{"id":1255,"date":"2008-03-17T12:33:00","date_gmt":"2008-03-17T11:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/03\/17\/studie-delfintherapien-wirken-kaum\/"},"modified":"2008-03-17T12:33:00","modified_gmt":"2008-03-17T11:33:00","slug":"studie-delfintherapien-wirken-kaum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/03\/17\/studie-delfintherapien-wirken-kaum\/","title":{"rendered":"Studie: Delfintherapien wirken kaum"},"content":{"rendered":"<p>Die unter anderem bei der Behandlung behinderter Kinder eingesetzte Delfintherapie hat keinen nachhaltigen Nutzen und wirkt nicht effizienter als andere tiergest&uuml;tzte Therapien.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation (WDCS) in einer am Mittwoch in Hamburg vorgestellten Studie. Die sehr teure Therapie diene meist vor allem kommerziellen Zwecken. <\/p>\n<p>Die Delfine aber litten massiv unter der Haltung in den Aquarien, sagte die Verhaltensforscherin Carola Otterstedt &uuml;ber die Ergebnisse der Untersuchung.&nbsp; <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/><strong>&nbsp;Zwei Ans&auml;tze: Konzentration und Entspannung&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/><\/strong>&nbsp;&nbsp;<br \/>&nbsp;<br \/>&nbsp; Ziel der Untersuchung &#8220;Delfintherapie &#8211; Eine Faktensammlung&#8221; sei es gewesen, die Risiken der Therapieform seri&ouml;s, wissenschaftlich und transparent zu erfassen, sagte Nicolas Entrup, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Organisation. <\/p>\n<p>Die Studie hinterfrage zwei grunds&auml;tzliche Therapieans&auml;tze mit Delfinen. Der eine gehe davon aus, dass die Konzentrationsf&auml;higkeit der Patienten sich bessere, erkl&auml;rte der Meeresbiologe Karsten Brensing. <\/p>\n<p>Beim zweiten Ansatz solle die F&auml;higkeit, sich entspannen zu k&ouml;nnen, gef&ouml;rdert werden. &#8220;Dies sind zwei komplett gegens&auml;tzliche Theorien&#8221;, sagte Brensing. Beide hielten wissenschaftlichen &Uuml;berpr&uuml;fungen nicht stand.&nbsp; <br \/>&nbsp;<br \/>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.wdcs-de.org\/docs\/DAT-Report.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&nbsp;&nbsp; Delfintherapie &#8211; Eine Faktensammlung (pdf-Datei)<\/a> <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>&nbsp;<strong>Unterst&uuml;tzung, aber keine Heilung<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>&nbsp;&nbsp;<br \/>&nbsp;<br \/>&nbsp; Otterstedt kritisierte, dass Familien mit kranken Kindern eine &#8220;Wundertherapie&#8221; versprochen w&uuml;rde. Drei Wochen Therapie in einem Zentrum in Florida kosteten etwa 15.000 Euro. <\/p>\n<p>Doch niemand sch&uuml;tze die Familien vor der Entt&auml;uschung, wenn die Behandlung nicht anschl&uuml;ge. &#8220;Eine Therapie mit Tieren ist immer nur eine Unterst&uuml;tzung der Behandlung und niemals eine Heilmethode.&#8221;&nbsp; <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>&nbsp;<strong>Haustiere genauso wirksam<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Wissenschaftliche Langzeitstudien zeigten, dass Therapien mit Haus- und Nutztieren, Hunden, Schafen und sogar Insekten ebenso wirksam seien wie die mit Delfinen. <\/p>\n<p>F&uuml;r die Meeress&auml;uger seien derartige Programme qualvoll: Bei der Haltung in Aquarien litten die Tiere unter Stress, die Sterblichkeitsrate sei um 60 Prozent h&ouml;her als bei Artgenossen im offenen Meer.&nbsp; <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>&nbsp;<strong>Gegenmeinung: Doch nachhaltige Wirkung<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>&nbsp;<br \/>&nbsp;<br \/>&nbsp; Der Berliner Rehabilitationspsychologe Erwin Breitenbach widersprach der WDCS-Studie. Er erkl&auml;rte in einer Stellungnahme, es gebe eine Studie mit f&uuml;nf- bis zehnj&auml;hrigen Kindern mit schweren Behinderungen, deren verbale Kommunikation und Sozialverhalten mit einer Delfintherapie verbessert worden seien. <\/p>\n<p>Der Effekt habe auch nach einem halben bis einem Jahr noch nachgewiesen werden k&ouml;nnen &#8211; und sei damit nachhaltig, sagte der an der Humboldt-Universit&auml;t Berlin lehrende Forscher.&nbsp; <br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/><strong>&nbsp;&#8220;Vielf&auml;ltiger Interaktionspartner&#8221;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/><\/strong>&nbsp;&nbsp;<br \/>&nbsp;<br \/>&nbsp; Breitenbach erkl&auml;rte, er habe in einer Studie gemeinsam mit anderen Forschern gezeigt, dass Nutztiere keineswegs denselben Effekt wie Delfine bewirken. &#8220;Der Delfin ist ein besonderes Tier mit besonderer, motivierender Ausstrahlung.&#8221; <\/p>\n<p>Mit dem Meeress&auml;uger k&ouml;nne man einfach mehr machen als mit einer Kuh. &#8220;Er ist ein vielf&auml;ltigerer und interessanterer Interaktionspartner.&#8221; <\/p>\n<p>[science.ORF.at\/dpa, 23.1.08]&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/science.orf.at\/science\/news\/150567\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/science.orf.at\/science\/news\/150567<\/a><br \/>&nbsp;<\/p>\n<p>Aufrufe: 197<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die unter anderem bei der Behandlung behinderter Kinder eingesetzte Delfintherapie hat keinen nachhaltigen Nutzen und wirkt nicht effizienter als andere tiergest&uuml;tzte Therapien.&nbsp;&nbsp; Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation (WDCS) in einer am Mittwoch in Hamburg vorgestellten Studie. 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