{"id":1181,"date":"2018-08-02T15:46:00","date_gmt":"2018-08-02T13:46:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2018\/08\/02\/19-babys-sterben-in-klinischer-studie-trotz-zahlreicher-vorausgehender-tierversuche-tierversuche-lieferten-bereits-widerspruechliche-aussagen\/"},"modified":"2018-08-02T15:46:00","modified_gmt":"2018-08-02T13:46:00","slug":"19-babys-sterben-in-klinischer-studie-trotz-zahlreicher-vorausgehender-tierversuche-tierversuche-lieferten-bereits-widerspruechliche-aussagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2018\/08\/02\/19-babys-sterben-in-klinischer-studie-trotz-zahlreicher-vorausgehender-tierversuche-tierversuche-lieferten-bereits-widerspruechliche-aussagen\/","title":{"rendered":"19 Babys sterben in klinischer Studie trotz zahlreicher vorausgehender Tierversuche. Tierversuche lieferten bereits widerspr\u00fcchliche Aussagen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wieder einmal gibt es einen tragischen Vorfall bei der Testung eines Medikaments in einer klinischen Studie. 19 Babys starben nach der Geburt, nachdem ihren schwangeren M\u00fcttern der Viagra-Wirkstoff Sildenafil verabreicht wurde. Dieser sollte die Wachstumsst\u00f6rungen der Ungeborenen verbessern. Der bundesweite Verein \u00c4rzte gegen Tierversuche h\u00e4lt es f\u00fcr unverantwortlich, dass solch eine riskante Studie \u00fcberhaupt zugelassen wurde, denn Tierversuche zu diesem Thema liefern seit vielen Jahren und bei unterschiedlichen Tierarten widerspr\u00fcchliche Forschungsergebnisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer klinischen Studie, geleitet vom Universit\u00e4tsklinikum Amsterdam und durchgef\u00fchrt an 10 niederl\u00e4ndischen Krankenh\u00e4usern, wurde Schwangeren der Wirkstoff Sildenafil (Handelsname Viagra) verabreicht. Die teilnehmenden Frauen litten unter einer Unterfunktion der Plazenta, was bei den ungeborenen Babys zu Wachstumsst\u00f6rungen f\u00fchrt. Der Viagra-Wirkstoff sollte eine verbesserte Durchblutung der Plazenta bewirken und dadurch das Wachstum der F\u00f6ten verbessern. Die Studie begann im Jahr 2015 und sollte planm\u00e4\u00dfig bis 2020 laufen. 93 Teilnehmerinnen wurde bereits der Wirkstoff verabreicht und es starben bislang 19 S\u00e4uglinge nach der Geburt &#8211; die meisten davon an Lungenproblemen, die mit h\u00f6chster Wahrscheinlichkeit auf die Wirkstoff-Gabe zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Die missgl\u00fcckte Studie wurde abgebrochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Wirksamkeit von Sildenafil w\u00e4hrend der Schwangerschaft werden seit langer Zeit etliche Tierversuche durchgef\u00fchrt &#8211; an Ratten, M\u00e4usen, Meerschweinchen, Schafen und H\u00fchnern. Auch die Auswirkungen auf deren Nachwuchs wurden in zahlreichen tierexperimentellen Studien untersucht. Viele kamen zu dem Schluss, dass eine Gabe des Wirkstoffs in moderater Dosierung keine bedenklichen Folgen f\u00fcr die neugeborenen Tiere hat. \u201eDies ist wieder einmal ein tragisches Beispiel daf\u00fcr, dass Tiere kein geeignetes Modell sind, um Medikamente f\u00fcr die Humanmedizin zu testen\u201c, so Dr. Ines Lenk, Gyn\u00e4kologin aus Kitzscher bei Leipzig und Mitglied des erweiterten Vorstands vom Verein \u00c4rzte gegen Tierversuche. Der Verein fordert eine intensivere F\u00f6rderung humanbasierter tierversuchsfreier Methoden, die zuverl\u00e4ssige Forschungsergebnisse liefern \u2013 gerade auch f\u00fcr die Sicherheit von Medikamenten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Studie \u00fcberhaupt durchgef\u00fchrt werden durfte, ist laut \u00c4rzte gegen Tierversuche schwer nachzuvollziehen, denn in der Fachliteratur h\u00e4ufen sich widerspr\u00fcchliche Aussagen bez\u00fcglich der Auswirkung einer Sildenafil-Gabe in der Schwangerschaft. So gibt es Tierversuche, in denen Forscher eine sch\u00e4dliche Wirkung auf den Nachwuchs beobachtet haben, w\u00e4hrend andere Experimentatoren bei derselben Tierart und mit einem \u00e4hnlichen Versuchsaufbau die Gabe als sicher und unbedenklich einstuften. \u201eDas ist ein Ph\u00e4nomen, das nicht nur auf den vorliegenden Fall zutrifft. Zu fast allen wissenschaftlichen Fragestellungen, die untersucht werden, findet man kontroverse Ergebnisse aus Studien, die bei ein und derselben Tierart durchgef\u00fchrt worden sind, z.B. bei M\u00e4usen oder Ratten\u201c, sagt Dr. Tamara Zietek, Wissenschaftlerin bei \u00c4rzte gegen Tierversuche, die selbst zuvor viele Jahre in der Forschung an deutschen Universit\u00e4ten t\u00e4tig war. \u201eEs ist unverantwortlich, Menschen einem solchen Risiko auszusetzen, wenn man wei\u00df, dass Tierexperimente v\u00f6llig kontroverse Ergebnisse liefern, und viele davon sogar negative Folgen f\u00fcr den Nachwuchs aufzeigen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist nicht das erste Mal, dass ein Wirkstoff, der zuvor in zahlreichen Tierversuchen und bei unterschiedlichen Tierarten getestet wurde, in der folgenden klinischen Humanstudie fatale Auswirkungen hat. Der Verein \u00c4rzte gegen Tierversuche berichtet schon lange von solchen F\u00e4llen, in denen Medikamente, die in Tierexperimenten als sicher eingestuft wurden, f\u00fcr den Menschen nicht zugelassen werden \u2013 entweder, weil unerwartete zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen eintreten oder, weil die Wirksamkeit ausbleibt. Der \u00c4rzteverein pl\u00e4diert f\u00fcr eine tierversuchsfreie Forschung etwa mit Multiorganchips. So ist es der Universit\u00e4t Chicago gelungen, einen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.aerzte-gegen-tierversuche.de\/de\/neuigkeiten\/2628\">kompletten weiblichen Genitaltrakt im Miniformat auf einem Chip<\/a> zu kreieren. Sinnvolle, humanrelevante Forschung ist auch an menschlichen Plazenten m\u00f6glich, wie sie in Jena entwickelt wurde.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>1. Pellicer B et al. Haemodynamic effects of long-term administration of sildenafil in normotensive pregnant and non-pregnant rats. BJOG Int J Obstet Gynaecol. 2011;118(5):615\u2013623.<\/p>\n<p>2. Itani N et al. Sildenafil therapy for fetal cardiovascular dysfunction during hypoxic development: studies in the chick embryo. J Physiol. 2017;595(5):1563\u20131573.<\/p>\n<p>3. Renshall LJ et al. In vitro assessment of mouse fetal abdominal aortic vascular function. Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 2014;307(6):746-754.<\/p>\n<p>4. Sasser JM und Baylis C. Effects of sildenafil on maternal hemodynamics and fetal growth in normal rat pregnancy. Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 2010;298(2):433-438.<\/p>\n<p>5. Abou-Tarboush FM et al. Developmental toxicity of orally administered sildenafil citrate (Viagra) in SWR\/J mice. Saudi J Biol Sci. 2011;18(2):135\u2013139.<\/p>\n<p>6. Asgari L. et al.: The effect of sildenafil (Viagra\u2122) on live birth and the development of mouse offspring <a href=\"http:\/\/www.posters2view.eu\/eshre2014\/data\/58.pdf\">http:\/\/www.posters2view.eu\/eshre2014\/data\/58.pdf<\/a>. Aufgerufen am 30.07.2018<\/p>\n<p>7. Renshall L. et al.: Female offspring from sildenafil citrate-treated pregnancies exhibit impaired glucose tolerance <a href=\"https:\/\/www.placentajournal.org\/article\/S0143-4004(14)00360-9\/pdf\">https:\/\/www.placentajournal.org\/article\/S0143-4004(14)00360-9\/pdf<\/a>. Aufgerufen am 30.07.2018<\/p>\n<p>Aufrufe: 156<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal gibt es einen tragischen Vorfall bei der Testung eines Medikaments in einer klinischen Studie. 19 Babys starben nach der Geburt, nachdem ihren schwangeren M\u00fcttern der Viagra-Wirkstoff Sildenafil verabreicht wurde. Dieser sollte die Wachstumsst\u00f6rungen der Ungeborenen verbessern. Der bundesweite Verein \u00c4rzte <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2018\/08\/02\/19-babys-sterben-in-klinischer-studie-trotz-zahlreicher-vorausgehender-tierversuche-tierversuche-lieferten-bereits-widerspruechliche-aussagen\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,4],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1181"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1181"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1181\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}