{"id":1178,"date":"2007-04-04T14:17:00","date_gmt":"2007-04-04T12:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/04\/04\/welche-tierversuche-sind-akzeptabel\/"},"modified":"2007-04-04T14:17:00","modified_gmt":"2007-04-04T12:17:00","slug":"welche-tierversuche-sind-akzeptabel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/04\/04\/welche-tierversuche-sind-akzeptabel\/","title":{"rendered":"Welche Tierversuche sind akzeptabel?"},"content":{"rendered":"<p>Wir lehnen Tierversuche aus ethischen, wissenschaftlichen, verbraucherpolitischen, medizin- und methodenkritischen Gr&uuml;nden strikt ab. Doch paradoxerweise m&uuml;ssen wir uns bei dem Thema &#8220;Alternativmethode&#8221; dieser Frage immer wieder stellen und wie wir im folgenden darstellen werden, von Fall zu Fall beantworten.<\/p>\n<p>Der Tierversuchslobby ist es gelungen, die Bezeichnung &#8220;Alternativmethode&#8221; verharmlosend in ihrem Sinn zu verbreiten. Es werden im wissenschaftlichen Diskurs darunter nicht nur Verfahren, die Tierversuche ersetzen, bezeichnet, sondern kurioserweise auch Verfahren, bei denen es lediglich zu einer Reduzierung und Verfeinerung (wenn die Tiere z.B. vorzeitig get&ouml;tet werden oder in einem gr&ouml;&szlig;eren K&auml;fig untergebracht werden) von Tierversuchen kommt &ndash; bekannt als die drei R&acute;s:<br \/>(1) replace &ndash; ersetzen<br \/>(2) reduce &ndash;reduzieren und<br \/>(3) refine &ndash; verfeinern.<\/p>\n<p>Eine &auml;u&szlig;erst problematische Definition, die von uns TierversuchsgegnerInnen abgelehnt wird,<\/p>\n<ol>\n<li>weil diese Definition &ndash; f&uuml;r allem f&uuml;r die nicht detailliert informierte &Ouml;ffentlichkeit &#8211; verwirrend ist, Tatsachen verschleiernd wirkt und die (Selbst-) T&auml;uschung f&ouml;rdert.<\/li>\n<li>K&ouml;nnen wir TierversuchsgegnerInnen nicht f&uuml;r die Ausweitung von Tierversuchen eintreten, zu der es unweigerlich bei der Entwicklung von &#8220;Alternativmethoden&#8221; im Sinne der letzten zwei R&acute;s kommt, die<\/li>\n<li>dar&uuml;ber hinaus mit den geringen Forschungsmitteln finanziert werden, die f&uuml;r die Forschung nach tierversuchsfreien Methoden zu Verf&uuml;gung stehen. <br \/>So nimmt es nicht wunder, dass es trotz nun jahrelanger vermehrter F&ouml;rderung, Entwicklung und verst&auml;rktem Einsatz von Alternativmethoden nicht zu einer Verringerung von Tierversuchen gekommen ist, sondern, ganz im Gegenteil, die Tierversuche sind mit Ausnahme des Vorjahres in den letzten Jahren, EU-weit, enorm angestiegen. Und<\/li>\n<li>wird durch das Festhalten an den zwei letzten R&acute;s der Tierversuch als wissenschaftliche Methode &uuml;berhaupt nicht kritisch hinterfragt, sondern mit all seinen negativen Folgen f&uuml;r Mensch und Umwelt weiter zementiert.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Trotz dieser theoretischen Absage an die Alternativforschung mit ihren zwei verwerflichen R&acute;s, setzten wir uns in der Praxis von Fall zu Fall &ndash; bis eine reine tierversuchfreie Methode zur Verf&uuml;gung steht &#8211; auch f&uuml;r Tests ein, bei denen noch immer Tiere, wenn auch weit weniger, eingesetzt werden. Nat&uuml;rlich darf man dabei das Ziel &ndash; Einsatz einer tierversuchsfreien Methode &#8211; nicht aus den Augen verlieren. Der Pyrogentest stellt daf&uuml;r ein gegl&uuml;cktes Beispiel dar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Der Pyrogentest:<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Pyrogene sind fiebererzeugende Stoffe, auf die Arzneimitteln untersucht werden. Daf&uuml;r wird Kaninchen die Testsubstanz injiziert und die K&ouml;rpertemperatur gemessen. Steigt die Temperatur, ist die Arznei mit Pyrogenen kontaminiert. (In der EU wurden daf&uuml;r j&auml;hrlich 200.000 Kaninchen verwendet.)<br \/>Vor fast 15 Jahren wurde der LAL-Test als sogenannte Alternative zum Kaninchen-Pyrogentest entwickelt. Dabei wurde aber nur auf eine andere Tierart &#8211; auf den Pfeilschwanzkrebs (Limulus polyphemus) &ndash; ausgewichen, der dar&uuml;ber hinaus jedoch nur einen Teil des Kaninchen-Tests abdecken konnte, weil mit ihm nur eine Kategorie von Pyrogenen ermittelt werden konnte. Schon damals war die Frage, sollen wir TierversuchsgegnerInnen uns f&uuml;r den LAL-Test einsetzen? Aber mit welcher Begr&uuml;ndung? Die Tierversuchslobby behauptete, dass das LAL-Verfahren weniger belastend w&auml;re als der Kaninchen-Pyrogentest. Doch stimmte das? Oder wurde lediglich unterschwellig dem Pfeilschwanzkrebs eine geringere Leidensf&auml;higkeit als dem Kaninchen zuerkannt? <\/p>\n<p>Nun, trotz der LAL-Alternative, wurde &ndash; vor allem auch auf Druck der TierversuchsgegnerInnen &#8211; weiter geforscht, und es gibt jetzt eine tierversuchfreie Methode, die auf menschliche Blutzellen basiert und den Kaninchen-Pyrogentest vollst&auml;ndig ersetzt. Diese Methode wird schon in 200 Labors eingesetzt und von der EU-Kommission validiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Der Fischtest:<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Derzeit setzen wir uns daf&uuml;r ein, dass auch in &Ouml;sterreich der Fisch<strong>ei<\/strong>test den Fischtest ersetzt. (In Deutschland ist seit Anfang 2005 der Fisch<strong>ei<\/strong>test gesetzlich verankert.). Der Fischtest oder auch Goldorfen-Fischtest genannt, wird zur Ermittlung der Giftigkeit von Abwasser eingesetzt, bei dem stets zahlreiche Fische elendiglich sterben. Beim Fisch<strong>ei<\/strong>test werden nach wie vor Versuchsfische (doch weit weniger) und deren Eier verwendet. Die frisch befruchteten Eier des Zebrab&auml;rblings, der hierf&uuml;r in Aquarien gez&uuml;chtet wird, werden &uuml;ber zwei Tage mit dem Abwasser in Kontakt gebracht und danach werden unter dem Mikroskop die fr&uuml;hesten Entwicklungsstadien untersucht und ausgewertet.<br \/>Der Fisch<strong>ei<\/strong>test kann f&uuml;r uns nur eine &Uuml;bergangsl&ouml;sung darstellen und wir fordern, dass f&uuml;r den Abwassertest weiter nach einem tierversuchsfreien und tierfreien Verfahren geforscht <\/p>\n<p>Aufrufe: 133<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir lehnen Tierversuche aus ethischen, wissenschaftlichen, verbraucherpolitischen, medizin- und methodenkritischen Gr&uuml;nden strikt ab. 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