/p>\n<p>Die breite und massive Ablehnung der Experimente, die von Mitgef\u00fchl und Empathie f\u00fcr unsere leidensf\u00e4higen Mitlebewesen ausgel\u00f6st wurde, machte die gro\u00dfe L\u00fccke im \u00f6sterreichischen Tierversuchsgesetz sichtbar, welches im Zuge des Genehmigungsverfahrens keine ethische \u00dcberpr\u00fcfung der Tierversuche durch ein unabh\u00e4ngiges Gremium vorsieht. Dieses Faktum wird von Beh\u00f6rden und Wissenschaft gerne so lange als m\u00f6glich vertuscht und verschleiert: \u2013 auch im vorliegenden Fall (Im Unterschied dazu wurden in der Schweiz aufgrund einer ethischen Abw\u00e4gung erst j\u00fcngst Hirnexperimente an Affen \u2013 zuerst beh\u00f6rdlich, dann gerichtlich &#8211; verboten).<\/p>\n<p><strong>Ethikkommission entpuppt sich als Phantom<\/strong><\/p>\n<p>Indem Tierexperimentatoren und Beh\u00f6rden gegen\u00fcber den Medien beteuerten, dass das Experiment von einer Ethikkommission begutachtet bzw. genehmigt worden w\u00e4re, sollte suggeriert werden, dass unabh\u00e4ngige Fachleute eine ethische Bewertung vorgenommen und das Experiment auch in ethischer Hinsicht in Ordnung befunden h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Dabei gibt es in \u00d6sterreich gar keine Ethikkommission, die im Zuge des Genehmigungsverfahrens gesetzlich verpflichtend eine ethische \u00dcberpr\u00fcfung vorzunehmen hat. Nach der derzeit geltenden Gesetzeslage kann das Ministerium weder dieses noch irgendein anderes Tierversuchsprojekt aus ethischen Gr\u00fcnden ablehnen \u2013 die Genehmigung w\u00e4re gerichtlich einklagbar.<\/p>\n<p>Allein der Experimentator selbst (!) hat laut Tierversuchsgesetz \u00a7 4 (3) eine ethische \u00dcberpr\u00fcfung und Abw\u00e4gung vorzunehmen, was allerdings eine v\u00f6llig sinnlose, geradezu absurde Bestimmung ist. Denn welcher Antragsteller wird die Notwendigkeit seines Experiments als niedrig und die Belastung f\u00fcr die Tiere als hoch einstufen und damit die von ihm angestrebte Genehmigung seines Tierversuches selbst vereiteln?<\/p>\n<p><strong>Sogenannter Tierschutzbeauftragter ist zugleich Leiter der Versuchstieranalge<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit wurde pl\u00f6tzlich ein sogenannter \u201eTierschutzbeauftragter\u201c ins Rennen gebracht, der die Schweineexperimente vor Ort \u00fcberpr\u00fcft haben soll. Tats\u00e4chlich handelt es sich dabei um den universit\u00e4tseigenen (!) Leiter der Versuchstieranlage (!) der Medizinischen Universit\u00e4t Innsbruck, ao.Univ.Prof. Dr.med.vet Hermann Dietrich, der seine Universit\u00e4tskollegen \u00fcberpr\u00fcft hat. Offenbar wurde dem Leiter der Versuchstieranlage flugs die Bezeichnung \u201eTierschutzbeauftragter\u201c verliehen, um vor der \u00d6ffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass im Interesse der Tiere, auch tiersch\u00fctzerisch, agiert worden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich gehen derartige Beschwichtigungs- und Verschleierungstaktiken nicht auf. Schlie\u00dflich sind die Menschen nicht so dumm, wie man offenbar hofft. Wenn bei der Genehmigung derart grausamer Tierversuche von Wissenschaft und Beh\u00f6rden Ethik und Tierschutz mitber\u00fccksichtigt wurden, warum wurden dann die umstrittenen Experimente genehmigt? Unterscheidet sich das ethische Empfinden eines Wissenschafters, eines Experimentators, eines Beh\u00f6rdenvertreters v\u00f6llig von dem der restlichen Bev\u00f6lkerung? &#8211; Das ist eine Frage, die sich nun zwangsl\u00e4ufig stellt.<\/p>\n<p>Siehe auch unter <a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1523-ethikkommission-fierversuche-ein-phantom\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Ethikkommission f\u00fcr Tierversuche &#8211; ein Phantom<\/a><br \/>Siehe auch unter <a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1525-offener-brief-an-das-wissenschaftsministerium\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Offener Brief an das Wissenschaftsministerium<\/a><br \/>Siehe auch unter <a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/1524-grausame-lawinen-experimente-mit-schweinen-ausgewte-medienberichte\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Grausame Lawinen-Experimente mit Schweinen &#8211; ausgew\u00e4hlte Medienberichte<\/a><br \/>Siehte auch unter <a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/1526-weitere-grausame-schweineexperimente\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Weitere grausame Schweineexperimente<\/a>Siehe auch unter <a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/1522-verleihen-sie-den-labortieren-ihre-stimme-und-machen-sie-mit-bei-den-online-umfragen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Verleihen Sie den Labortieren Ihre Stimme und machen Sie mit bei den Online-Umfragen<\/a><\/p><\/p>\n<p>Aufrufe: 108<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir fordern: Ein Gesetz, das solche Grausamkeiten erlaubt, muss ge\u00e4ndert werden Appellieren auch Sie an Wissenschaftsministerin Dr. Beatrix Karl (Schreiben hier aufrufen, ausdrucken, unterzeichnen und postalisch abschicken) &#8211; Danke! Der 14. J\u00e4nner 2010 war f\u00fcr uns jener besondere Tag, an dem \u2013 <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/grausame-lawinen-experimente-mit-schweinen\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[7,4],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1140"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1140"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1140\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}